International Federation of Robotics

Andrea Gillhuber,

IFR vergleicht Robotik-Förderprogramme weltweit

Weltweit investieren Volkswirtschaften massiv in die Robotik, um industrielle Innovationen und gesellschaftlichen Fortschritt zu fördern. Der "World Robotics R&D Programs 2025" zeigt: Asien, Europa und Amerika verfolgen unterschiedliche Strategien.

© Kuka

Die International Federation of Robotics (IFR) beleuchtet in ihrem aktuellen Bericht "World Robotics R&D Programs 2025" die staatlichen Forschungs- und Entwicklungsinitiativen weltweit. Insgesamt wurden 13 Länder untersucht. Ein Schwerpunkt liegt auf den Strategien in China, Japan, Südkorea, der Europäischen Union, Deutschland und den USA. Prof. Dr. Jong-Oh Park, stellvertretender Vorsitzender des IFR-Forschungsausschusses, erklärt: "Die vierte Ausgabe des Reports bietet umfassende Einblicke in die neuesten Entwicklungen der Förderprogramme, einschließlich der Aktualisierungen für 2024. Erstmals stellen wir die Programme von Singapur und Kanada detailliert vor."

China: Innovation für eine global führende Rolle in der Robotik

Der 14th Five-Year Plan für die Robotikindustrie läuft bis Ende 2025. Mit einem Budget von rund 45,2 Millionen Dollar (ca. 329 Millionen CNY) soll die Entwicklung zentraler Technologien wie generative KI gefördert werden. China strebt an, eine globale Spitzenposition im Bereich Robotik einzunehmen.

Laut IFR erreicht China eine Roboterdichte von 470 Einheiten pro 10.000 Beschäftigte und liegt damit weltweit auf Platz drei. China ist erst 2019 in die Top-10-Liste aufgestiegen und hat es geschafft, die Roboterdichte innerhalb von vier Jahren zu verdoppeln.

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Japan mit langfristiger Vision

Die New Robot Strategy konzentriert sich auf Robotik in Industrie, Gesundheitswesen und Landwirtschaft. Das Moonshot Research and Development Program (Budget: 440 Millionen Dollar bzw. 25 Milliarden Yen) läuft bis 2050 und adressiert Herausforderungen wie die Alterung der Gesellschaft und den Klimawandel.

Japan ist der weltweit größte Hersteller von Industrierobotern und belegt bei der Roboterdichte (419 Einheiten pro 10.000 Arbeitern) den fünften Platz.

Südkorea: Spitzenreiter bei der Roboterdichte

Der 4th Basic Plan on Intelligent Robots mit einer Fördersumme von 128 Millionen Dollar (180 Milliarden KRW) fördert bis 2028 Innovationen in Industrie und Dienstleistungen. Ziel ist die Entwicklung Südkoreas als führende Robotiknation.

Mit 1.012 Robotern pro 10.000 Beschäftigten liegt Südkorea weltweit auf Platz eins. Die Roboterdichte hat sich seit 2018 jedes Jahr um durchschnittlich 5 % erhöht.

Europäische Union: Forschung und Innovation im Fokus

Das Programm Horizon Europe mit einem Budget von 100 Milliarden Dollar (95,5 Milliarden Euro) läuft bis 2027 und fördert Projekte in den Bereichen KI, Robotik und saubere Energien. Für Robotik-spezifische Initiativen stehen 183,5 Millionen Dollar (174 Millionen Euro) bereit.

Die EU verzeichnet eine Roboterdichte von 219 Einheiten pro 10.000 Beschäftigte.

Deutschland: Technologieführer in Europa

Die deutsche Hightech-Strategie 2025 (HTS) mit einem Gesamtbudget von 369,2 Millionen Dollar (350 Millionen Euro) stärkt die Vernetzung von Forschungszentren und die Anwendung von Robotik-Innovationen. Der Aktionsplan Robotikforschung soll die Vernetzung von Forschungszentren als Robotics Institute Germany (RIG) unterstützen und Robotik-Forschungsergebnisse in die Anwendung bringen.

Laut World Robotics Statistik ist Deutschland Europas größter Robotermarkt mit einer Dichte von 429 Einheiten pro 10.000 Beschäftigte und liegt weltweit an vierter Stelle.

USA: Forschung für industrielle und militärische Anwendungen

Die National Science Foundation (NSF), NASA und das Verteidigungsministerium (DoD) fördern Robotikprojekte mit einem Gesamtbudget von über 10,3 Milliarden Dollar. Nach dem Mars-Erkundungsprogramm startete die NASA im Mai 2019 das Projekt Artemis, um Astronauten auf die Mondoberfläche zu schicken und neue Fähigkeiten für Marsmissionen nach 2024 zu entwickeln. Das Gesamtbudget für Artemis beträgt für die Haushaltsjahre 2021 bis 2025 insgesamt 53 Milliarden Dollar.

Die NSF-Forschungsprogramme fördern die Entwicklung und den Einsatz von Robotern am Arbeitsplatz, in Krankenhäusern, Gemeinden und Haushalten. Das für 2024 beantragte Budget beläuft sich auf rund 70 Millionen Dollar.

Laut IFR-Statistik rangieren die USA mit einer Roboterdichte von 295 Einheiten pro 10.000 Beschäftigte weltweit auf Platz zehn. Bei den jährlichen Installationen von Industrierobotern liegen die USA weltweit auf dem dritten Platz.

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