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Artikel und Hintergründe zum Thema

Fördertechnik & Komponenten

Technik-Trend Fördertechnik - flexiblere Komponenten und Integration von Sensoren

Flexiblere Komponenten und zunehmende Integration von Sensorik: Das sind zentrale rends in der Fördertechnik. Die „Hardware" soll dabei möglichst einfach sein, zugleich gewinnen die Systeme u.a. durch Bildverarbeitung oder RFID-Identtechnik an Komplexität.

Auch wenn der Internet- Hype vorbei ist und Otto Normalverbraucher seinen Tagesbedarf höchstpersönlich im Supermarkt statt per „Home-Shopping" am Bildschirm kauft, erzielt der Internet-Handel weiterhin große Zuwachsraten. Die Hersteller von Fördertechnik dürfte das freuen: Sie profitieren davon, dass die Warenströme globaler werden und immer mehr Sendungen ohne den „Umweg" des Einzelhandels an den Endverbraucher gelangen.

Fördertechnik & Komponenten: Technik-Trend Fördertechnik - flexiblere Komponenten und Integration von Sensoren

Das gilt für die Palettenfördertechnik und auch für kleinere Fördersysteme. Entsprechend sind die Hersteller bemüht, mit neuen Produkten zusätzliche Marktanteile zu gewinnen und den Anwendern neue Funktionalitäten zu bieten. Dabei sind auch Lösungen gefragt, die auf den ersten Blick unkonventionell erscheinen. Ein Beispiel: Eisenmann stellte vor einigen Tagen auf der Logimat ein neu entwickeltes Gabelhubwagen-Schleppsystem vor, das den klassischen Gabelhubwagen mit einer Elektrohängebahn kombiniert.

Diese High-Tech-Alternative zum Unterflurförderer ist im Rahmen einer kundenspezifischen Problemlösung entstanden: Der französische Logistik- Dienstleister Geodis gab für seine neue Umschlagzentrale bei Paris ein Schleppsystem mit der Maßgabe in Auftrag, sowohl dem weit verzweigten Verteilernetz als auch dem stark schwankenden Warenstrom gerecht zu werden. Fast 1 300 Paletten pro Stunde müssen über ein Netz von über 2 400 m Elektrohängebahn- Schienenlänge bewegt werden.

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Die Paletten verfügen über eine Grundfläche von 1200 x 1200 mm, sind maximal 2450 mm hoch und wiegen bis zu 1200 kg. Bei diesen Grundvoraussetzungen hätte es alternativen Transportlösungen wie beispielsweise Unterflurförderern, zwar nicht an Leistungsfähigkeit, jedoch an Steuerungsintelligenz gemangelt. Anders das Schleppsystem VarioTow, das zwar ganz einfach aufgebaut ist, aber ein hohes Maß an Flexibilität erlaubt. An einem Elektrohängebahn-Fahrwerk ist eine Zugstange befestigt, die über eine manuell zu betätigende Spezialkupplung mit einem handelsüblichen Palettenhubwagen verbunden ist. Abgekoppelt können die Hubwagen manuell eingesetzt werden - beispielsweise zu Be- und Entladevorgängen auf dem Lkw. Mit VarioTow automatisiert man also nicht nur lange Wegstrecken und komplizierte Materialflüsse, sondern vermeidet auch zusätzliche Übergabe- und Lastaufnahmemittel.

Das VarioTow-System bei Geodis ist auf eine permanente Leistung von rund 1 000 Paletten pro Stunde ausgelegt, in Spitzenzeiten können bis zu 1 275 Paletten bewegt werden. Die Steuerungskonfiguration erlaubt Zieländerungen noch während der Fahrt: So bleibt man trotz geordnetem Materialfluss flexibel. Und Geodis spart Kosten. Das Unternehmen musste lediglich 200 Gabelhubwagen anschaffen, bei einer alternativen Transportlösung wären es mindestens 600 Stück gewesen.

Fördertechnik & Komponenten: Technik-Trend Fördertechnik - flexiblere Komponenten und Integration von Sensoren

Querverschiebewagen: Tempo ist gefragt

Während bei weiten Wegen und verteilten Transportnetzen solche unkonventionellen Lösungen wirtschaftlich sinnvoll sind, wird man bei kurzen Wegen und gleicher Auslastung eher auf die klassischen Instrumente der Stückgutförderung setzen, und da viele Logistik-Dienstleister wegen der „Economy of scale" immer höheren Durchsatz erreichen, müssen die einzelnen Module hier leistungsmäßig mithalten. Für die Hersteller heißt das: Tempo ist gefragt. Das gilt z.B. für Querverschiebewagen als Verteilfahrzeuge. Die WFT Fördersysteme GmbH trägt dem durch ein Redesign ihrer Geräte Rechnung, das sich u.a. durch geregelte Antriebstechnik für die Fahrbewegung und die Gabelfunktion auszeichnet. Mit dem Servomotor des Fahrantriebs können nicht nur hohe Endgeschwindigkeiten, sondern auch programmierbare und geregelte Beschleunigungen zum schonenden Transport instabiler Ladeeinheiten realisiert werden. Abhängig vom Betriebszustand (z. B. Voll- oder Leerfahrt, Stabilität der Ladung) werden optimale Beschleunigungs- und Verfahrcharakteristiken erzielt. Die Lageregelung des Fahrantriebs erlaubt es zudem, beliebige und leicht veränderbare Positionen anzufahren. Das gestattet eine flexible Reaktion auf geänderte Bedingungen.

Bandtrommeln für den Stückguttransport Auf der Komponentenebene sind die Trends der Modularisierung und Standardisierung vorherrschend. Dies gilt auch für die nicht angetriebenen Elemente. Bei Förderrollen hat sich die Standardisierung bereits durchgesetzt, Umlenk- und Antriebstrommeln sind nach Beobachtung von Interroll aber zumeist Eigenkonstruktionen unterschiedlicher Anbieter. Um auch hier Standardprodukte zu etablieren, hat Interoll eine Baureihe von Bandtrommeln entwickelt und ins Programm aufgenommen. Sie ergänzen die Sparte Trommelmotoren, werden aber auch als eigenständige Produkte für konventionelle Bandantriebe eingesetzt. Die Umlenk- und Antriebstrommeln aus Aluminium sind für innerbetriebliche Anwendungen im Stückguttransport konzipiert. Damit kann Interroll komplette Standardlösungen für Bandförderer bieten: Trommelmotoren, Antriebstrommeln und Umlenktrommeln.

Rollenförderer im Baukastenprinzip Der Trend zur Modularisierung lässt sich anschaulich an den Rollenförderern der Baureihe RFK 300 von Minitec darstellen, die ein breites Spektrum von Spektrum von 0,5 bis 300 kg Förderlast je Antriebsstrang abdecken. Die speziellen Trägerprofile verfügen über die gleichen Nuten wie die MiniTec-Standardprofile, so dass alle Systemkomponenten auch für den Rollenförderer einsetzbar sind. Und da die Unterkonstruktion der Rollenbahn aus Standard- Komponenten des Profilsystems besteht, bietet sie viele Variationsmöglichkeiten wie beispielsweise den Einbau höhenverstellbarer Stützen. Auch das Anbringen von Seitenführungen oder das Anbinden an Anschlusskonstruktionen vereinfachen sich, so dass aus Einzelkomponenten in kurzer Zeit komplexe Systemlösungen realisiert werden können.

Die RFK 300-Förderer selbst sind ebenfalls modular aufgebaut und können daher wahlweise mit ein- oder beidseitigem Kettenantrieb arbeiten. Der Rollenwerkstoff variiert entsprechend dem Einsatz. Für angetriebene Strecken mit Staubetrieb sind Rollen mit einstellbarem Drehmoment aus Edelstahl, verzinktem Stahl oder Aluminium die erste Wahl. Für besonders ökonomische Lösungen eignen sich PVC-Rollen mit oder ohne Friktion. Kurvenrollenbahnen mit einem Mindest- Innenradius von 800 mm werden mit konischen Rollen bestückt. Aus diesem System lassen sich vielfältige Förderanlagen aufbauen - genau das wünschen die Anwender.

Auf dem Weg zum „intelligenten" Förderband?

Wenn man sich die aktuellen Trends bei Komponenten der Stückgut-Fördertechnik anschaut, fällt es schwer, eine Prognose abzugeben, was sich in naher Zukunft grundsätzlich an den Systemen ändern könnte. Erkennbar ist aber deutlich die Entwicklung zu höherer Informationsdichte, die mit dem Fördergut „transportiert" wird oder ihm datentechnisch vorauseilt. Hier spielt das Thema RFID eine zentrale Rolle. Aber auch andere Sensortechnologien finden zunehmend Verbreitung - von der Konturenerfassung über Lichtschranken und Laserscanner bis zur Bildverarbeitung. Der Nutzen liegt auf der Hand: Sie geben Rückmeldung über die Beschaffenheit bzw. Position des Fördergutes und erlauben somit eine größere Flexibilität. Mit Hilfe der Bildverarbeitung lassen sich z.B. erstmals automatisiert heterogene oder nicht exakt positionierte Packstücke palettieren oder depalettieren.

Eisenmann, E-Mail: [email protected], www.eisenmann.de Interroll AG, E-Mail: [email protected], www.interroll.com Minitec GmbH, E-Mail: [email protected], www.minitec.de Trapo AG, E-Mail: [email protected], www.trapo.de WFT Fördersysteme GmbH, E-Mail: [email protected] www.wft-foerdersysteme.de

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