Fördertechnik & Komponenten

Greifer-Gymnastik in der Apotheke

Greifer-Gymnastik

Viele Apotheken holen heute die Medikamente nicht mehr aus Schubladen, sondern setzen auf ein automatisiertes Lager- und Kommissioniersystem. Dieses stammt häufig von CareFusion/Rowa. An den hochbeweglichen Greifern sorgen chainflex-Leitungen und Energieketten von igus für die zuverlässige Energie- und Signalzufuhr.

Wenn Sie in der Apotheke nach Aspirin, Schmerztabletten oder einem Schnupfenmittel fragen, dreht sich die Apothekerin meist nur um und greift ins Regal hinter sich. Handelt es sich um ein rezeptpflichtiges Medikament, muss man etwas länger warten. Aber immer öfter kommt das gewünschte Medikament auf Tastendruck aus dem Ausgabeschacht des Magazins. Dahinter steckt ein vollautomatisches Lagersystem – und eine Erfolgsgeschichte. 1996 stellte die damals neu gegründete Rowa Automatisierungssysteme GmbH das erste, vollautomatische Lager- und Kommissioniersystem für Apotheken vor. Wenig später installierte sie das erste System in einer Dresdner Apotheke.

Weltweit 5.000 Systeme im Einsatz

Automatisiertes Lagern und Kommissionieren
Automatisiertes Lagern und Kommissionieren hat sich in den Apotheken durchgesetzt.

Inzwischen hat Rowa – seit 2011 Mitglied der US-amerikanischen CareFusionGruppe – mehr als 5.000 dieser Anlagen installiert. In Deutschland hat CareFusion/Rowa mit mehr als 3.000 installierten Systemen einen Marktanteil von rund 70 Prozent. Und dafür gibt es gute Gründe: Die Automatisierung spart aus Sicht des Apothekers viel Platz und noch mehr Zeit.

Seit der Entwicklung des ersten Rowa-Systems haben die Konstrukteure stetige Optimierungen vorgenommen – auch und gerade am Herzstück der Anlagen, dem Greifersystem. Die neueste Generation des patentierten HD-Multi-Picking-Greifers kann bis zu acht Packungen – gleicher Sorte oder auch unterschiedliche – gleichzeitig bewegen.

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Stress für die Leitungen: rollen, biegen, wickeln

Besonders eindrucksvoll sind die Bewegungsabläufe, wenn in der engen Gasse des Lagersystems zwei Greifersysteme parallel und kollisionsfrei arbeiten. Dann verdoppelt sich die Kommissionierleistung und die Greifer vollführen sehr komplexe koordinierte Bewegungen, um die gewünschte Ware schnellstmöglich ein- und auszulagern. Kennzeichnend für die Greifer ist die Bewegungsfreiheit zu den beidseitigen Lagerregalen hin. Das erfordert mehrdimensionale Bewegungen von der Energie- und Signalzuführung. Hier werden sowohl die Energieketten als auch die Leitungen deutlich stärker gefordert als in den meisten anderen Automatisierungsanwendungen. Andreas Muckes, Produktmanager chainflex Leitungen bei igus: „Die Kette macht zum Beispiel S-förmige Bewegungen mit sehr engen Biegeradien und streckt sich dann in Gegenrichtung. Das ist eine echte Herausforderung für die Kette und auch für die Leitungen: Sie werden nicht nur gerollt, sondern auch gewickelt und abgeknickt.“ In der Praxis erinnern die Bewegungsabläufe – Strecken, Dehnen, Biegen – fast an gymnastische Übungen.

Versuche im Labor

Tests im igus-Labor ergaben, dass die ursprünglich vorgesehene Leitungsauswahl angepasst werden musste. Andreas Muckes: „Bei den komplexen Bewegungen, die Rowa mit den Greifern fährt, müssen wir wirklich ans Limit. Vor allem das häufige Biegen über einen Biegewinkel von 180 Grad hinaus und gleichzeitig die Nutzung eines sehr kleinen Radius beansprucht die Leitungen stark. Deshalb haben wir Dauertests gefahren und anschließend die elektrischen Eigenschaften der Leitungen geprüft – mit dem Ergebnis, dass wir teilweise andere Aderquerschnitte gewählt haben.“ Ein weiterer Fokus lag darauf, dass die Anlagen wartungsfrei laufen können. Dabei kommen chainflex Leitungen vom Typ CF10 als Energie- und Steuerleitungen zum Einsatz sowie Leitungen aus der CF11-Serie als Datenleitung.

Kette und Leitungen
Kette und Leitungen vollbringen in den Rowa-Greifern Höchstleistungen. Zum Einsatz kommt hier ein drylin-Gewindetrieb von igus.

Bei allen Serien sind die Leiter in extrem biegefester Ausführung konstruiert, die besondere Verseilung gewährleistet dabei eine dauerhafte Flexibilität in mehreren Dimensionen ohne Aderbrüche und bei minimalem Verschleiß. Bei einigen Anwendungen, in denen die Leitungen extrem geringe Radien aufweisen, kommt eine Steuerleitung der Serie CF99 mit einer Legierung als Leiter zum Einsatz, weil dadurch noch kleinere Radien möglich sind. Auch Anlagenkomponenten und neue Systeme wie der ProLog-Automa für die automatische Identifikation sind mit igus-Leitungen und -Ketten ausgestattet.

Hält länger und ist fast geräuschlos

Andreas Pauli, stellvertretender Teamleiter Elektrokonstruktion: „Wichtig ist für uns auch eine möglichst geringe Schallemission. Deshalb verwenden wir zum Beispiel spezielle hochpolige, getriebelose Motoren. Aus demselben Grund achten wir bei den Energieketten auf ein geringes Abrollgeräusch. Die gesteigerte Lebensdauer durfte also nicht zu Lasten des Geräusches gehen.“

Rainer Rössel

Kontakt:

CareFusion Germany 326 GmbH D-53539 Kelberg Tel.: 0 26 92 / 92 06-0 E-Mail:

igus GmbH D-51147 Köln Tel.: 0 22 03 / 96 49-0 E-Mail: info@igus.de www.igus.de

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