Förder- & Hebetechnik

Stets auf dem richtigen Energie-Level dank DSE

Systemelemente wie Regalbediengeräte, Shuttles und Verteilwagen zählen zu den wichtigsten Leistungsträgern der Intralogistik. Entsprechend hoch ist ihr Energiebedarf und entsprechend aufwändig sind Realisierung und Unterhalt der Energie-Infrastruktur. Das Dambach Smart Energiemanagement – kurz DSE – sorgt dafür, dass Spitzenströme aus dem Netz reduziert werden und ermöglicht damit deutliche Energieeinsparungen.

Mit DSE ausgestattete RBG - Foto: Dambach
Mit DSE ausgestattete RBG entnehmen nur 15 bis 20 Prozent der momentan geforderten Leistung dem Versorgungsnetz, der Rest kommt aus dem integrierten Hochleistungs-Energiespeicher. Foto: Dambach

Dambach setzt bei der Weiterentwicklung seiner Produkte auf Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung. Basis hierfür ist in aller Regel ein eng verzahntes Zusammenspiel von Steuerungstechnik und Mechanik. „Bereits seit mehr als fünf Jahren beschäftigt sich Dambach mit dem Einsatz von Speichertechnologien in Verbindung mit unterschiedlichsten Anwendungen in der Lagertechnik“, so Dirk Lorenz, Bereichsleitung Steuerung und Modernisierung bei Dambach Lagersysteme. „Nur durch die detaillierte Kenntnis aller mechanischen Eigenschaften einer Maschine können optimale Steuerungskonzepte entstehen. Umgekehrt können Erkenntnisse und Trends aus der Steuerungstechnik Einfluss auf die mechanische Ausgestaltung einer Maschine nehmen“. Typische Vertreter dieser Ausrichtung sind das Dambach Compact Shuttle (DCS) als Gerät und das Dambach Smart Energiemanagement (DSE) als Einrichtung auf einem Gerät.

Power Caps versorgen Shuttles mit Energie

Das mit robuster 400-V-Antriebstechnik ausgestattete DCS ist für den Transport der unterschiedlichsten Palettenformate konzipiert und bietet auch bei alten oder beschädigten Ladungsträgern hohe Systemsicherheit. Die Power Cap Energiespeicher ersetzen Kabel oder Batterien und leisten so die Energieversorgung der Shuttles für autarken Betrieb in Kanaltiefen bis zu 40 Meter. Dambach setzt abhängig von der Kanaltiefe drei Speichergrößen ein, so dass auch Power Caps für 15 und 22 Meter Fahrtiefe zur Verfügung stehen.

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Dirk Lorenz, Dambach Lagersysteme
„Unsere Energie- und Ressourcen-Managementsysteme sind für jeden Interessenten verfügbar und können direkt bei uns erworben werden.“

Dirk Lorenz, Dambach Lagersysteme

Dynamisches Nachladen in wenigen Sekunden

Wie Dirk Lorenz betont, beträgt die maximale Ladezeit der Shuttles nur 12 Sekunden: „Wir laden während des laufenden Einsatzes dynamisch und damit immer nur so lange, dass das Shuttle die nächste Bewegung sicher durchführen kann. Im Normalfall werden hierfür nur rund sechs Sekunden benötigt. So sind wir mit dieser Technik in der Lage, beispielsweise in Tiefkühlanwendungen 24 Stunden rund um die Uhr unterbrechungsfrei zu fahren“. Generell sind die DCS für Einsätze in dem extrem breiten Temperaturspektrum von –30 °C bis +40 °C geeignet. Bislang sind bereits 100 Shuttles mit der Power-Cap-Technologie im weltweiten Einsatz.

DSE steigert die Netzunabhängigkeit auch bei Spitzenbedarfen

Dambach bietet seine RBG der Baureihen Mono, 18 m und EKT mit innovativem Energiemanagement DSE an. DSE steht dabei für Dambach Smart Energiemanagement. Lorenz: „Die RBG sind in dieser Ausführung vollelektrische Hybriden: Nur 15 bis 20 Prozent der momentan geforderten Leistung wird dem klassischen Versorgungsnetz entnommen, der weitaus größere Rest kommt aus dem im RBG integrierten Hochleistungs-Energiespeicher. Mit dem DSE wird die Wirtschaftlichkeit eines automatischen Lagersystems wesentlich verbessert. Die Regalbediengeräte sind damit deutlich effizienter, und zwar ohne Leistungseinbußen“.

Erste Installation von DSE - Foto: Dambach
Foto: Dambach

Erste Installation von DSE

Das DSE bewährt sich derzeit erfolgreich in der weltweit ersten Installation in einem Hochregallager von Boehringer Ingelheim. Dort sind vier jeweils 32 Meter hohe RBG mit dem System ausgestattet. Die mit DSE erreichten Leistungswerte sind beachtlich: Die RBG fahren bis zu 3,5 m/s schnell, heben mit 1 m/s und erreichen eine Fahrbeschleunigung von 1,2 m/s². Dies bei einer sehr positiven Energiebilanz, denn die aus dem Netz benötigte Leistungsspitze sinkt auf ein Fünftel.

Bei Nutzung der vorhandenen Netzeinspeisung können die Regalbediengeräte in ihrer Leistung gesteigert werden. Die hierfür benötigte Zusatzenergie wird aus den Power Caps entnommen, die durch Energierückgewinnung beim Bremsen der Regalbediengeräte und Senken der Last geladen werden. Die zurückgewonnene Energie wird dann zusätzlich zur Energie aus dem Netz für die Antriebe eingesetzt.

Ein Drittel weniger Energieverbrauch

DSE eignet sich besonders für Anwendungen an Standorten mit schwacher Energie-Infrastruktur oder Netzen, die nur für geringe Leistungsspitzen ausgelegt und störanfällig sind und bei denen eine Energieeinsparung durch Netzrückspeisung nicht möglich ist.

Durch die intelligente Nachladung der Energiespeicher teils aus dem Netz und teils aus der Energierückgewinnung wird der aus dem Netz entnommene Spitzenstrom um den Faktor fünf reduziert. Die zurückgewonnene Energie wird lokal wiederverwendet. Insgesamt wird der Energieverbrauch um ein Drittel gesenkt.

An die Zukunft denken

Laut Lorenz ist das DSE für den Einsatz in hoch entwickelten Industrieländern sinnvoll: „Spätestens wenn bedingt durch die Energiewende die großen Kernkraftwerke endgültig abgeschaltet sind, werden unsere Netze empfindlicher sein, und dann könnten Forderungen kommen, die Impulsbelastungen, wie sie RBG produzieren, nicht mehr tolerieren“. Er betont: „Wir haben Systeme kreiert, die autark arbeiten können und nicht von überlagerten Systemen abhängig sind. Unternehmen können mit dieser Art der Energieversorgung ihre Energiebilanz spürbar und nachhaltig verbessern.“

Reinhard Irrgang

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