Titelstory materialfluss 1-2/2019

Martin Schrüfer,

Neubau eines vollautomatisierten Palettenlagers

Gebhardt realisierte bei dem südbadischen Logistikdienstleister karldischinger GmbH ein neues Logistikzentrum mit insgesamt 15.384 Stellplätzen im Hochregallager, 136,5 Meter verbauter Fördertechnik sowie sechs Regalbediengeräten.

Gebhardt: Neubau eines vollautomatisierten Palettenlagers © Gebhardt Intralogistics Group

Um dem dynamischen Unternehmenswachstum und den steigenden Auftragszahlen durch die Pharma­industrie gerecht zu werden, entschied sich der Fachspediteur karldischinger für eine Erweiterung der Lagerkapazitäten. Diese sollten vor allem nicht nur reinen Platz schaffen, sondern Mitarbeiter entlasten und die Prozesse im Warenein- und Warenausgang beschleunigen. Den Projektzuschlag erhielt die Gebhardt Fördertechnik GmbH und Geschäftsführer Reinhold Himmelhan im Jahr 2016. Nach der Konzeption und Klärung aller technischen Anforderungen wurde das Projekt innerhalb von zehn Monaten umgesetzt und konnte 2017 in Betrieb genommen werden.

Die karldischinger GmbH ist ein Spezialist für komplexe ­logistische Dienstleistungen. Über besonderes Know-how verfügt die Fachspedition innerhalb der nationalen sowie internationalen Beschaffungs- und Distributionslogistik. Sie bietet neben den Transport-, Lager- und Umschlagsleistungen auch ein großes Portfolio in den Bereichen Lagerung und Value Added Services. Insbesondere Aufgaben bezüglich Kommissionierung, Montage, Verpackungstätigkeiten und der Qualitätsprüfung werden hier erfolgreich eingesetzt. Kunden aus den Sektoren Lebensmittel/Verbrauchsgüter, Automotive und Pharmaindustrie nehmen den Großteil der Aufträge bei karldischinger ein. Letztgenannter Industriezweig kann nun mit dem Neubau auf insgesamt 35.000 Palettenplätze zurückgreifen, welche bei der Pharma­industrie unter den wichtigen Vorgaben der Good Distribution Practice (GDP) auditiert und qualifiziert sind.

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Bei der Fachspedition mit Standorten in Deutschland, Österreich, Kroatien und Spanien ist der Bereich der Pharmaindus­trie der am stärksten wachsende. Aufgrund der zentralen euro­päischen Lage im Dreiländereck Deutschland, Frankreich sowie der Schweiz hat dies u.a. zu permanent steigenden Lagerkapa­zitäten geführt. Der automatisierte Warenfluss zur Reduzierung der Durchlaufzeiten war Vorgabe bei der Auftragserteilung.

Vom Wareneingang bis zur Einlagerung

Die Anlieferung und Abholung der Palettenware mittels Lkw erfolgt innerhalb einer Schleusenfunktion. Die Temperaturen im Lagerbereich können somit gehalten werden und sind im Produktbereich der Pharmaindustrie von großer Wichtigkeit. Die Ware wird von dem Lkw und mit Hilfe von Flurförder­zeugen in die Konsolidierungsfläche des Lagers gebracht, von wo sie nach Entladung des gesamten Lkw-Inhaltes zur Warenaufgabe transportiert wird. Eine Waage sowie eine Konturenkontrolle prüfen die Paletten auf Fehler hinsichtlich ihrer Maße, des Gewichts und der Palettenqualität. Sofern die Palette von der Warenaufgabe freigegeben wurde, wird diese über verschiedene Rollen- und Kettenförderer an eines von sechs integrierten Regalbediengeräten übergeben.

In einem nächsten Schritt wird mittels der genutzten Lager- und Materialflusssoftware Gebhardt StoreWare ein Auslagerungsauftrag angelegt. Somit erhält das Lager die Information, welche Ware über die Fördersysteme an die Auslagerungsstationen zu senden sind. Diese werden von den Lagermitarbeitern via Flurförderzeugen der Station entnommen und zur Konsolidierungsfläche zum Verladen der Lkw gebracht.

„Wenn alles passt.“

Schon in der Unternehmensphilosophie benennt karldischinger die partnerschaftliche Zusammenarbeit und das gemeinsame Entwickeln von innovativen Lösungen als wichtige Eckpfeiler. Vor allem mit der Ausschreibung des Projektes aber auch mit dem direkten Zuschlag an Gebhardt Fördertechnik hatte Karlhubert Dischinger ein gutes Gefühl, da es ähnliche Firmenstrukturen in beiden Unternehmen gibt und sich Mittelständler auch unterstützen sollten. „Nachdem das Lager mit seinen automatisierten Modulen von Gebhardt fertiggestellt war und wir das Lager in Betrieb nehmen konnten, wurden wir dennoch nicht allein gelassen. Dies zeigte uns bei diesem Projektabschnitt, dass wir den besten Partner für uns gewählt haben“, so Karlhubert Dischinger.

Premiere des RBG Cheetah heavy bei der LogiMAT

Was Gebhardt vor einigen Jahren noch nicht möglich war und wo oftmals auf die Expertise anderer Unternehmen zurück­gegriffen werden musste, kann heute eigenständig produziert und integriert werden. Das Ziel von Gebhardt ist es, als Anbieter von Komplettanlagen durch eine perfekte Synchronisation der Gewerke über die Ebenen Mechanik, Steuerung und Software dem Kunden bestmögliche Systeme zu liefern – idealerweise digital vernetzt. Mit der Entwicklung des RBG Cheetah heavy können in Zukunft Paletten-Regalbediengeräte aus eigener Produktion angeboten werden. Das Cheetah heavy wird auf der diesjährigen LogiMAT erstmals präsentiert und stellt mit einer maximalen Nutzlast von 1.500 kg ein Kraftpaket dar.


Das schienengebundene Cheetah heavy kann für die ein- oder zweifachtiefe Ein- und Auslagerung von Euro- oder Industriepaletten sowie von Gitterboxen verwendet werden. Auch ­ die mehrfachtiefe Lagerung mittels Palettenshuttel StoreBiter ­500 ist möglich. Das besondere des Cheetah heavy ist der hohe Standardisierungsgrad, welcher durch einen modularen Aufbau gewährleistet wird. Daraus resultierend ergeben sich für die Gebhardt-Kunden kurze Lieferzeiten. Des Weiteren kann der Lagerraum durch minimierte Anfahrmaße optimal ausgenutzt werden.

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