Automatisierung

Marvin Meyke,

Maximale Flexibilität beim Palettentransport

Auf Knopfdruck und ohne manuelle Eingriffe vom Wareneingang bis zur Produktion? Das ist bei Schne-frost seit dem vergangenen Jahr Realität. Ab sofort werden die Rohstoffe zwischen dem neu erbauten Wareneingangslager und der Produktion dank einer ganzheitlichen Förderanlage der HaRo Anlagen- und Fördertechnik GmbH völlig automatisiert und effizient transportiert.

© HaRo/Martin Vogt

Dabei ist die Beförderung über eine Feuerwehr­zufahrt hinweg mittels einer Förderbrücke nicht die einzige Besonderheit, die die neue Förderanlage im Hause Schne-frost aufweist. Nicht einmal ein halbes Jahrhundert hat es gedauert, bis das Unternehmen aus einem einfachen Lebensmittel – der Kartoffel – einen „Superstar“ gemacht hat. Was in den 1950er Jahren mit einem Großhandel für Saat- und Speisekartoffeln begonnen hat, ist heute ein innovativer Produktionsbetrieb für tiefgefrorene Kartoffel- und Gemüsespezialitäten. Von der allseits bekannten Pommes-Frites über Kroketten und Stampfkartoffeln bis hin zu Kartoffelklößen und Schupfnudeln gibt es die Kartoffel bei Schne-frost in all ihren denkbaren Formen, Größen und Geschmäckern. Seit seiner Gründung durch den damaligen Agrarwirt Ernst Schnetkamp ist das Unternehmen stetig gewachsen und blickt heute auf ein Werksgelände mit einer Größe von über 100.000 Qua­dratmeter – ausgestattet mit modernsten Produktionstechno­logien der Nahrungsmittelindustrie.

Mit selbiger Intention und einem Ausbau ihrer Produktionsstraßen wandte sich das Unternehmen im Jahre 2019 an den sauerländischen Fördertechnikhersteller HaRo: Zur Anbindung ihres neuen Rohstofflagers an die Produktion war Schne-frost auf der Suche nach einer Förderanlage, die das neue Lager mit dem Bestandsgebäude verknüpft. Die Herausforderung: Eine Feuerwehrumfahrt zwischen den beiden Gebäuden durfte zum Transport der Rohstoffe nicht beeinträchtigt werden. Eine Schwierigkeit, für die Thorsten Koopmann als Vertriebs-­Gebietsleiter vom Intralogistik-Hersteller HaRo das passende Lösungskonzept ausarbeitete: Zwei Vertikalförderanlagen und eine Strecke aus Gliederbandförderern sollten die Distanz ebenso wie die Höhenunterschiede zwischen den Gebäuden überwinden und der Forderung eines automatisierten Transports gerecht werden. „Der Kunde hatte außerdem den Wunsch, die Rohstoffe nicht nur in eine Richtung – vom Wareneingang zur Produktion – zu transportieren, sondern auch wieder in die entgegengesetzte Richtung“. Schließlich sollen die nicht verbrauchten Rohstoffe wieder zurück ins Rohstofflager transportiert werden.

Anzeige

Optimal: ein Gliederbandförderer
Bei den Fördergütern handelt es sich allerdings nicht ausschließlich um die gängigen und genormten Palettenausführungen, wie Thorsten Koopmann betont: „Wir haben hier unterschiedlichste Paletten aus aller Welt mit ganz individuellen Maßen, Materialien und Kufen- beziehungsweise Fußausprägungen im Einsatz“. Ein Grund dafür, dass auch bei der Auswahl der Förderanlage ein geschultes und erfahrenes Auge notwendig ist. „Diese Paletten können nicht über übliche Rollenbahnen- oder Kettenfördereranwendungen transportiert werden“, weiß der Gebietsleiter und empfahl seinem Kunden – um lästiges Umpalettieren zu vermeiden, einen Gliederbandförderer. Der Gliederbandförderer ermöglicht Flexibilität beim Fördergut und eliminiert Problemstellen, die den Materialfluss ins Stocken geraten lassen könnten, wenn die Fördergüter aufgrund ihrer Ausführung oder eventueller Beschädigungen nicht für einen prozesssicheren Transport geeignet sind.
Doch wie gelangen die Paletten vom Wareneingang nun konkret in die Produktion? Dank einer Hubtisch-Gliederbandkombination erfolgt die Aufgabe des Förderguts auch mit einem Standard-Hubwagen ohne Hochhub bodeneben, sodass keine Differenzen zwischen Hub und Gliederband überwunden werden müssen. Besonders feste und robuste Modularbänder versprechen höchste Langlebigkeit - selbst bei unebenen Fördergütern. Eine Schleuse, die mit zwei mechanischen Zutrittsschranken ausgestattet ist, garantiert Sicherheit für dort tätige Mitarbeiter und verhindert ein Übertreten in den Gefahrenbereich.

Zusätzlich sorgt eine Konturenkontrolle dafür, dass die maximalen Überstände von 200 Millimeter pro Seite nicht über­schritten werden und Beschädigungen an den Förderanlagen und damit einhergehende Unterbrechungen im Materialfluss gänzlich ausgeschlossen werden können. Und auch die Schwenkstationen zur Umlenkung der Fördergüter weisen eine Besonderheit auf: „Dadurch, dass der Drehpunkt der Schwenkstation außermittig positioniert ist, dreht die Schwenkstation bündig bis vor das Gliederband ohne Lücken und Abstände“, weiß Thorsten Koopmann.

50 Paletten pro Stunde, mehrere Kilometer pro Tag
Die Übergabe in den Vertikalförderer erfolgt gänzlich auto­ma­tisiert: Vom Gliederbandförderer können die Transportgüter unmittelbar in den Lastenaufzug übergeben werden. Der Senkrechtförderer überwindet die Höhendifferenz vom Lager bis in die Brücke problemlos und übergibt die Paletten anschließend wieder an den Gliederbandförderer in der Brücke ab. Auch hier erfolgt der Transport bis zum zweiten Vertikalförderer vollkommen automatisiert. Mithilfe des zweiten Senkrechtförderers werden die Fördergüter dann wieder in die unteren Ebene der Produk­tion transportiert. Derselbe Vorgang ist auch in der umgekehrten Richtung möglich. Rund 50 Paletten pro Stunde werden auf diese Weise im Drei-Schichtbetrieb mehrere Kilometer pro Tag zuverlässig und kostengünstig transportiert.

Ein Konzept, das die Schne-frost-Gruppe gänzlich überzeugt hat. Nicht nur, dass die HaRo-Gruppe einen vollumfänglichen Service – von der Planung bis hin zur Montage und elektrischen Inbetriebnahme – aus einer Hand anbietet, auch nach erfolg­reicher Installation steht dem Kunden die Expertise des Fördertechnik-Herstellers in Form von Ersatzteilbestellungen und regel­mäßigen Wartungen zur Verfügung. Ebenso kann die Förderanlage im Hause Schne-frost jederzeit flexibel erweitert oder ergänzt werden, schließlich bieten die Einzelkomponenten die besondere Möglichkeit, aneinander gebaut werden zu können. Eine Option, die sich der Nahrungsmittelhersteller in Zukunft gern offen hält, schließlich bietet das Betriebsgelände noch jede Menge Potenzial zur Erweiterung.

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

LogiMAT 2020

Aus manuell wird automatisch

Auf der Messe zeigt das Familienunternehmen HaRo erstmals eine Förderanlage, die sowohl auf die Beförderung gängiger Fördergüter wie Paletten und Gitterboxen ausgelegt ist als auch Transportwagen über mehrere Ebenen transportieren kann.

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Newsletter bestellen

Immer auf dem Laufenden mit dem materialfluss NEWSLETTER

Aktuelle Unternehmensnachrichten, Produktnews und Innovationen kostenfrei in Ihrer Mailbox.

AGB und Datenschutz gelesen und bestätigt.
Zur Startseite