Förder- & Hebetechnik

Besondere Anforderung und Lösung

Vom Atomreaktor zur zentralen Werkstatt – bei der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt ist das gelebte Realität. Mit von der Partie sind spezielle Krane, die individuell an die Gegebenheiten des Gebäudes angepasst sind.

Heute zeugt nur noch die Aussparung in der Hallendecke davon, dass sich in diesem Raum bis 1995 der Forschungsreaktor der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) befand. Mit hochangereichertem Uran als Kernbrennstoff diente er als Neutronenquelle zur Grundlagenforschung in der Neutronen- und Festkörperphysik. Am Reaktor wurden aber auch Messinstrumente kalibriert und neue Messverfahren für die Dosimetrie entwickelt.

Förder- & Hebetechnik: Besondere Anforderung und Lösung

Nach dem aufwändigen Rückbau des Reaktors und der Entlassung des Gebäudes aus der atomrechtlichen Aufsicht begann 2010 der Umbau zur zentralen Werkstatt des wissenschaftlichen Gerätebaus der PTB. In diesem Zuge sollten zwei neue Krane installiert werden – individuell angepasst an die Gegebenheiten des bestehenden Gebäudes. Der Kranbauer SMI tech und der Krantechnik-Spezialist Stahl CraneSystems stellten sich der Herausforderung. Die 1500 m² große Halle des Luise-Meitner-Baus gleicht der Produktionshalle eines gewöhnlichen Maschinenbauers: Werkbänke, Drehmaschinen, CNC-Fräsen. Vielleicht ist es hier etwas ordentlicher, vielleicht etwas konzentrierter. Bei der PTB in Braunschweig arbeiten 700 Wissenschaftler an neuen Messverfahren, sie konstruieren Prüfmaschinen, definieren Normen. Der wissenschaftliche Gerätebau hat als interne Dienstleistungsabteilung die Aufgabe, die Forscher mit Prototypen und Versuchsgeräten zu unterstützen. In dieser Werkstatt wird die Theorie zur Praxis.

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Über die gesamte Hallenbreite spannt sich ein 26 m langer Hängekran zum Transport der Werkzeuge und Werkstücke. Kein gewöhnlicher Kran: Die an vier Kranbahnen abgehängte Kranbrücke mit einer Traglast von 5000 kg konnte trotz der großen Spannweite von 26 m sehr niedrig gehalten werden. Zwei Gelenke in der Kranbrücke gewährleisten gute Laufeigenschaften und verhindern ein Verklemmen beim Fahren des Kranes. Jens Panzner, Vertriebsingenieur von Stahl CraneSystems, erklärt: „Die Konstruktion ist eine ganz spezielle Lösung, denn aufgrund der geringen Traglast der Decke musste unser Partner SMI tech die Last auf mehrere Kranbahnen verteilen.

Das Ergebnis ist eine kleinere, leichtere Brücke, die dem Betreiber zusätzliche Hubhöhe verschafft. Ein weiterer Vorteil des Hängekranes besteht in der Freihaltung der Produktionsfläche von störenden Stützen“. Jeder der vier Hängekrankopfträger wurde mit einem Fahrantrieb ausgestattet, sodass gleichmäßiges Verfahren des Kranes, unabhängig von der Laststellung, gewährleistet wird. Gesteuert wird der Kran ganz bequem per Funk. Die Steuerbefehle zum Hebezeug und zum Kran werden ohne Schleppkabel oder Energieketten übertragen. Stattdessen kommt eine zeitgemäße Funksignalübertragung mit zwei Empfängern zum Einsatz. Als Stromzuführung entlang der Kranbrücke dient eine Schleifleitung.

Ein Stockwerk höher wird intensiv geforscht. Wo vor 15 Jahren noch der Reaktor strahlte, untersuchen Wissenschaftler heute Lasermesstechnik: Der Raum dient als Versuchslabor für Lasertracker – moderne Messgeräte, die mit Hilfe von Laserstrahlen große Bauteile sehr präzise vermessen und dadurch dreidimensional digitalisieren können.

Auch in diesem Labor kommt ein Hängekran der Firma SMI tech zum Einsatz – ebenfalls eine Sonderlösung, denn um die vorhandene Kranbahn nutzen zu können, musste Stahl CraneSystems die Fahrwerke entsprechend anpassen. Auch bei der Montage war Geschicklichkeit und Know-how gefragt: Der Kran musste, da es sich um einen geschlossenen Raum handelt, demontiert eingebracht, vor Ort montiert und dann mit Hilfshebezeugen angehoben werden. Nun hilft der Hängekran mit seinem Seilzug vom Typ SH 50 den Forschern beim Bewegen der Versuchsaufbauten. Als Sonderausstattung lieferte und montierte SMI tech eine fest installierte Wartungsbühne für die jährlichen Überprüfungen sowie eine spezielle Leiter mit Fallsicherung für einen sicheren Aufstieg. Stahl CraneSystems unterstützt mit seinem großen Produktsortiment und seinen geschickten Konstruktionslösungen Kranbauer bei anspruchsvollen Projekten wie diesen Hängekranen.

Besonders qualifizierte Kranbauer wie die Firma SMI tech werden von Stahl CraneSystems als offizielle Kranbaupartner zertifiziert und intensiv betreut. Durch den modularen Aufbau der Hebezeuge und Krankomponenten von Stahl CraneSystems lassen sich Krananlagen sehr exakt auf die jeweiligen Anforderungen anpassen, sodass auch bei anspruchsvollen Projekten stets hochwertige, ausgereifte Krantechnik zum Einsatz kommt.

Über die PTB

Die Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) betreibt Grundlagenforschung und Entwicklung im Bereich der Metrologie als Basis für alle ihre Aufgaben in den Bereichen Bestimmung von Fundamental- und Naturkonstanten, Darstellung, Bewahrung und Weitergabe der gesetzlichen Einheiten des SI, Sicherheitstechnik, Dienstleistung und Messtechnik für den gesetzlich geregelten Bereich und die Industrie sowie für den Technologie-Transfer. Nur die eigene Grundlagenforschung unter Anwendung neuester Technologien versetzt uns langfristig in die Lage, unsere weltweit anerkannte Kompetenz in der Metrologie zu sichern und auszubauen.

PTB, D-38116 Braunschweig, Tel.: 05 31-5 92-0, E-Mail: [email protected], www.ptb.de

Stahl CraneSystems GmbH, D-74653 Künzelsau, Tel.: 0 79 40/1 28-0, E-Mail: [email protected], www.stahlcranes.com

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