IFR-Positionspapier

Annina Schopen,

KI in der Robotik: Billionen-Markt nimmt Fahrt auf

Die International Federation of Robotics prognostiziert für KI-gestützte Robotik einen zukünftigen Marktwert von mehreren Billionen Dollar. Vorreiter sind Logistik, Fertigung und Dienstleistungssektor, Investitionen in „Embodied AI" – Roboter, die in virtuellen Umgebungen selbstständig lernen – nehmen weltweit zu.

Smarte Produktion bei Kuka © Kuka

KI-gestützte Roboter verlassen zunehmend die Labore und finden ihren Weg in praktische Anwendungen. Branchenexperten schätzen das Marktpotenzial auf mehrere Billionen Dollar. Die International Federation of Robotics hat sich in einem Positionspapier mit den aktuellen Entwicklungen, Herausforderungen und Einsatzmöglichkeiten von KI in der Robotik auseinandergesetzt und analysiert, wie sich die Verschmelzung beider Technologien auf verschiedene Wirtschaftsbereiche auswirkt.

„KI verändert die Robotik rasant“, sagt Takayuki Ito, Präsident der International Federation of Robotics. „Mit der Integration von KI in die Robotik lassen sich Fähigkeiten verbessern, Effizienzen steigern und Anpassungsfähigkeit erhöhen. Diese Entwicklung verwandelt KI von einer unterstützenden Technologie in einen leistungsstarken Wegbereiter und öffnet damit Türen für einen breiteren Einsatz von Robotik über alle Branchen hinweg.“

Vorreiter-Branchen

© IFR

Derzeit gibt es mehrere Schlüsselbranchen, die bei der Integration von KI und Robotik eine Vorreiterrolle einnehmen. In der Logistik und Lagerhaltung treffen hohe Nachfrage und planbare Betriebsabläufe auf verfügbares Investitionskapital – vom Wareneingang über die Intralogistik bis zur Lieferkette bieten sich hier zahlreiche Einsatzmöglichkeiten. Aufgrund seines Wachstumspotenzials zieht der Sektor verstärkte Aufmerksamkeit auf sich.

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In der Fertigung und Industrieautomation geht es vor allem um Prozessoptimierung und Qualitätssicherung. Da Unternehmen bestrebt sind, ihre Abläufe zu rationalisieren und die Produktionsqualität zu verbessern, spielen KI und Robotik eine immer zentralere Rolle in modernen Fertigungsstrategien. Von der Automobilproduktion über die Elektronikfertigung bis zur Pharmaherstellung setzen Unternehmen KI-gestützte Robotik ein, insbesondere bei anspruchsvollen Produktionsschritten, komplexen Montagearbeiten und automatisierten Fertigungslinien.

Auch im Dienstleistungssektor wächst der Einsatz, getrieben durch Personalmangel und steigende Lohnkosten. Hier steht vor allem die Interaktion mit Menschen im Fokus – etwa in der Gastronomie, wo hybride Konzepte erprobt werden, bei denen Roboter Routineaufgaben übernehmen.

Neue Vision für KI in der Robotik

Roboter- und Chiphersteller investieren derzeit verstärkt in spezielle Hard- und Software, die reale Umgebungen simulieren. Diese sogenannte „physische KI“ ermöglicht es Robotern, sich in virtuellen Umgebungen selbst zu trainieren und anhand ihrer Erfahrungen zu agieren, anstatt für Einzelaufgaben programmiert zu werden. Die Begeisterung für diese „Embodied AI“ hat das Interesse großer Technologieunternehmen und Regierungen auf der ganzen Welt auf sich gezogen.

In den USA kündigten Unternehmen wie Amazon, Tesla und Nvidia Rekordinvestitionen an. Das Risikokapital fließt in ein wachsendes Ökosystem von Start-ups, die sich auf spezialisierte Roboteranwendungen konzentrieren. In Europa unterzeichnete ABB jüngst eine Vereinbarung zur Veräußerung seines Robotikbereichs an die japanische SoftBank Group. Mit dem Zusammenschluss sollen die Kompetenzen im KI-Bereich von ABB Robotics mit denen von SoftBank gebündelt werden. In China kündigte das Ministerium für Industrie und Informationstechnologie (MIIT) einen speziellen Aktionsplan zur Beschleunigung der „Embodied AI“ an und hat diese als „Zukunftsindustrie“ eingestuft, die für Chinas wirtschaftliche Transformation von entscheidender Bedeutung sein soll.

Ausblick

Für die nächsten fünf bis zehn Jahre rechnen Experten mit einer deutlichen Verbreitung von KI in der Robotik. Die Technologie soll sich durch höhere Effizienz, weniger Fehler und geringere Wartungsaufwände schneller amortisieren als herkömmliche Systeme.

Das vollständige Positionspapier der International Federation of Robotics steht in englischer Sprache unter https://ifr.org/papers/download zur Verfügung. Es behandelt neben technischen Aspekten und Branchentrends auch Themen wie Arbeitsplatzveränderungen, makroökonomische Entwicklungen, Sicherheitsfragen, Nachhaltigkeit sowie die regulatorischen Rahmenbedingungen.

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