Stapler & Komponenten

Wie konkurrieren konventionelle Elektroantriebe mit alternativen Antriebskonzepten?

Das war die Frage, die Materialfluss an bedeutende Staplerhersteller stellte. Hier sind die Antworten.

UniCarriers: Kunden sind konservativ

Ingo Rose, UniCarrier
„Konventionelle Elektro­antriebe werden immer ­leistungsfähiger und energieeffizienter“Ingo Rose, UniCarrier

Das Portfolio an Antriebsvarianten für Flurförderzeuge hat sich laut Ingo Rose, Head of Marketing UniCarriers Germany GmbH, innerhalb des letzten Jahrzehnts erheblich ausgeweitet. Was früher noch als Prototyp oder futuristisches Konzept galt, wird heute bereits in Serie produziert und in der Praxis etabliert: „Es sind vor allem die konventionellen Elektroantriebe, die immer leistungsfähiger werden und gleichzeitig energieeffizient hohe Einsparpotentiale bieten. Hybride Konzeptlösungen, die auf den gleichzeitigen Einsatz von elektro- und verbrennungsmotorischen Antrieben aufbauen, haben ihre ersten Serieneinsätze und es werden Erfahrungen gesammelt. Alternative Konzepte zur Energieversorgung mit Wasserstoff in Brennstoffzellen oder auch Kondensator-Ansätze mit ­sogenannten „High-Caps“, finden auch erste Einsatzmöglichkeiten in Feld­versuchen und Testserien. Weiter sind die ersten Serienfahrzeuge mit Li-Ion-Technik eingesetzt.

Momentan findet bei den Herstellern und auch bei den Anwendern ein Wandel statt, der vermehrt auch alternative Antriebe zulässt und die Entwicklung vorantreibt. Die hundertprozentigen Hybridlösungen, wie sie bereits in der Automobilindustrie eingesetzt werden, so dass zwischen Verbrennungsmotor und Elektroantrieb umgeschaltet wird, sind derzeit noch nicht verfügbar. Weiter können diese Ansätze auch eher als Übergangslösung vom thermischen Antrieb hin zu klassischen Elektroantrieben gesehen werden. Bei den Elektromaschinen ist ein großes Thema der Energiespeicher und Lademöglichkeiten für diesen. Zum Beispiel wird in der Branche bereits Li-Ion-Technik bei kleinen Lagertechnikgeräten erfolgreich eingesetzt, da hier die kleinen und leichten Batterien viele Vorteile versprechen. Bei größeren Maschinen, wie beispielsweise Frontstapler, sind genau diese Vorteile eher nachteilig. Grundsätzlich können wir feststellen, dass der Markt und vor allem das Bewusstsein der Kunden noch sehr an den konservativen Antrieben hängen und aktuell auf die bewährte Technik setzen. In den nächsten Jahren wird aber sicherlich der Wandel weiter vorangetrieben und auch neue Designansätze der Technik werden sich weiterentwickeln, so dass eine schrittweise Verdrängung von den klassischen Elektroantrieben mit den konventionellen Energiespeichern stattfinden kann. UniCarriers arbeitet hier schon lange mit der Li-Ion-Technik von Nissan Forklift, die aus der Automobilentwicklung stammt. Sobald der Markt diese Technik annimmt, wird auch aus unserem Hause die Serienfertigung um diese Energiespeicher und der Technologie ergänzt. Vielleicht nicht in fünf Jahren, aber sicherlich in zehn bis fünfzehn Jahren, sind neue Konzepte vom Markt akzeptiert und standardmäßig etabliert.

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Toyota: Serienreife Lithium-Ionen-Geräte

Julia Isert, Toyota Material Handling
„Toyota forscht seit ­vielen Jahren an ­Brennstoffzellen auf Wasserstoffbasis.“Julia Isert, Toyota Material Handling

„Anfang des Jahres hat Toyota Material Handling erstmals serienreife Lagertechnikgeräte auf Lithium-Ionen-Basis vorgestellt“, erläutert Julia Isert, Maketingleiterin Toyota Material Handling Deutschland: „Die Markteinführung steht unmittelbar bevor, wofür es gute Gründe gibt: Dank extrem kurzer Ladezeiten sind die Geräte für intensive Einsätze im Mehrschichtbetrieb wie geschaffen. Außerdem fällt die Energiebilanz des Gesamtsystems deutlich besser aus – und das bei einer deutlich verlängerten Lebensdauer der Batterie. Als Alternative forscht Toyota außerdem seit vielen Jahren an Brennstoffzellen auf Wasserstoffbasis. Bis daraus ein tragfähiges Konzept für die Zukunft geworden ist, sind in unseren Ziel­märkten jedoch noch erhebliche In­vesti­tionen in eine entsprechende Infrastruktur nötig.“

„Beim Diesel-Hybridstapler sind wir schon weiter – bisher werden unsere Geräte aber nur in Japan produziert und vertrieben. Wie der Name schon sagt, verbindet der Hybrid das Beste aus zwei Welten: kurze Tankzeiten und ein problemloser Dauerbetrieb auf der einen Seite sowie deutlich weniger Emissionen und eine niedrigere Lärm- und Vibrationsentwicklung auf der anderen. In Deutschland, wo es einen Trend zu immer leistungsstärkeren Elektrostaplern gibt, hält sich der Bedarf am Hybrid als Brückentechnologie jedoch in engen Grenzen“, so Isert weiter.

Linde: Fokus Wasserstoff

Dr. Ralf Dingeldein, Linde
„Verbrennungsmotoren ­werden aufgrund ihrer Vorteile noch lange Zeit eingesetzt werden.“Dr. Ralf Dingeldein, Linde

„Alternative Antriebstechniken haben für uns ein großes Zukunftspotential, erklärt Dr. Ralf Dingeldein, Bereichsleiter Neufahrzeuge Linde Material Handling: „Jedoch gehen wir von einer schrittweisen Markteinführung aus, an deren Ende wir keine vollständige Substitution der konventionellen Antriebe erwarten. Das heißt, auch Verbrennungsmotoren werden aufgrund ihrer Leistungskraft, Robustheit und Wirtschaftlichkeit noch lange Zeit eingesetzt werden, zumal sie über weiteres, vielversprechendes Optimierungspotenzial verfügen. Elektrostapler könnten sich mittelfristig zur bevorzugten Antriebsart entwickeln, wenn es gelingt, die Kosten der Akkumulatoren zu senken und ihre Leistung zu steigern. Lithium-Ionen-Akkus, die Linde zurzeit zur Serienreife in Lagertechnikgeräten entwickelt, werden dabei einen erheblichen Beitrag leisten. Aufgrund der hohen Kosten sind sie jedoch noch nicht überall in der Praxis wirtschaftlich einsetzbar. Sehr gute Zukunftschancen hat auch der Energieträger Wasserstoff. Linde hat bereits serienreife Produkte entwickelt und testet aktuell weitere in Feldversuchen, um sie längerfristig wettbewerbsfähig zu machen. Beispiele sind das Forschungsprojekt  „E-LOG Bio­fleet“, bei dem insgesamt zehn Niederhubwagen mit Brennstoffzellen-Hybridantrieb bei DB Schenker in Linz/Österreich getestet werden, sowie der Feldversuch mit wasserstoffbetriebenen Gabelstaplern und Routenzugschleppern bei BMW im Werk Leipzig für die dortige Produktion von BMW i-Automobilen.“

Kontakt: Linde Material Handling GmbH D-63743 Aschaffenburg Tel.: 0 60 21/99-0 Fax: 99-15 70 E-Mail: [email protected] www.linde-mh.de

Toyota Material Handling Deutschland GmbH D-30853 Langenhagen Tel.: 05 11/72 62-0 Fax: 72 62-1 37 E-Mail: [email protected] www.toyota-forklifts.de

UniCarriers Germany GmbH D-46149 Oberhausen Tel.: 02 08/65 67-0 Fax: 02 08/65 67-2 41 www.atlet.com/de

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