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Artikel und Hintergründe zum Thema

Stapler & Komponenten

In Zukunft öfter elektrisch

Seehafen Kiel Stevedoring GmbH

Seit diesem Jahr sind die neuen Elektrostapler mit sechs bis acht Tonnen Tragfähigkeit von Linde Material Handling auf dem Markt. Damit werden Flurförderzeuge mit elektrischem Antrieb auch für Unternehmen wie die Seehafen Kiel Stevedoring GmbH interessant, die aufgrund der höheren Traglasten traditionell verbrennungsmotorische Stapler im Einsatz haben. Man steht am Kai und staunt. Knapp dreihundert Meter lang, 32 Meter breit und knapp 60 Meter hoch ragt die „Orchestra“ über der Kaimauer auf. Morgens hat das Kreuzfahrtschiff der italienischen Reederei MSC am Kieler Ostuferhafen festgemacht. Noch am gleichen Tag um 19.00 Uhr sticht sie wieder in See.

Eingespielte Logistik am Fuße des Ozeanriesen

Rund 100 Mitarbeiter, darunter Einweiser, Besatzungsmitglieder, Hafenpersonal und Sicherheitskräfte sorgen dafür, dass die Be- und Entladung des weißen Riesen wie am Schnürchen funktioniert. Ab 9.00 Uhr kommen die ersten Lkw mit neuem Proviant am Kai an.

20 bis 30 Fahrzeuge, vom kleineren Transporter bis zum langen Kühlzug, bringen Nachschub an Lebensmitteln, Getränken, Hygieneartikeln und vielem mehr. Eine wichtige Funktion innerhalb der Logistikkette übernimmt die rote Flurförderzeug-Flotte. Drei bis vier Dieselstapler mit acht Tonnen Tragfähigkeit der Marke Linde und weitere sechs, zum Teil gemietete Dieselstapler mit 3,5 Tonnen Tragfähigkeit sorgen dafür, dass Gepäckstücke, Abfallbehälter und Paletten mit Proviant schnell und sicher zwischen Schiff und Lkw hin und her transportiert werden.

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Elektrostapler
Elektrostapler mit sechs bis acht Tonnen Tragfähigkeit

Besondere Bedeutung kommt dabei den großen Staplern Linde H80 zu. Denn an ihren Gabelzinken hängt ein rund drei Meter hohes, 1,4 Tonnen schweres, vorne offenes und an den Seiten mit Netzen bespanntes Gestell, das als Lastenaufzug zwischen Kaimauer und den drei Meter tiefer liegenden Versorgungsluken fungiert. Entladen werden die Lkw und Transporter mit den kleineren Dieselstaplern Linde H35. Am Kai erfolgt dann die „Übergabe“: Waren und Güter werden im Gestell abgelegt und anschließend vom großen Linde H80 zur Wasserkante gebracht und absenkt. Der Osthafen wird an rund 20 Tagen im Jahr von den schwimmenden Hotels angesteuert. In der übrigen Zeit bleibt der Kai weiterhin dem Güterumschlag vorbehalten. Dann werden in den zwei jeweils 10.000 Quadratmeter großen Hallen des Fracht- und Logistikzentrums vor allem Forstprodukte umgeschlagen.

Gestell am Stapler fungiert als Lastenaufzug

Gelöscht wird die Schiffsladung vorwiegend im RORO-Verfahren mit Hilfe von Zugmaschinen, die über eine 30 Meter breite Heckrampe in das Schiff fahren und das Holz oder andere Güter herausziehen. Für das Handling am Kai stehen drei Reach Stacker und ein Schwerstapler mit 16 Tonnen Tragfähigkeit bereit. Den Transport in den Hallen des Fracht- und Logistikzentrums sowie die Be- und Entladung von Lkw und Bahnwaggons übernehmen zwölf Dieselstapler mit 8-Tonnen Tragfähigkeit und zwei Dieselstapler mit 5-Tonnen Tragfähigkeit.

Erster Elektrostapler vor Ort

Vor kurzem hat die Flotte weiteren Zuwachs bekommen: einen Elektrostapler Linde E80/900 mit 8 Tonnen Tragfähigkeit und einem Lastschwerpunkt von 900 Millimetern. Zunächst ist er nur probehalber im Einsatz: in einem Langzeittest über mehrere Monate möchte die Hafengesellschaft herausfinden, ob zukünftig ein gewisser Teil der Flotte mit dieser Antriebsvariante ausgestattet werden kann. Seit Juli 2015 ist die Linde-Neuentwicklung im Einsatz und verrichtet die gleichen Arbeiten, die auch die Verbrenner tun. „Bisher sind wir mit dem Gerät sehr zufrieden, so dass wir den Elektrostapler wahrscheinlich übernehmen“, sagt Beyer. Vorsorglich wurde der Elektrostapler vom Linde-Vertragspartner Jetschke bereits so konfiguriert, dass er ins Anforderungsprofil des Hafens passt. Auf die Frage, warum man sich dazu entschlossen hat, einen Elektrostapler zu testen, nennt Beyer die Bestrebungen des Seehafens Kiel, noch grüner zu werden.

Bessere Sicht, fehlende Geräusche Der Elektrostapler Linde E80/900 ist der derzeit stärkste, elektrisch angetriebene Frontstapler im Produktprogramm von Linde. Er ist seit Anfang 2015 auf dem Markt. Die beiden Staplerfahrer Jan-Phillip Köhler und Ole Gebert vom Seehafen Kiel sind von ihrem neuen Arbeitsgerät sehr angetan und loben das leise Fahrgeräusch und die erhöhte Sitzposition, welche eine gute Sicht ermöglicht, sowie den hohen Komfort des Staplers. Leistungsunterschiede zum Dieselstapler konnten sie hingegen nicht feststellen. Er fährt mit seinem Arbeitsgerät sechs bis sieben Stunden am Stück und lädt die Batterie bei Bedarf in der Mittagspause zwischen, beispielsweise, wenn er über einen längeren Zeitraum Lasten transportiert, die an die Tragfähigkeitsgrenze heranreichen. Auch der Batteriewechsel nach Schichtende klappt reibungslos. Aufgrund der positiven Erfahrungen ist es sehr wahrscheinlich, dass in naher Zukunft noch mehr Elektrostapler am Ostuferhafen ihre Runden drehen. „Schritt für Schritt werden wir den Anteil an Elektrostaplern erhöhen“, ist sich Beyer sicher.

Heike Oder

Kontakt:

Seehafen Kiel GmbH & Co. KG D-24103 Kiel Tel.: 04 31 / 98 22-0 E-Mail:

Linde Material Handling GmbH D-63743 Aschaffenburg Tel.: 0 60 21 / 99-0 E-Mail: info@linde-mh.de www.linde-mh.de

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