Software
Software für Lagerverwaltung bietet Optimierungs- und Einsparmöglichkeiten
Unternehmen, die ihre Prozesse auf den Prüfstand stellen und nach Optimierungs- und Einsparmöglichkeiten suchen, finden in der Intralogistik ein lohnendes Betätigungsfeld. Dabei rückt auch die Lagerverwaltung in den Blick.
Effizienz ist das Stichwort der Stunde: Viele Unternehmen analysieren die Prozesse entlang der gesamten Wertschöpfungskette mit dem Ziel, Kosten zu sparen und eine höhere Produktivität zu erreichen. Dabei steht häufig die Intralogistik im Fokus, und das mit gutem Grund: Hier sind in der Tat Effizienzpotenziale zu erschließen.
Nach Angaben von Axxom kann man z. B. allein durch die Bündelung von Kommissionieraufträgen eine 10 bis 25% höhere Kommissionierleistung erreichen. Das heißt konkret: Kundenaufträge mit ähnlichen Artikel- und Auftragsstrukturen werden zusammengefasst, um Wege zu verkürzen. Eine andere Effizienzmaßnahme ist das Multi-Order- Picking, mit dem man Wegezeiten um 20 bis 60 % verkürzen kann.
Die Hardware der Kommissionier- und Lagertechnik muss für solche Optimierungsmaßnahmen oft gar nicht verändert werden. Hier können also allein durch verbesserte Software und veränderte Abläufe erhebliche Effizienzgewinne erzielt werden. Somit gerät die Lagerverwaltung in den Blick. Das sehen die Anwender offenbar auch so, denn die Stände der Anbieter von Lagerverwaltungssystemen (LVS) auf der LogiMAT waren gut besucht.
Nach Angaben von Innolog waren dabei vor allem flexible Lösungen gefragt, die manuelle, teil- und vollautomatische Prozesse integrieren, skalierbar sind und sich zukunftsorientiert erweitern lassen. Ein weiterer Faktor ist die Durchgängigkeit: Stand-alone-Lösungen sind weniger gefragt. Daher hat Innolog mit MoTIS eine LVS entwickelt, die die gesamte Wertschöpfungskette der Intralogistik abdeckt.

Das System beginnt beim Einkauf von Roh- und Verpackungsmaterial und endet erst mit der automatischen Erstellung von Versandpapieren. Mit den Modulen Mo- TIS MFR und FLS stehen Programmbausteine für Materialfluss und Staplerfunk zur Verfügung. So können manuelle Transporte und alle Arten von Hebezeugen und Flurförderzeugen in den innerbetrieblichen Transport eingebunden werden. Über die Visualisierungsfunktionen weiß der Lagerbetreiber stets Bescheid z.B. über die Auslastung der Anlagen und Fahrzeuge.
IT-gestütztes Logistik-Controlling Auch bei Jota berichtet man von großem Interesse an kostensparenden ITLösungen für die Intralogistik. Geschäftsführer Klaus Piechotta: „Wir sind überrascht, wie viele Interessenten die Einsparpotenziale des Logistik- Controllings nutzen wollen, denn eigentlich ist die Logistik ja ein Stiefkind des Controllings. Die Kosten in der Produktion sind transparent, aber kaum ein Betrieb weiß genau, welche Kosten die einzelnen Logistikabläufe verursachen. Dies trifft ganz besonders die Branche der Logistik-Dienstleister, denen somit ein entscheidendes Werkzeug zum Aufbau eines Wettbewerbsvorsprungs fehlt.”
Hier setzte das Modul Cassis-VNK für die Vor- und Nachkalkulation logistischer Leistungen an, das Jota als Neuheit auf der Logimat präsentierte. Das Modul nutzt die im Warehouse Management- System Cassis-WMS gesammelten Daten und bringt Kosten- Transparenz in die logistischen Abläufe. Ein Tool, das man gut für die Optimierung der Prozesse in Lager und Versand nutzen kann.
Software für die SAP-Direktanbindung Für Unternehmen, die mit SAP-Standardsoftware arbeiten, ist eine Direktanbindung der Lagerlogistik ans SAP-System sinnvoll. Auf diese Aufgabe hat sich IGZ spezialisiert. Bisher standen schon automatisierte Lagerlogistiksysteme für SAP Extended Warehouse Management (EWM) und SAP Logistics Execution System (LES) zur Verfügung. Nun erweitert IGZ seinen SAP-Automatisierungsfokus um die SAP-Module Manufacturing Execution (SAP ME), Manufacturing Integration and Intelligence (MII) sowie Transportation Management TM. Diese Module ermöglichen eine nochmals breitere Integration von SAP und automatisierter Lagertechnik und schaffen so die Voraussetzung für Transparenz im Logistikprozess, ohne dass man Subsysteme oder Middle ware benötigt. Mit den Software-Modulen lassen sich Systeme der automatisierten Lagertechnik wie Hochregal- und Kleinteilelager, Fahrerlose Transportsysteme, Elektrohängebahnen, Pick-by/to-Light-Anlagen, Pickby- Voice-Systeme sowie RFID-Technologie in die SAP SCE-Standardsoftware einbinden. Praxisbeispiel: Integration von ERP und LVS Wie die Praxis funktioniert, zeigt das Anwenderbeispiel des Wurstherstellers Hans Kupfer & Sohn. Das Unternehmen war nach einem Großbrand gezwungen, seine Fabrikationsanlagen einschließlich der Lagerlogistik neu aufzubauen. Zum damaligen Zeitpunkt setzte man SAP ERP ECC 6.0 ein. Um künftig auch im Logistikbereich mit einer direkt in SAP integrierten IT-Architektur arbeiten zu können, favorisierte Kupfer im Rahmen des Wiederaufbaus den Einsatz eines zentralen und vollständig in SAP ERP abgebildeten SAP LES. Das neue automatische Paletten- Hochregallager sollte direkt in SAP ERP integriert werden.

IGZ erstellte für diese Aufgabe ein Konzept und übernahm zugleich das gesamte SAP-Customizing, die SAP-Entwicklung sowie die direkte Integration der automatisierten Lagertechnik- Komponenten. Dazu zählen neben den vier vollautomatischen Regalbediengeräten im Palettenlager auch die sich über zwei Ebenen erstreckende Behälter- und Paletten-Fördertechnik, zwei automatische Querverfahrwagen, 35 ampelgesteuerte Versandbahnen im Warenausgang, automatische Paletten-Prüf-, Stretch- und Etikettierstationen und Konfektionier- Arbeitsplätze für A- und B-Artikel.
Auch die RFID-Gates und -Lesegeräte zur automatischen Wareneingangserfassung beziehungsweise Datenauslesung in der Konfektionierung wurden in die SAP-Software eingebunden. Seit der Umsetzung dieses Konzeptes der SAP LES- Direktanbindung an die automatisierte Lagertechnik profitiert Kupfer u.a. von einer verbesserten, weil sequenzgerechten und automatisierten Touren-Bereitstellung.
Die Versandbahnen können jetzt mehrfach mit verschiedenen Aufträgen belegt werden. Die Mitarbeiter verladen die Waren tourengerecht anhand einer Ampel-Signalsteuerung, die an jeder Versandbahn angebracht ist. Darüber hinaus konnte das Unternehmen seine Überbestände reduzieren – und die Logistikkosten je Verkaufseinheit sind niedriger als zuvor. So tragen durchgängige IT-Prozesse in Lager und Versand zur Kosteneinsparung bei.
Axxom Software AG, www.axxom.de IGZ Logistics & ITGmbH, www.igz.com Innolog GmbH, www.innolog.de Jota GmbH, www.jota-gmbh.com SAP AG, www.sap.com










