Logistik-Dienstleister

Kontraktlogistik mit Spitze

Der niederländische Dessous-Hersteller Hunkemöller und Hellmann Worldwide Logistics verlängern ihre Zusammenarbeit bis 2022 um weitere fünf Jahre. Im Zentrum der zukünftigen Zusammenarbeit steht ein neues Logistikkonzept.

Fotos: Hellmann Worldwide Logistics
Fotos: Hellmann Worldwide Logistics

Bereits seit 2009 verantwortet Hellmann am Standort Osnabrück das Fulfillment für Hunkemöller und erbringt neben den klassischen Warehouseleistungen, Lagerung, Kommissionierung und Versand auch Value Added Services sowie die Retourenabwicklung.

Mit zehn Mitarbeitern gestartet, arbeiten heute bis zu 140 Hellmann Mitarbeiter für Hunkemöller und kümmern sich um Onlinebestellungen aus weiten Teilen Europas. Ein Ende des Wachstums ist nicht in Sicht. Bis 2022 will der internationale Wäschehersteller, der zur Carlyle Group mit Sitz in Washington D.C. gehört, das Versandvolumen im Onlinegeschäft verdreifachen und damit sein tägliches Auftragsvolumen auf bis zu 43.000 Aufträge ausbauen. Hierfür werden bis zu 200 Mitarbeiter benötigt.

„Was sich sehr ambitioniert anhört, ist für uns gar nicht so weit weg“, erklärt Marcel Winkler, Niederlassungsleiter am Hellmann Standort Osnabrück. „Bislang hat Hunkemöller seine Ziele immer vollumfänglich erreicht, daher rechnen wir tatsächlich mit einer Verdreifachung des Versandvolumens“, so Winkler weiter. Hierfür sprechen auch die positive Konjunktur und die konsumfreundliche Stimmung der Haushalte in weiten Teilen Europas. Die Digitalisierung tut ihr Übriges und beflügelt den Onlinehandel weiter.

Anzeige

Über alle Grenzen hinweg einkaufen und das rund um die Uhr: Cross-Border und neue Zustellkonzepte auf der letzten Meile bieten enormes Potenzial für Hersteller und Händler, stellen logistische Prozessketten zugleich aber vor große Herausforderungen. Hinzu kommt, dass Kunden heute Logistik erwarten, die nicht nur alle Kanäle abdeckt, sondern das auch Services wie Click-and-Collect oder Click-and-Return zum Standard gehören. Die Grenzen zwischen B2B und B2C verschwimmen immer weiter, Omnichannel ist Realität.

Gesucht: verlässlicher Partner für eine starke Marke

„Eine starke Marke, hochwertige Qualität, kurze Lieferzeiten und ein exzellenter Service sind im Onlinehandel wichtige Zutaten, um positive Kauferlebnisse zu schaffen und die Kundenzufriedenheit zu steigern. Aus diesem Grunde brauchen wir einen verlässlichen Logistikpartner, den wir in Hellmann gefunden haben,“ kommentiert Gijs van Engelen, Director Omnichannel Hunkemöller.

Um mit dieser Entwicklung Schritt zu halten und gleichzeitig Raum für innovative und individualisierte Mehrwertleistungen zu schaffen, werden künftig weite Teile der Warenausgangsabläufe im Logistikzentrum der Firma Hellmann automatisiert. Auch das Arbeitszeitmodell wird auf ein Zweischichtmodell an sechs Tagen in der Woche erweitert. Zudem wird die Lagerabwicklung innerstädtisch verlagert, da der bisherige Hellmann e-Commerce Standort an seine Grenzen stößt. Neues Zuhause für Hunkemöller wird das 30.000 m² große Multi-User Logistikzentrum in Osnabrück, um der ambitionierten Entwicklung von Hunkemöller Rechnung zu tragen.

Im Mittelpunkt des neuen Logistikkonzeptes steht eine Behälterfördertechnikanlage, die auf einer Länge von etwa 500 Meter den Kommissionierbereich (Fachbodenregalanlage) mit dem Versand verbindet und personalintensive Transportprozesse weitestgehend überflüssig macht. Zwei übereinander angeordnete Strecken regeln den Fluss von Material und Leergut und können bis zu 1.500 Fördergüter pro Strecke und Stunde transportieren.

Fachbodenanlage mit individuell anpassbaren Zonen

Kommissioniert wird zweistufig. Diese Strategie ermöglicht eine hohe Verdichtung des kleinteiligen Warensortiments im Pickprozess. Hierbei wird die gesamte Menge eines Artikels von einem Kommissionierer gepickt, mit dem Effekt, dass Anzahl Zugriffe und Wegeanteil am Kommissioniervorgang minimiert werden. Durch eine Unterteilung der Fachbodenanlage in individuell anpassbare Zonen wird zudem ein optimaler Ressourceneinsatz gewährleistet.

Logistikanlage von Hellmann
Schematisch ist hier die Logistikanlage von Hellmann für Hunkemöller dargestellt. Fotos: Hellmann Worldwide Logistics

Jede Warenbewegung wird durch einen Scan begonnen und beendet und in Echtzeit an das Lagerverwaltungssystem (LVS) übertragen. So ist jederzeit ersichtlich, wo und in welchem Status sich ein Artikel befindet. Umständliches Papierhandling und Sekundäraufwendungen (Rückbuchungen von IST-Daten etc.), die typisch für eine beleggestützte Arbeitsweise sind, entfallen damit.

Die fertigen Kommissionierbehälter werden in der Fachbodenregalanlage auf die Fördertechnik aufgegeben und staudrucklos an die Sortierstränge transportiert. Entlang der Sortierstränge befinden sich die Sortierstationen mit einer Kapazität von 120 Aufträgen pro Station. Dort werden die Aufträge per Pick to Light zusammengestellt und die Rechnungen zugeordnet. Durch das Scannen der Barcodes von Artikel, Zielbehälter und Rechnung werden Vertauschungen bei der Zuordnung vermieden.

Anschließend werden die Aufträge an die Verpackungsstraßen transportiert, wo sie für den Versand vorbereitet werden. Leere Kommissionierbehälter werden über die Rückführstrecke zurück in die Fachbodenanlage zur erneuten Kommissionierung befördert. Das Transportziel der Behälter wird vom LVS vorgegeben, das per Schnittstelle mit der SPS-Steuerung der Fördertechnik verbunden ist. Die SPS-Steuerung scannt dafür an sämtlichen Entscheidungspunkten die Behälteretiketten, transferiert die Daten an das LVS und führt die Nachrichten des LVS aus.

Speziell für Onlineversand entwickelte Kartons

Im Warenausgang werden die Behälter von der Fördertechnik genommen und für den Versand vorbereitet. Einzelaufträge werden in die von Hunkemöller speziell für den Onlineversand entwickelten Kartons verpackt. Click-and-Collect-Aufträge für den stationären Handel werden ausgeschleust, gesammelt und pro Händler zu einer Sendung gebündelt. Eine Spiralrutsche transportiert die Pakete zu den Verladestationen. Alle Pakete werden hierbei gescannt und anhand des Versandlabels der richtigen Endstelle zu sortiert. Über Scherenrollbahnen, die an die Spiralrutsche angedockt sind, fließen die Pakete schließlich direkt in die bereitstehenden Verladebrücken.

Und für den Fall, dass beim Shoppen nicht nur das Lieblingsstück dabei war, kümmern sich Hellmann Mitarbeiter ebenfalls um die Retouren. Um dem steigenden Auftragsvolumen hier Rechnung zu tragen, wurde zusätzlich in eine Foliermaschine investiert, die bis zu 1.200 Artikel in der Stunde automatisch einfolieren kann.

„Um das Wachstum von Hunkemöller weiterhin gewährleisten zu können, war es notwendig, unsere Logistikprozesse auf den Prüfstand zu stellen und neu auszurichten. Der konsequente Schritt in die Automatisierung verbunden mit einem intelligenten Personalkonzept legt dabei den Grundstein für die erfolgreiche Zusammenarbeit“ beschreibt Stefan Porcher Chief Operating Officer Contract Logistics, Hellmann.

  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige

Intralogistik

TGW automatisiert Intersport-Hub

Intersport Frankreich hat in Saint-Vulbas bei Lyon ein neues hochautomatisiertes Verteilzentrum in Betrieb genommen. Die von TGW Logistics realisierte Anlage soll das Wachstum des Sportartikelhändlers unterstützen, saisonale Spitzen abfedern und die...

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Jetzt Newsletter abonnieren