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Alexandra Hose,

Lieferkettenreport 2025: Zwischen Anpassung, Preisanstieg und leisem Optimismus

Der reichelt-Lieferkettenreport 2025 zeigt: Unternehmen kommen besser mit den Herausforderungen globaler Lieferketten zurecht, doch der Preisdruck nimmt stark zu.

© stock.adobe.com/Graph Studio

Zwar berichten noch immer 83 Prozent der befragten deutschen Industrieunternehmen von Beeinträchtigungen durch Engpässe, ein Drittel sogar von starken, doch die Zahl der Produktionsstillstände sinkt kontinuierlich. In diesem Jahr waren es im Schnitt nur noch 27 Tage (30 Tage im Vorjahr und 35 im Jahr 2021). Auch die Beschaffung von Bauteilen wird inzwischen weniger kritisch eingeschätzt: Nur noch 25 Prozent der Unternehmen bewerten den Einkauf als schwierig, fast die Hälfte blickt sogar optimistisch in die nächsten zwölf Monate.

Ganz unproblematisch ist die Lage jedoch nicht. Vor allem Halbleiter bereiten mit 44 Prozent der Nennungen wieder mehr Schwierigkeiten als im Vorjahr, gefolgt von Ersatzteilen und Sensoren. Auch Batterie- und Computertechnik werden kritischer bewertet. Gleichzeitig stellen steigende Preise die größte Belastung dar: 79 Prozent berichten von höheren Kosten, deutlich mehr als noch 2024. Hinzu kommt wachsender Konkurrenzdruck durch günstigere Anbieter.

Um widerstandsfähiger zu werden, haben viele Unternehmen ihre Lieferketten diversifiziert oder stärker auf europäische Zulieferer gesetzt. In den letzten Jahren haben etwas mehr als die Hälfte (52%) bereits ihre Lieferantenbasis verbreiter“, weitere 44 Prozent planen dies. Weiterhin haben 46 Prozent zu lokaleren Lieferanten gewechselt, um unabhängiger von globalen Lieferketten zu sein. Ebenso viele haben Maßnahmen ergriffen, um die Cybersicherheit in der Lieferkette zu erhöhen und sich so vor Angriffen zu schützen.

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© reichelt elektronik

Automatisierung: Erfolg und Herausforderungen

Um die Resilienz der Lieferketten weiter zu stärken, investieren deutsche Unternehmen zusätzlich in die Automatisierung. So haben 38 Prozent im letzten Jahr in Automatisierungslösungen für ihre Lieferkette investiert, während weitere 41 Prozent dies für das nächste Jahr planen. Zudem nahmen 43 Prozent Optimierungen an bereits bestehenden Lösungen vor.

Einen weiteren wichtigen Hebel sehen sie in der Automatisierung: Schon 38 Prozent haben im letzten Jahr investiert, 41 Prozent planen dies. Besonders verbreitet sind Lösungen in der Bestandsverwaltung, Auftragsabwicklung und Sendungsverfolgung. Doch hohe Investitionskosten, Integrationsprobleme und Abhängigkeiten bremsen den Fortschritt.

Die politische Lage bleibt ein Unsicherheitsfaktor. Der Krieg in der Ukraine, neue US-Zölle und Spannungen im Handel mit China wirken belastend. Hoffnung setzen viele Unternehmen dagegen auf Europa: Knapp die Hälfte hat neue Handelsbeziehungen innerhalb der EU aufgebaut und fordert von der Politik weniger Bürokratie, Förderprogramme sowie die Entkopplung von kritischen Abhängigkeiten.

Christian Reinwald, Head of Product Management & Marketing bei reichelt elektronik © reichelt elektronik

„Wenn uns die letzten fünf Jahre eines gelehrt haben, dann, dass wir in einer Zeit des Umbruchs leben“, resümiert Christian Reinwald, Head of Product Management & Marketing bei reichelt elektronik. „So schnell, wie sich die Lieferkettensituation ändert – durch Pandemien, Kriege, Handelskonflikte oder andere unvorhergesehene Ereignisse – so schnell müssen sich auch Unternehmen ändern und anpassen. Automatisierung oder smarte Lieferketten-Lösungen können sie dabei unterstützen und für den Rest gilt das Motto: einen kühlen Kopf bewahren und durchhalten. Hier zeigt sich die große Resilienz der Unternehmen, denn knapp ein Drittel (59%) sind heute in Bezug auf die wirtschaftliche Situation ihres Unternehmens positiver gestimmt als zur gleichen Zeit im letzten Jahr.“

Im Rahmen der fünften veröffentlichten Studie von OnePoll im Auftrag von reichelt elektronik, wurden 500 deutsche Industrieunternehmen zur Lieferkettensituation befragt. 

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