Freight Tracking

Die Zukunft der digitalen Qualitätssicherung

Freight Quality Tracking ist ein neuer Service der BLG Logistics, mit dem Qualitäts-, Orts- und Statusdaten der Fracht echtzeitnah überwacht werden können. Mit Hilfe der präzisen Analyse und Auswertung der Daten kann bei Verspätungen, Beschädigungen oder gar Verlusten des Transportguts unmittelbar eingegriffen und die Transportkosten niedrig gehalten werden.

© BLG Logistics

Spätestens seit der Havarie des Frachters „MSC Zoe“ ist der Ruf danach, Container mit Sensoren auszustatten, nicht mehr zu überhören. Wie viele Container tatsächlich über Bord gegangen sind und wo sie sich jetzt befinden, lässt sich im Nachhinein nur mühselig nachzeichnen. Den Ozeanografen des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) stehen hierfür ­lediglich Basisdaten, wie die Position des Containerriesen und der genaue Zeitpunkt des Ladungsverlustes zur Verfügung.

Das Thema Sensorik steht auch beim Seehafen- und Logistikdienstleister BLG Logistics hoch im Kurs. Es bildet nicht nur den Rahmen für die Aktivitäten auf der diesjährigen LogiMAT, sondern findet sich in ganz konkreten Innovations- und Forschungsthemen wieder. Jakub Piotrowski, Leiter des Zentralbereichs für Nachhaltigkeit und Digitalisierung, blickt ­gespannt auf die Messe: „Vom 19. bis zum 21. Februar stellen wir erstmalig Erkenntnisse aus Projekten vor, die sich mit Sensor-basierten Dienstleistungen auseinandersetzen.“ Die Intention ist es, eine neue digitale Dienstleistung zur ­Er­höhung der Transparenz in der Supply Chain zu generieren. Ein herausragendes Projekt ist das Freight Quality ­Tracking. Das Projekt verfolgt das Ziel, mehr Transparenz in die Lieferkette zu bringen. Das ist insbesondere vor dem Hintergrund des weiterhin rasant steigenden Containerumschlags von ­Bedeutung. Über 90 Prozent der weltweit gehandelten Waren werden heute auf dem Seeweg abgewickelt.

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Vorteile des Freight quality tracking

• Die Lieferkette wird transparenter und effizienter für alle
Beteiligten
• Einfache Handhabung der Sensoren und der
ausgewerteten Daten
• Material- und Informationsfluss können synchronisiert
werden
• Bei Abweichungen kann frühzeitig eingegriffen werden
• Zustände können dokumentiert, verursachergerecht
zugeordnet und verbessert werden

Lieferanten, Länder, Logistik-Dienstleister, Kunden:
Alles wird immer komplexer

Gleichzeitig steigt die Komplexität der Lieferketten stetig. „Die Herausforderung ergibt sich zum einen aus der wachsenden Anzahl der Logistikdienstleister, Lieferanten, Kunden, Länder und Transportwege. Zum anderen steigen auch die Erwartungen der Kunden an die Qualität, den Preis und die Zeit“, ist sich ­Jakub Piotrowski sicher. Laut einer Studie der Initiative für Global Excellence in Supply Chain Operations, betrachten Industrieunternehmen die Variantenvielfalt in zunehmendem Maße als Erfolgsfaktor. Heute sind Logistikunternehmen daher noch mehr denn je gefordert, intelligente Lösungen für eine kundenorientierte Logistik zu bieten, denn die Digitalisierung verändert die ­Logistik und ihre Prozesse massiv.

Das Freight Quality Tracking ist eine neue Dienstleistung der BLG Logistics, die genau auf diese Erwartungen eingeht. Mit dem Freight Quality Tracking arbeitet BLG Logistics an einem smarten Service zur lückenlosen Überwachung der Waren. Hierfür werden echtzeitnah Orts- und Zustandsdaten der ­Produkte in der Lieferkette ermittelt. Freight Quality Tracking ist Bestandteil einer umfassenden Digitalisierungs-Offensive mit der BLG Logistics einer ­smarten Logistik der Zukunft entgegensteuert. 2018 wurde der Zentralbereich „Nachhaltigkeit und Digitalisierung“ hierfür neu aufgestellt. Er bündelt die zahlreichen Aktivitäten, die BLG Logistics entwickelt und fördert, weil sie auf den Erfolg des Unternehmens sowohl heute als auch in Zukunft einzahlen. Neben Nachhaltigkeitsthemen und Forschungsprojekten zählen dazu Logistik 4.0 und 100-Tage-­Projekte. In einem der 100-Tage-Projekte entstand auch die Idee zum Freight Quality Tracking.
So komplex wie die Lieferketten, so indi-viduell sind auch diepassenden Lösungen. Deshalb beginnt die Dienstleistung von BLG bereits mit der Auswahl des Sensors. „Wir haben zahlreiche Sensorhersteller ge­­tes­tet. Jeder hat unterschiedliche Stärken, die je nach Anforderung des Kunden nützlich sind“, erläutert Laura Weingarten, Business Development Managerin im Bereich Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Neben Luftfeuchtigkeit, Tem­peratur und Position sind Licht und Erschütterungen Einflussfaktoren, die Auswirkungen auf die Qualität und Pünktlichkeit der Ware haben können. Ob und in welchem Ausmaß die Faktoren relevant sind, ermittelt die BLG individuell mit dem jeweiligen Kunden.

Echtzeitnahe Frachtdaten
Der Sensor wird dann entweder direkt am Packstück oder am Container montiert. Die aufgezeichneten Daten über den ­Zustand und die Position der Ware können anschließend ­echtzeitnah übermittelt werden. Über die Cloud-basierte Plattform kann der Kunde jederzeit die Orts- und ­Zustandsdaten seines Frachtguts einsehen. Mit diesen Daten können ad-hoc Maßnahmen ergriffen werden oder im ­Nachhinein die Routen und Prozesse ausgewertet und ­verbessert werden.

Die ermittelten Daten werden dem Kunden nicht einfach nur bereitgestellt, sondern können intelligent miteinander verknüpft, ausgewertet und visualisiert werden. BLG hat hierfür eine eigene ­IoT-Plattform programmiert, ­auf der die Daten des Sensors ausgewertet werden. „So kann beispielsweise nach­vollzogen werden, ob und in welchem Maße die Kühlkette unterbrochen wurde“, hebt Laura Weingarten hervor. ­Zustände können nicht nur dokumentiert werden, sondern das ­Datenportal gibt auch Auskunft darüber, an welcher Stelle ein ­Problem aufgetaucht ist. Dieses Wissen ist besonders nützlich, um Fehlerquellen festzustellen und Prozesse zu verbessern.

Ziel des Freight Quality Trackings ist es, eine bessere ­Übersicht über die Lieferkette zu bekommen und schneller eingreifen zu können, falls etwas auf der Transportroute nicht reibungslos verläuft. Erreicht ein Container beispielsweise nicht rechtzeitig das Schiff, kann der Kunde schon frühzeitig ­ein­greifen und entscheiden, mit welchen Maßnahmen ­auf­wendige Nacharbeiten oder sogar ein Produktionsstillstand verhindert werden können. Das Projekt steht nun kurz vor der Marktreife. In der ­aktuellen Testphase überprüft BLG Logistics gemeinsam mit interessierten Kunden, die für sie besten Sensoren. Ein Sensor am Container wäre auch im aktuellen Fall der Havarie der MSC Zoe erster Schritt in die richtige Richtung gewesen.

Über die Autoren:

Jakub Piotrowski ist Leiter der Zentralbereichsabteilung „Nachhaltigkeit und Digitalisierung“ der BLG Logistics. Seit dem 1. November 2018 werden dort die verschiedenen Aktivitäten, die alle auf den Erfolg des Unternehmens heute und in Zukunft einzahlen, zusammengeführt. Dazu zählen Digitalisierungs- und Logistik 4.0-Projekte ebenso wie Forschungsprojekte und Nachhaltigkeitsthemen.

Laura Weingarten ist ­Business Development Managerin. Sie ist spezialisiert auf das Thema Sensorik in der Supply Chain und steuert das Förderprojekt SaSCh seitens der BLG. Die Vision des Projektvorhabens SaSCh ist es, ein System für eine vernetzte, intelligente Supply Chain zu entwickeln, das qualitäts- und zustandsrelevante Daten ­durch-
gängig erfasst.

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