Lager- und Regalsysteme
Vom Schuppen zum High-End-Gebäude
Lagerhallen müssen heute mehr sein als reine Aufbewahrungsgebäude. So werden sie oft mit Solaranlagen oder anderen Features ausgestattet. Materialfluss gibt einen exklusiven Überblick über den Stand der Dinge. In den letzten zwanzig Jahren haben sich die Energiepreise nahezu verdoppelt. Eine ähnliche Entwicklung ist auch in Zukunft zu erwarten. Mehr als 60 % der benötigten Energie entfällt auf die Sektoren Gewerbe, Handel und Dienstleistungen für das Betreiben von Gebäuden. Mögliche Maßnahmen zur Energieeinsparung betreffen sowohl die Wärmedämmung und Heizung als auch die Warmwasserbereitung, Klimatisierung, Lüftung oder Beleuchtung. Dabei bekommen ökologische Gesichtspunkte eine zunehmende Bedeutung. Wenn etwa ein neues Betriebsgebäude errichtet wird, sollte auch das Energiekonzept wohl durchdacht sein.
„Die Fortschritte bei der Nutzung regenerativer Energien haben hier attraktive Möglichkeiten geschaffen“, sagt Siegfried Apenbrink, Goldbeck GmbH. Energieeffizientes Bauen und technische Energiekonzepte stehen u.a. bei dem Lagerhallenhersteller Goldbeck- Gruppe im Vordergrund. Das Spektrum reicht von energieoptimierten Fassadenbauelementen über den Einsatz von Kraft-Wärmekopplung bis zur regenerativen Energiegewinnung.
Durch die Elementbauweise mit hohem Vorfertigungsgrad lassen sich Objekte mit hohem Qualitätsstandard kostengünstig realisieren. Zusätzlich bietet der modulare Aufbau eine hohe Anpassungsflexibilität bei sich ändernden Nutzungsanforderungen. Einen weiteren Zusatznutzen bietet der Hersteller durch die Planung, Installation und Betreuung groß- flächiger Flachdach-Solaranlagen. Ein spezielles Unterkonstruktionsverfahren soll eine hohe Montage- und Betriebssicherheit gewährleisten.
Für die Männer Group in Bahlingen errichtete Goldbeck z.B. eine Halle, die nicht nur mit Erdwärme beheizt, sondern über eine von der Goldbeck Solar GmbH installierte Photovoltaikanlage auf dem Dach mit Strom versorgt wird. Pro Jahr erzeugen 1672 Solarmodule rund 285 000 Kilowattstunden umweltfreundlichen Strom. Damit können rund 86 Haushalte versorgt werden. So bleiben der Umwelt etwa 165 Tonnen des klimaschädlichen Treibhausgases Kohlendioxid erspart.
Um den Energieverbrauch in gewerblich genutzten Gebäuden weiter zu senken, hat auch Schaffitzel Holzindustrie aus Schwäbisch Hall eine entsprechende Halle entwickelt. Die Konstruktion besteht aus einem Holzskelett mit einem Bogenbinder als Tragsystem. Die Grundfläche misst 20 m x 30 m bei einem Binderabstand von 5 m. Davon ist ein Feld mit 10 m x 20 m für Ausstellung und Büro vorgesehen. Dieser Bereich verfügt zusätzlich über ein Obergeschoss. Bei der Ausführung dieser Halle nach Passivhausstandard ist zwar eine Heizungs- und Lüftungsanlage erforderlich, jedoch in stark reduziertem Umfang, so der Hersteller.
Deutlich weniger Heizkosten Der Passivhausstandard soll die Heizkosten um bis zu 70 Prozent senken, in Niedrigenergiebauweise bis zu 40 Prozent. Je nach Bedarf und Einsatz der Halle können die Einzelkomponenten zusammengestellt und energieeffizient errechnet werden. Das Konzept auf der Basis des Passivhausstandards beruht grundsätzlich auf der Reduzierung von Wärmeverlusten und einer möglichst effektiven Nutzung von durch Sonnenenergie erzeugter Wärme.
Um solare Wärmegewinne zu realisieren, sollte sich die Ausrichtung der Halle nach Süden orientieren. Eine Verschattung durch Bäume oder andere Gebäude sollte vermieden werden. Ebenfalls entscheidend für den Nutzungsgrad bzw. die Energieausbeute ist ein kompaktes Gebäude. Auch das Unternehmen Solar-Wall hat sich auf die Nutzung der Sonnenenergie für Logistikimmobilien spezialisiert. Die von SolarWall entwickelten Systeme eigen sich besonders für Hochregallager mit ihren großen Wand- und Dachflächen, aber auch für Gebäude in konventioneller Bauweise.
Im Wesentlichen bestehen die Systeme aus einer Kombination einer in die Gebäudestruktur integrierten Photovoltaikanlage mit einer Solarwand. Durch Sonneneinstrahlung entstehen auf der Oberfläche dunkel beschichteter Trapezbleche Wärmepolster, die durch eine feine Perforation in den Blechen hinter die Fassade gesaugt und am oberen Ende der Fassade als erwärmte Luft gesammelt werden.
Die Sonne nutzen Dort lässt sich die Luft über Lüftungsmonoblöcke für Heizung und Lüftung weiter verwenden. Die vorgewärmte Luft wird im einfachsten Fall durch einen Lüfter mit Temperaturdifferenzschaltung in das Gebäue geblasen und bei Bedarf nachgewärmt. Sie kann aber auch über Wärmetauscher geführt oder über Rohrsysteme unter der Betonbodenplatte von Neubauten als Fußbodenheizung genutzt werden.
Zum Heizen mit Luft reicht bereits eine Temperatur von 20 oC, die ein Solarwand- Luftkollektor schon bei geringer Einstrahlung erzielt. Je nach Sonneneinstrahlung entstehen Kollektor-Temperaturen, die 5 bis 30 oC über der Außentemperatur liegen. Bei zu hohem Temperaturniveau wird die Frischluft über Klappen direkt von außen angesaugt.
„Solarwände funktionieren auch bei bedecktem Himmel und im Winter”, unterstreicht Dipl. Kfm. Robert Seidemann, Vertrieb Solar-Luft-Kollektoren.
Durch den Wirkungsgrad einer Solarwand bis zu 70 % lasse sich ein großer Teil der Sonnenenergie nutzen. Energiesparende Hallen mit Fundamenten bis zur Schlüsselübergabe bietet auch die Graeff Container & Hallenbau GmbH an. Die für alle Hallen des Lieferprogramms angebotene Energiespar- Bodenplatte „Futura“ vereinigt die drei Gewerke Fundament, Heizung und Estrich/ Industrieboden. Damit verringern sich sowohl die Bauzeit als auch die Baukosten.
Weitere Kostenvorteile entstehen durch die Energiespar-Potenziale dieser Bodenplatte. Während in herkömmlich beheizten Hallen oft ein großer Teil der Energie unter dem Hallendach verpufft, soll das im Boden eingelassene Heizsystem hauptsächlich den Arbeitsbereich erwärmen. Die Energiezufuhr lässt sich dosieren. Für große Stützenweiten bis zu 80 m eignet sich die Gigant-Halle von Graeff. Zudem lassen sich Hallen jeglicher Dachform, mit unterschiedlichen Traufhöhen oder stützenfreien Spannweiten, Isolierungen und Toren aus dem Produkt-Baukasten zusammenstellen.
Futura Fundamentsysteme GmbH E-Mail: [email protected] www.futura-energiesparen.de Goldbeck GmbH, E-Mail: [email protected] www.goldbeck.de Graeff Container und Hallenbau GmbH E-Mail: [email protected] www.graeff-gmbh.de Schaffitzel Holzindustrie GmbH + Co.KG E-Mail: [email protected] www.schaffitzel.de SolarWall Robert Seidemann E-Mail: [email protected] www.solarwall.de
Sparsame Bodenplatte Weitere Potenziale zur Energieeinsparung bei Logistik-Immobilien verspricht die Energie- Spar-Bodenplatte der Futura Fundamentsysteme GmbH, die besonders für Hallen von Gewerbe- und Industriebetrieben geeignet sein soll. Der Anbieter erstellt die Fundamente für die Tragkonstruktion und die gedämmte Bodenplatte, zumeist mit einer integrierten Flächenheizung, bevor die Halle aufgestellt wird. Die Betonoberfläche wird geglättet und ist als Industriefußboden voll einsatzfähig.









