FTS
Hightech von E&K Automation für die Milchindustrie
Die kürzlich eröffnete Frischmilchmolkerei von Arla im britischen Aylesbury gilt als die weltweit größte und modernste. Bis zu einer Milliarde Liter Milch von britischen Landwirten werden hier pro Jahr verarbeitet. Auch beim innerbetrieblichen Warentransport setzt Arla neue Maßstäbe: EK Automation, marktführend im Bereich Fahrerlose Transportsysteme (FTS) in Europa, realisierte für Arla eine Anlage mit einer Flotte von 75 maßgeschneiderten Transportfahrzeugen.
Das ambitionierte Produktionsziel von bis zu einer Milliarde Liter Frischmilch pro Jahr motivierte auch die Spezialisten von EK Automation bei der Anlagenentwicklung zu Höchstleistungen. „75 fahrerlose Transportfahrzeuge fahren im 9.000 m2 großen Kühlhaus im Rund-um-die-Uhr-Betrieb bis zu 12.000 Transporte pro Tag“, erklärt Dr. Hubertus Wabnitz, verantwortlicher Projektleiter bei EK Automation. „Dabei keine Stauungen und Verzögerungen aufkommen zu lassen, das war die größte Herausforderung bei diesem Projekt“, so Wabnitz.

Im Schnitt erreicht zurzeit alle 15 bis 30 Sekunden eine Ladung Frischmilch das Kühlhaus. Dort steht sie für den Weitertransport zu den LkwRampen oder aber zur kurzzeitigen Einlagerung im Blocklager bei Temperaturen unter 5 °C bereit. Möglich wird der hohe Warendurchsatz durch die Leitsteuerung OS 700 mit integriertem TransportManager, maßgefertigte, besonders wendige Fahrzeuge und insgesamt 18 vollautomatische Batterieladestationen, die von den Fahrzeugen eigenständig angefahren werden.
Höchstleistung durch maßgefertigte Fahrzeuge
In nur dreimonatiger Entwicklungszeit entstand bei EK Automation in Rosengarten ein zu 100 Prozent auf die Bedürfnisse des Kunden zugeschnittener Fahrzeugtyp. Denn es gibt eine englische Besonderheit beim Milchtransport: die sogenannten Tetratainer. Dabei handelt es sich um mannshohe, Kühlregalkompatible Gitterboxen auf Rädern, in denen die in PET-Flaschen abgefüllte Milch an die Supermärkte ausgeliefert wird. Der eigens für diese Aufgabenstellung konstruierte Fahrzeugtyp ECO L05 nimmt jeweils zwei der im befüllten Zustand bis zu 250 kg schweren Gitterboxen auf. Schnell und wenig transportiert er sie an ihren Bestimmungsort.
Über EK Automation
EK Automation ist, mit 20 Prozent Marktanteil für installierte Anlagen in Europa und mit 9.000 Fahrzeugen in 1.000 Anlagen weltweit, der führende europäische Anbieter von Komplettlösungen für Intramobilität und Fahrerlose Transportsysteme (FTS). Ziel ist, die Lösungen wirtschaftlich wie sozial passgenau auf die Bedürfnisse des Kunden abzustimmen und die Effizienz und Qualität der Produktion signifikant zu steigern. Gestartet 1980 als 2-Mann- Ingenieurbüro, hat das Unternehmen heute 180 Mitarbeiter an den Unternehmensstandorten in Rosengarten und Reutlingen, in den Tochterfirmen in der Tschechischen Republik, Italien und Großbritannien sowie in den Vertriebsbüros in Schweden, Dänemark, Frankreich und Benelux. EK Automation ent wickelt jedes Jahr rund 40 umfassende FTS mit über 250 Fahrzeugen für flexiblen Transport, Einund Auslagerung, Kommissionierung und Montage. Die FTS von EK Automation werden in nahezu allen Branchen eingesetzt: Automobil-, Nahrungs- und Genussmittelin dustrie, Druck und Papier, Krankenhaus, Aerospace, Maschinenbau, Kunststoff, Verpackung, Chemie, Holz und Handel.
Die 75 Fahrzeuge im Einsatz werden mittels Lasernavigation durch das Lager gesteuert. Die Leitsteuerung koordiniert bis zu 300 Transportaufträge gleichzeitig und gewährleistet eine optimale Verkehrsregelung der Fahrzeugflotte, so dass keine Stauungen entstehen. Eine Besonderheit ist die kontinuierliche Routenoptimierung durch das einzigartige „Dynamic Weighting of Transport Route“-Tool. Tritt auf dem vorgesehenen Fahrweg ein Stau auf, dann wird vom Leitsystem eine neue, freie Route berechnet und nachfolgend das Fahrzeug umdirigiert.
Das Fahrerlose Transportsystem in Aylesbury ist das weltweit größte mit leistungsstarken Li-Ionen Batterien im Industrieansatz. Die Batterien versorgen die Fahrzeuge für maximal 13 Stunden mit Energie. In der Praxis fahren die Fahrzeuge die insgesamt 18 Batterieladestationen immer dann eigenständig und flexibel an, wenn sie kurzzeitig nicht ausgelastet sind. Langwierige Unterbrechungen durch die Ladezeiten entfallen somit.
Personenschutz-Laserscanner für optimale Sicherheit

Das Thema Sicherheit ist in einem Kühlhaus mit hoher Aktivität der Fahrzeuge und gleichzeitig hoher Geschwindigkeit von bis zu 1,5 m/s besonders wichtig. Hochsensible Personenschutz- Laserscanner des Marktführers Sick vorne und hinten an den Fahrzeugen garantieren die Sicherheit der Mitarbeiter. Vor einem möglichen Hindernis erfolgt zunächst ein sanftes Abbremsen. Rund einen halben Meter vor dem Hindernis kommt das Fahrzeug dann zum Stehen.
Als besonderes technisches Feature wurde auf Kundenwunsch ein sogenannter „Höflichkeits-Knopf“ am Fahrzeug integriert: Begegnen sich ein Fahrzeug und ein Mitarbeiter an einer engen Stelle der Lagergasse, weicht das Fahrzeug per Knopfdruck zurück auf den Hauptkurs aus und lässt den Operator problemlos passieren. Im Anschluss wird der Transportauftrag ganz normal wiederaufgenommen.
Das Projekt im Überblick
Kunde: Arla Foods UK Einsatzgebiet: Molkerei / Automatisierung des Kühllagers Einsatzort: Molkerei Aylesbury, Buckinghamshire, England Fahrzeug: 75 x ECO L05 Tragfähigkeit: 2 x 250 kg Führungstechnik: Lasernavigation Energieversorgung: Li-Ionen Batterien, automatische Aufladung Kommunikationstechnik: WLAN Leitsteuerung: OS 700, mit übergeordnetem EK Transport-Manager Sicherheitstechnik: Sick Personenschutz-Laserscanner vorne und hinten
„Wir freuen uns, mit unserer fahrerlosen Anlage einen Beitrag zu dieser hochmodernen, zukunftsorientierten Molkerei zu leisten“, erklärt Nils Berger, Geschäftsführender Gesellschafter von EK Automation. „Das Konzept ist passgenau auf die Bedürfnisse des Kunden zugeschnitten und steigert die Produktivität so signifikant, dass sich die Investitionen zeitnah auszahlen werden.“
Graham German, verantwortlicher Projektleiter bei Arla Foods, ergänzt: „Schon der erste Test des Fahrzeug-Prototypen hat uns überzeugt. Kein einziger Fehler, keine zeitliche Verzögerung – fast unwirklich gut.“
Angelehnt an die Roboter aus der britischen Science-Fiction-Kultserie „Doctor Who“ werden die Fahrzeuge unternehmensintern auch scherzhaft „Daleks“ genannt. „Wir sind sehr stolz auf diese Supertechnik made in Germany“, so Graham German.
Kontakt: Arla Foods UK plc UK-LS10 1AB Leeds Tel. 00 44 / 1 13 / 3 82 70 00 E-Mail: [email protected] www.arlafoods.de
E&K Automation GmbH D-21224 Rosengarten / Nenndorf Tel.: 0 41 08 / 41 66-0 E-Mail: [email protected] www.ek-automation.com










