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Artikel und Hintergründe zum Thema

Förder- und Hebetechnik

Daniel Schilling,

Systemtuning für die Frischelogistik

Maximale Effizienz, Performance und Anlagenverfügbarkeit – diesen Vorgaben der Bell Food Group folgend hat Stöcklin Logistik das bestehende, vollautomatische Hochregallager in Oensingen erweitert und modernisiert.

Dabei wurden drei neue Regalbediengeräte installiert sowie vier in die Jahre gekommene durch modernste Boxer-Technologie inklusive Anti-Pendel-Software ersetzt. Ergänzend sind neue Fördertechnikstrecken mit integrierten Behälter-Staplern als Rundlauf eingebracht worden.

Auf Geraden und in Kurven ist auf der Fördertechnik stündlich ein Durchsatz von rund 1.200 Behältern möglich. © Stöcklin

Das Projekt ist Teil eines groß angelegten Investitionsprogramms für den Standort Oensingen im Kanton Solothurn. Mit diesem verfolgt die Bell Food Group das Ziel, die Leistungsfähigkeit im Bereich Fleischwaren weiter zu steigern. Im Fokus stehen unter anderem eine verstärkte Automatisierung der Produktionsprozesse sowie eine effizientere Frischelogistik. Folglich wurde initial mit dem Ausbau und der Modernisierung des seit 2005 betriebenen Hochregallagers begonnen, in dem portionierte Frischfleischprodukte bis zur Auslieferung zwischengelagert werden.

"Das anhaltende Wachstum brachte die Intralogistik immer mehr an ihre Leistungsgrenzen", berichtet Stöcklin-Projektleiter Remo Cueni. "Daher hat Bell die Option eines Ausbaus des bestehenden Hochregallagers für Frischeprodukte gezogen. Gleichzeitig zeigte sich, dass ein Retrofit bei den vier von Beginn an im Einsatz befindlichen Regalbediengeräten nicht die gewünschte Leistung bringen würde. Stattdessen war ein kompletter Austausch erforderlich, um die erforderliche Anlagenverfügbarkeit zu erreichen."

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In diesem Kontext überzeugten sowohl die modular konzipierten, energieeffizienten und hochperformanten Boxer-Kleinteilegeräte als auch die bei der Bell Schweiz erstmals zur Anwendung kommende Anti-Pendel-Software. Sie verhindert leistungsbeeinträchtigende Mastschwingungen an den rund 20 Meter hohen Regalbediengeräten und macht Anti-Pendel-Antriebe, mit denen die vorhandenen RBG zuvor ausgestattet waren, überflüssig. "Diese Einsparung ermöglicht eine schnelle Inbetriebnahme, im Fall von Bell waren es nur drei Tage inklusive Anlagentests", unterstreicht Remo Cueni. Folglich fallen auch weniger Kosten für die Anschaffung und die zukünftigen Wartungsarbeiten an.

3 + 4 automatische Kleinteilegeräte an Fremd-WMS angebunden

Die Erweiterung umfasste die Installation einer neuen dreigassigen Regalanlage auf einer Länge von knapp 20 Metern mit Stellplatzkapazitäten für 29.232 Behälter bei doppeltiefer Lagerung. In Spitzen erzielen die mit Hilfsmast, einem kameraüberwachten Lastaufnahmemittel mit 2 mal 50 Kilogramm Nutzlast sowie Anti-Schwingungs-Software, Feinfachpositionierung und Netzrückspeisung ausgestatteten Kleinteilegeräte jeweils 65 Doppelspiele pro Stunde. Die Kopplung an das ERP- bzw. Warehouse Management System (WMS) von CSB-Systems erfolgte über eine Schnittstellensoftware, sodass ein ungehinderter Informations- und Kommunikationsfluss gewährleistet ist. Über eine Stand-alone-Visualisierung lässt sich zudem der Geräte-Status jederzeit abrufen.

Über eine Stand-alone-Visualisierung lässt sich der Gerätestatus jederzeit abrufen. © Stöcklin

Vor der Einbringung der analog ausgelegten, ebenfalls rund 20 Meter hohen Boxer-D1-Regalbediengeräte im Bestandslager sind nach Demontage der vorhandenen Fremdanbieter-RBG zunächst neue Fahrschienen verlegt worden. Um die Produktion aufrecht zu erhalten und um eine hohe Verfügbarkeit zu gewährleisten, erfolgte der Austausch der RBG etappenweise.

Hochleistungsfördertechnik als verbindendes Element über zwei Ebenen

Know-how und Erfahrung waren auch bei der Erweiterung der angebundenen Behälterförderanlage gefragt, die das vollautomatisch arbeitende, um drei Gassen erweiterte Hochregallager sowohl mit der Zerlegerei als auch dem Warenausgang verbindet. Neu sind jeweils ein Rundlauf im Erd- und Obergeschoss mit Anschluss an die vorhandene Fördertechnik. Der im Obergeschoss befindliche Rundlauf verfügt über zwei Behälterstapler für die Einlagerung und einen Behälterentstapler für die Auslagerung.

Auf Geraden und in Kurven ist auf der Fördertechnik stündlich ein Durchsatz von rund 1.200 Behältern möglich, bei den Hubumsetzern sind es im gleichen Zeitraum etwa 1.000 Ladungsträger. Spitzenwerte von 410 werden auch beim Stapeln von Behältern erreicht. Sämtliche E2-Behälter mit den Abmessungen 600 mal 400 mal 200 Millimeter sind mit zwei RFID-Tags, die zusätzlich mit Barcode und der Gebinde-Nummer bedruckt sind, gekennzeichnet und somit auch eindeutig rückverfolgbar. Eine Verknüpfung von Transponder- und Gebinde-Nummern ist über das Warehouse-Management-System (WMS) realisiert. Bei gestapelten Gebinden wird immer das untere der beiden gelesen. Die Verknüpfung der Stapel ist ebenfalls im WMS hinterlegt.

Wachsende Anforderungen agil und zuverlässig meistern

Für die Bell Food Group ist die Modernisierung und Erweiterung des bestehenden Hochregallagers ein wichtiger Schritt zur Sicherung der Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit im Hauptmarkt Schweiz. Weitere strategisch gesetzte Optimierungs- und Ausbaumaßnahmen im Produktions- und Logistikumfeld folgen.

"Neben hoher Leistung war für Bell insbesondere eine maximale Anlagenverfügbarkeit von Relevanz", weiß Projektleiter Remo Cueni. "Diese garantieren wir bei der Stöcklin Logistik AG durch den hohen Eigenfertigungsgrad der bewährten, robust ausgeführten Produkte, die am Produktionsstandort Laufen in der gewohnten Schweizer Präzision hergestellt werden." Nicht minder von Bedeutung sind kurze Reaktionszeiten im Störungsfall mit einer 24-Stunden-Erreichbarkeit an 365 Tagen im Jahr. Auf das bei diesem Projekt erneut unter Beweis gestellte und äußerst wichtige Branchen-Know-how von Stöcklin setzt Bell auch bei der Ausstattung des neuen Frische- und Tiefkühl-Zentrums in Oensingen.

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