Ergonomisch heben

Rollenhandling leicht gemacht

Papier und Folien bestimmen unser tägliches Leben. Sei es der Karton vom neu gekauften Schreibtisch, oder die Sicherheitsfolie in der Autoscheibe. All diese Materialien werden auf großen Rollen hergestellt, die nach ihrer Produktion vom Band ins Lager oder für den Transport auf eine Palette gestapelt werden müssen. Aufgrund des hohen Gewichts, dürfen die Rollen oft nicht getragen werden. Hier kommen die Rollenhandling-Geräte der Double Ju International Ltd. zum Einsatz.

© Die Geräte von Double Ju ­ermöglichen ein effizienteres Rollenhandling.

Das im Jahre 2006 von Werner und Jürgen (= Double Ju) Schmidt gegründete Unternehmen hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Rollenhandling für die Industrie zu vereinfachen. Die Rollenhandling-­Geräte von Double Ju International heben, wenden und kippen Rollen mit einem Gewicht von 30 Kilogramm bis zu 30 Tonnen. Die Handling-Systeme sorgen dafür, dass die Rollen unbeschädigt von A nach B transportiert werden und die Mit­arbeiter ergonomisch und effizient arbeiten können. Denn laut gesetzlichen Vorgaben dürfen Frauen 20 Kilogramm und Männer 25 Kilogramm regelmäßig heben, sodass eine Produktion der Rollen nur im kleinen Format möglich ist. Aber auch bei diesem Gewicht kann ein regelmäßiges Anheben der Rollen zu gesundheitlichen Problemen führen. Hier spielen die Rollenhandling-Produkte von Double Ju International ihre Vorteile aus, durch ihren Einsatz wird die Gesundheit der Mitarbeiter geschont. Da die Rollen nicht mehr von Hand transportiert werden müssen, können größere Rollen hergestellt werden, die Anlagenproduktivität kann so gesteigert werden.

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Unterschiedliche Einsatzszenarien möglich
Zum Einsatz kommen die rein mechanischen und einfach zu wartenden Geräte in unterschiedlichen Bereichen: In produ­zierenden und verarbeitenden Betrieben von Papier und Kunststofffolien oder auch in der Druck- und Verpackungsindustrie. Rollenhandlingsysteme sind überall dort zu finden, wo Hohlkörperrollenmaterial bewegt oder gewendet werden muss. So auch der neue Gelenk-Rollenwender für die Aufnahme und Wendung von Rollen. Der Wender hat die Aufgabe, Rollen nach ihrer Produktion in der horizontalen Lage anzuheben, ­auf­zunehmen, zu wenden und an definierter Stelle wieder ab­zu­legen. Rein mechanische, langlebige, stabile und wartungsfreie Elemente waren hier die Kernanforderungen an das Projekt.

Der Gelenk-Rollenwender ist an einer Aluminiumkran­schiene an der Decke befestigt, an der das Gerät durch eine Arbeitskraft von A nach B durch den Raum geführt werden kann. Mittels eines motorbetriebenen Kettenzugs lässt sich der Rollenwender senken und heben. Ein Sicherheitsspanndorn sorgt für die Aufnahme der Rollen, indem er in den Hohlraum der Rollen reingreift. Die Spannschalen ­werden durch einen Handgriff an der Bedien­einheit zurückgezogen, sodass der Spanndorn in die Rollenhülse eingeführt werden kann. Durch das Loslassen des Handgriffes spannen sich die Spannschalen von allein, sodass die Rolle fest auf dem Spanndorn sitzt. Durch einen verstellbaren Ring kann der Spanndorn wahlweise auf die Rollenbreite angepasst werden. Dies hat zum Vorteil, dass mit einem Spanndorn unterschiedliche Rollenbreiten aufgenommen werden können. Mittels des Kettenzuges wird der Spanndorn mit der ­Rolle hochgezogen. Durch einen einfachen Handgriff lässt sich die Schwenkarmarretierung öffnen und die Rolle über den Schwenkarm um 90 Grad wenden. Anschließend rastet dieser automatisch ein. Gesteuert wird das komplette System einhändig per Schalter über einen Führungsgriff. Im leeren Zustand wird der Rollenwender durch einen Arretierbolzen im Aufhängeschlitten gesichert, der vor der Inbetriebnahme zu lösen ist.

Automatischer Lastausgleich
Eine Herausforderung, auf die die Entwickler stießen, war das Ausgleichen des Gewichtes der Rolle nach ihrer Aufnahme sowie in der horizontalen und vertikalen Stellung im Leerzustand. „Ohne ein Ausgleichsystem wäre die Vorrichtung für den Arbeiter nicht sicher“, erklärt Philipp Schmidt, Vertriebsleiter der Double Ju International Ltd. „Rollen könnten nicht präzise und zuverlässig aufgenommen, gedreht und abgelegt werden.“ Daher entschieden sich die Entwickler, zunächst eine aufwendig geschweißte Aluschiene einzusetzen, auf der händisch die verschiedenen Positionen des Gerätes arretiert werden mussten. Diese Lösung erwies sich jedoch aufwendig und kostenintensiv. „Aufgrund vorheriger positiver Erfahrungen mit den Energieketten- und Leitungsprodukten von igus wandten wir uns vertrauensvoll an das Unternehmen und fanden schnell eine für uns passende Lösung“, erläutert Philipp Schmidt die Entscheidung. „Mit der drylin WSX Hochprofilschiene haben wir jetzt eine günstige, technisch einfache und wartungsfreie Lösung im Einsatz, die zugleich optisch elegant ist.“ Die Schiene mit Schlitten wird zum automatischen Lastausgleich eingesetzt, sodass ein manuelles Ausrichten obsolet wurde.

Rollengewichte bis zu 200 Kilogramm
Der Schlitten gleitet dank schmiermittelfreier iglidur J200 Lineargleitlagerfolie aus Hochleistungskunststoffen leichtgängig auf der Aluminiumschiene und verfährt automatisch mittels eines Seilzugbalancers an die drei verschiedenen Positionen. „Den Seilzug zum Ausbalancieren des Rollenwenders konnten wir einfach in den Hohlraum der Schiene integrieren. Der Schlitten hält durch die Linearlagerfolien mit sehr gutem Widerstand an den verschiedenen Positionen“, führt Schmidt aus. Beim Senken in horizontaler Stellung des Leer­gerätes fährt der Schlitten bis zum Endanschlag der Schiene. Nach Aufnahme der Rolle gleitet der Schlitten bis zum obersten Anschlag. Bei Aufnahme einer Rolle in der Vertikalen verfährt der Schlitten auf den mittleren Arretierblock, um das Gewicht auszugleichen. Die drylin Schiene und Schlitten besitzen den erforderlichen Widerstand, um Rollengewichte bis zu 200 Kilogramm des Rollenwenders tragen zu können.

Kundenspezifische Auslegung und individuelles Zubehör
Der Rollenwender mit automatischem Lastausgleich unterstützt ein gesundes Arbeiten. Bisher hat Double Ju International zwei Prototypen in unterschiedlichen Größen für verschiedene Rollentypen entwickelt. Je nach Kundenwunsch wird der Rollenwender individuell ausgelegt und mit weiterem Zubehör beliefert. Verkauft wurde der Rollenwender bereits an ein großes Pharmazieunternehmen. Dort läuft das Gerät im täglichen Einsatz und funktioniert nach über sechs Monaten und 8.500 Lastspielen einwandfrei.

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