Flurförderzeuge
Klein, aber oho
Hubwagen stehen oft im Schatten ihrer „großen Brüder“, der Stapler. Doch es gibt auch in diesem Bereich Neuigkeiten. Vor allem beim Thema Ergonomie haben sich die Hersteller einiges einfallen lassen.

Es hat sich eine Menge getan bei den Hubwagen. Viele Verbesserungen, die sich schon bei den Staplern durchgesetzt haben, sind nun auch bei den Hubwagen angekommen. Und es gibt sogar Bereiche, in denen die Hubwagen Vorreiter sind: So hat etwas Jungheinrich einen elektrisch angetriebenen Deichsel-Hubwagen als weltweit erstes serienreifes Flurförderzeug mit Lithium-Ionen-Technologie ausgestattet. „Unser Lithium-Ionen-Fahrzeug ist die konsequente Weiterentwicklung eines Technologietrends aus unserem Konzeptfahrzeug, das wir auf der CeMAT 2008 dem Fachpublikum vorgestellt hatten. Ich freue mich über die zügige Umsetzung dieser Antriebstechnologie. Die ersten Feldtests laufen bereits“, sagt Hans-Georg Frey, Vorsitzender des Vorstandes der Jungheinrich AG. Eine Bestellung dieser Lithium-Ionen-Fahrzeuge ist bereits seit Sommer 2011 möglich.
Der wesentliche Vorteil der Lithium-Ionen-Technologie im Elektro-Deichsel-Gabelhubwagen Typs EJE 112i liegt laut Dr. Klaus-Dieter Rosenbach, Vorstand Technik bei Jungheinrich, in der Batterie. Die wiegt nur noch etwas über 14 kg und reduziert das Gewicht des EJE112i um etwa 150 kg, verglichen mit dem Basisfahrzeug. Durch den höheren Wirkungsgrad der Lithium-Ionen-Batterie bei geringerer Masse des Fahrzeuges verbessert sich der Energieverbrauch deutlich.
Insgesamt wiegt das neue Lithium-Ionen-Fahrzeug von Jungheinrich inklusive Batterie nur noch 289 kg – eine Gewichtsreduktion von mehr als 30 Prozent. „Diese Fahrzeuglösung verbindet die Robustheit und die Wirtschaftlichkeit unserer Elektro-Gabelhubwagen mit den Vorteilen der zukunftsweisenden Lithium-Ionen-Technologie“, so Dr. Klaus-Dieter Rosenbach.
Was dazu kommt: Wer kleinere und leichtere Batterien einbaut, senkt den Platzbedarf des Batterieraums und spart dadurch an den Abmessungen des Fahrzeuges. Das vereinfacht die Nutzung des Fahrzeuges auf engstem Raum, wie auch in gewichtssensiblen Bereichen wie Ladebordwänden. Das L2-Maß des EJE 112i, die Länge einschließlich des Gabelrückens, liegt bei nur noch 425 mm. Der EJE 116-120 misst immerhin 494 mm.
Die Lithium-Ionen-Technologie in Elektro-Gabelhubwagen überzeugt durch einfaches und intuitives Batteriehandling. Die Batterie hat die Form eines Aktenkoffers mit integrierten Tragegriffen. Aufgrund ihres geringen Gewichtes ist sie ohne Probleme manuell zu handhaben. Ein speziell entwickeltes Ladegerät, das auf der Hochfrequenz-Ladetechnologie basiert, sowie extra für den Einsatz des EJE 112i angepasste Ladekennlinien garantieren schnelle Ladefähigkeit und kurze Ladezeiten. Dies ermöglicht die flexible Nutzung des Fahrzeuges auch im Mehrschichteinsatz. Die Batterie ist innerhalb von 80 Minuten komplett geladen. Auch das Zwischenladen ist jederzeit möglich. So können in nur 30 Minuten etwa 50 Prozent der Batteriekapazität aufgenommen werden.
Die Kundenbedürfnisse im Blick
Die Batterie ist zudem komplett wartungsfrei. Personalkosten für bei Blei-Säure-Batterien notwendige Wartungen entfallen ebenso, wie Kosten für eine Ladeinfrastruktur. Das Zusammenspiel der einzelnen Batteriezellen wird durch das integrierte Jungheinrich-Batteriemanagement überwacht und stellt den problemlosen Betrieb des Fahrzeuges sicher.
Auch Toyota Material Handling hat seine Familie der BT-Handhubwagen erweitert, um noch besser auf Kundenbedürfnisse und Wünsche eingehen zu können.

Der BT Lifter Ultra Low (LHM075UL) wurde gemeinsam mit einem führenden schwedischen Einzelhändler zum Handling von Spezialpaletten und Ladungsleisten entwickelt und zeichnet sich durch eine reduzierte Unterfahrhöhe von nur 35 mm aus. Abgeschrägte Gabelspitzen dienen als Einfahrhilfe. Damit eignet er sich besonders für Einsätze mit Einwegpaletten und Ladekanten, die immer häufiger in Containern verwendet werden. Natürlich nimmt der BT Lifter Ultra Low auch Euro-Paletten auf und verfügt über eine Tragfähigkeit von 750 kg.
Der BT Lifter Galvanisiert (LHM230G) aus galvanisiertem Stahl eignet sich besonders für mittlere, korrosive Umgebungen und bietet laut Hersteller eine kostengünstige Alternative zum BT Stainless Lifter aus Edelstahl. Dieser neue Handhubwagen ermöglicht einen effizienten Betrieb in Anwendungen, bei denen der BT Stainless Lifter nicht zwingend erforderlich ist: zum Beispiel in feuchten Umgebungen und Kühlhäusern. Das Modell verfügt zudem über eine galvanisierte Pumpeneinheit.
Der BT Lifter mit Gewichtsanzeige (LHM230WI) wurde für einfache und schnelle Wiegeanwendungen während des Lasthandlings entwickelt. Bei einer Tragfähigkeit bis zu 2.300 kg wird das Lastgewicht in 5 kg Schritten angezeigt. Die Komponenten sind eigens für den mobilen Einsatz entwickelt, so dass das Modell Stöße und Vibrationen gut abfangen kann. Auch der Batteriewechsel ist schnell und einfach mit handelsüblichen Batterien möglich. Bei Kontrollwiegungen im Wareneingang und Versand kann der BT Lifter mit Gewichtsanzeige den BT Lifter mit Waage ersetzen und Überladung vermeiden.
Mit der Pro Start Technologie (PST) weist das Vorzeigemodell von Toyota, der BT Pro Lifter, ein Alleinstellungsmerkmal im Markt auf. Eine einfache Pumpbewegung der Deichsel überträgt die Kraft auf die Lenkräder, die sich dann mit einer 1/3 Umdrehung in Bewegung setzen. Mit Hilfe des zweiten Bedienhebels lässt sich problemlos die Fahrtrichtung der Starthilfe wechseln. Türschwellen oder leichte Steigungen werden einfach und sicher mit wenigen Pumpbewegungen überwunden.
Die letzten Meter im Visier
Im Gegensatz dazu hat sich Linde Material Handling auf die Fahnen geschrieben, die letzen Meter vom Lkw zum Kunden für den Lieferanten zu vereinfachen. Mit geringer Kraftanstrengung vermag der Bediener Lasten bis zu 500 kg bequem und sicher über längere Strecken zu bewegen, auf engstem Raum zu manövrieren und mit dem Gerät über Kanten und Bordsteine zu klettern.
Die Anforderungen an den CiTi Truck zu erfüllen, der eine neue Modellklasse zwischen Handgabelhubwagen und elektrischem Niederhubwagen eröffnet, haben sich alle Anwender ins Pflichtenheft geschrieben. Ausgangspunkt war die Erkenntnis, dass Logistiklieferungen zunehmend auch (Innen-)Städte erreichen müssen, und dass Verkehrsführung, enge Straßen aber auch Hindernisse durch Parkplätze oder Bordsteine die Belieferung von Geschäften, Restaurants, Handwerksbetrieben oder Supermärkten erschweren. In den meisten Fällen werden für den letzten Kilometer der Warenzustellung Handgabelhubwagen eingesetzt, die dem Bediener körperlich einiges abverlangen.
Um die Waren vom Lkw zum Zielort zu transportieren, muss er die Gabelzinken zunächst anheben und dazu mit der Deichsel mehrfach „pumpen“. Es folgt das Ziehen und Schieben der schweren Lasten über längere Strecken allein mit Muskelkraft. Und selten ist der Fahrbahnbelag eben. Dann muss die schwere Last über Bordsteine, Rampen oder Absätze gewuchtet werden. Mit dem CiTiTruck von Linde Material Handling hat diese Schwerstarbeit ein Ende. Das leichte, aber dennoch robuste Gerät entlastet den Bediener deutlich durch den eingebauten Elektromotor, die speziellen Räder sowie die ergonomische Deichsel. Gleichzeitig sorgt der CiTi Truck für schnelle Warenzustellung und höhere Produktivität.
Der CiTi Truck ist sowohl für kleinere Sendungen geeignet, als auch für palettierte Waren mit bis zu 500 kg. Hindernisse bis zu 70 mm, wie beispielsweise Bordsteine oder Kanten, überwindet das unter 100 Kg leichte Gerät mit Röhrenstruktur mühelos. Verantwortlich dafür sind nicht zuletzt die speziell für diesen Zweck konzipierten Räder und Rollen. Das große Antriebsrad ist aus einer Art Vollgummi, die beiden hinteren Lastrollen sind schwenkbar gelagert und passen sich allen Hindernissen an. Zudem sorgen die Räder und Rollen für eine sehr geringe Geräuschentwicklung, die sich bei Warenanlieferungen in Innenstädten am frühen Morgen positiv bei den Anwohnern bemerkbar macht. Auch Rampen von bis zu 8 % Steigung lassen sich ohne Kraftanstrengung meistern.
Stichwort Technopolymer
Ebenfalls auf der CeMAT 2011 feierte der Kunststoffhubwagen I-TON seine Weltpremiere. Pramac Lifter präsentierte den weltweit ersten Handhubwagen, der bis auf wenige Einzelteile komplett aus Technopolymer gefertigt wurde. Die maximale Tragfähigkeit von 1.000 kg ist in 80 % aller Bedarfsfälle mehr als ausreichend. Sicher ist auch, dass der neu entwickelte Kunststoff-Hubwagen den Hubwagen aus Stahl nicht vollständig ersetzen wird. Allerdings eröffnen sich mit diesem Produkt laut Hersteller neue Märkte. Messebauer, Kurierfahrer oder die Mitarbeiter in den Supermärkten werden das geringe Gewicht zu schätzen wissen.

Jungheinrich AG, E-Mail: [email protected], www.jungheinrich.de
Linde Material Handling GmbH & Co. KG, E-Mail: [email protected], www.linde-mh.de
Pramac GmbH, E-Mail: [email protected], www.pramac.com
Toyota Material Handling Deutschland GmbH, E-Mail: [email protected]









