Flurförderzeuge

Martin Schrüfer,

Die Zukunft ist smart, sagt Still

Der Intralogistikanbieter Still begegnet dem allgemeinen Wandel mit einer smarten Markenausrichtung, einem erweiterten Produktportfolio und einer Fokussierung auf passgenaue Lösungen. Besondere Schwerpunkte bilden dabei die Themen Automatisierung, alternative Energien, Zirkularität und Service.

Viel Show: Produktpräsentationen aus dem Hause Still werden in der Regel aufwändig in Szene gesetzt, so auch wieder in diesem Jahr. © Still

„Nicht alles, was möglich ist, ist auch immer vernünftig“, betont Frank Müller, Senior Vice President Brand Management, während der diesjährigen Pressekonferenz von Still. Damit spielt er auf den jahrelangen Wettlauf vieler Hersteller um die höchste Ingenieursleistung und das fortschrittlichste Equipment an. „Auf die Herausforderungen unserer Zeit gibt es eben nicht nur diese eine Antwort: Neben individuellen Fahrzeuglösungen für anspruchsvolle Aufgaben – skalierbar und variierbar – werden zunehmend weniger komplexe, smarte Fahrzeuglösungen für einfache Einsatzzwecke gesucht“, beschreibt Müller. „Das kann durchaus der Stapler ohne das volle Paket an Ausstattungsvarianten sein. Ein Einstiegsgerät – fertig konfektioniert und schnell verfügbar. Wichtig dabei: keine Abstriche bei Qualität, Sicherheit oder Service!“

Neu bei Still: „Xcellence Line“ und „Classic Line”

Zukünftig wird es von Still zwei Produktlinien geben, die passgenau auf die individuellen Kundenanforderungen zugeschnitten sind: die „Xcellence Line“ und die „Classic Line“. Die Xcellence Line bietet fortschrittlichste Technik für anspruchsvolle Einsätze, variierbar und individualisierbar. Herzstück dieser Linie wird die zukünftige RXE-Serie: die nächste Generation der Elektrogabelstapler. Sie wird die bestehende RX-Reihe nach und nach in allen Gewichtsklassen ablösen und laut Still neue Maßstäbe bei der Energieeffizienz und Nachhaltigkeit setzen. In Sachen Energieeffizienz legt der neue RXE 10-16C direkt vor. So ist es möglich, den DIN EN 16796 Zyklus mit dem neuen RXE 10-16C so zu fahren, dass der Energieverbrauch um bis zu 17 Prozent niedriger ist als beim Vorgänger RX 50 – trotz höherer Fahrzeugmasse. Darüber hinaus soll das Programm an Lagertechnikprodukten ausgeweitet werden. Die Classic Line hingegen bietet Einstiegslösungen mit Fokus auf die Kernfunktionen. Mit der Classic Line wollen die Hamburger in Zielgruppen und Märkte vordringen, in denen sie bisher eher eine Nebenrolle gespielt haben.

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Neben dem Wunsch nach einfacheren Produkten und mehr Lagertechnik registriert Still bei seinen Kunden einen wachsenden Bedarf an schnell realisierbaren und skalierbaren Automatisierungslösungen. Die Herausforderung dabei: Die vorhandene Lagerstruktur ist bisher oft zu beengt und damit für eine nachträgliche Automatisierung nicht geeignet. Still will hier mit smarten Brown-Field-Lösungen Abhilfe schaffen: selbstlernende Flurförderzeuge, die auch mit ungünstigen Verhältnissen zurechtkommen, und eine smarte Trennung von Horizontal- und Vertikaltransporten mit mischbetriebtauglichen Turtles und AGV.

Ein weiteres wichtiges Handlungsfeld sieht Still in den modernen Antriebstechniken. Zug um Zug haben sich im vergangenen Jahrzehnt bei Gabelstaplern aller Gewichtsklassen rein elektrische Lösungen durchgesetzt, zumal diese in der Leistungsfähigkeit mit vergleichbaren V-Staplern gleichgezogen oder diese sogar überholt haben. Still nennt hier als Beispiel seinen elektrischen Gabelstapler RX 60. Beim elektrischen Antrieb setzt Still auch künftig auf mehrere Standbeine: Zum einen soll die Lithium-Ionen-Technologie weiter vorangetrieben werden, unter anderem mit den bereits verfügbaren On-Board-Chargern, durch die die Fahrzeuge ganz ohne Batteriewechsel auskommen. Daneben wird die preisgünstige und bewährte Blei-Säure-Technik weiterhin ihren Platz behalten.

Smarte Ladegeräte senken Energiekosten

Die aktuelle Entwicklung bei den fossilen Brennstoffen hat dem Wechsel zu rein elektrisch angetriebenen Flotten nochmals einen Schub gegeben. Mehr E-Stapler führen aber auch zu mehr Ladevorgängen. Da mit der Lithium-Ionen-Technik vermehrt Ladevorgänge zeitgleich stattfinden, meistens zum Schichtwechsel oder nach Arbeitsende, drohen in den Betrieben teure Leistungs-Peaks. Hier möchte Still seine Kunden mit einem intelligenten Energiemanagement unterstützen: Neue, smarte Ladegeräte sollen dabei helfen, Ladevorgänge intelligent zu steuern, die Last besser zu verteilen und somit Peaks zu reduzieren.

Start mit eigener Brennstoffzellen-Produktion

Das dritte und sicher innovativste Standbein ist die Brennstoffzellen-Technologie, der Still mit Blick auf die aktuellen Krisen große Chancen einräumt. Nach fast 20-jähriger Erfahrung im Rahmen von Brennstoffzellen-Projekten will das Unternehmen im kommenden Jahr eine eigene 24-V-Brennstoffzelle für Lagertechnikfahrzeuge auf den Markt bringen – produziert in Hamburg. Damit ist Still der erste Originalgerätehersteller auf dem europäischen Markt mit einer eigenen Brennstoffzellen-Fertigung. Kunden erhalten somit zukünftig nicht nur das Flurförderzeug, sondern ebenfalls die Brennstoffzelle und den dazugehörigen Service von Still – alles aus einer Hand.

Konzeptstudie: der erste zirkuläre Gabelstapler

Beim Thema Nachhaltigkeit sieht Still neben zunehmend schärferen gesetzlichen Vorgaben mittlerweile auch innerhalb der Wirtschaft eine große Dynamik. Lieferanten werden verstärkt in die Nachhaltigkeitsstrategie ihrer Auftraggeber eingebunden und sind zu substanziellen Nachweisen zum Beispiel eines positiven EcoVadis-Rankings angehalten. Auch hierauf will Still eine smarte Antwort geben: mit einer konsequenten Zirkularitätsstrategie. Sie setzt auf konsequente Abfallvermeidung und Ressourcenkreislauf in sämtlichen Bereichen, die mit der Entstehung, dem Einsatz und der Verwertung eines Still-Produktes zu tun haben. Im Zuge dieser Strategie haben die Hamburger eine Konzeptstudie vorgestellt: Der nächste RXE-Elektrogabelstapler wird laut Still der erste Stapler sein, der von Beginn an zirkulär gedacht ist – vom Design über Lieferkette und Produktion bis hin zum Einsatz beim Kunden. Die in der Studie geplanten CO2-Einsparungen sind in der Tat vielversprechend und würden zum heutigen Zeitpunkt wie folgt aussehen: 15 Prozent in der Lieferkette, 50 Prozent in der Produktion, 25 Prozent beim Einsatz.

„Making intralogistics smart. Together.“ So lautet das Motto, unter dem Still seine Ausrichtung bündelt. Frank Müller zeigt sich überzeugt: „Smarte Lösungen sind genau das, was unsere Märkte brauchen. Damit werden wir unsere mehr als einhundertjährige Geschichte in eine neue Ära führen, gemeinsam mit unseren Kunden.“

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