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Artikel und Hintergründe zum Thema

Software & Ident

Die Farbe der Software

Wer in der Intralogistik Energie und Ressourcen sparen will, sollte das Augenmerk auf die „richtige“ Software legen. Durch die Auswahl z.B. von Lagerverwaltungssystemen lässt sich die Effizienz des Materialflusses deutlich steigern.

Software & Ident: Die Farbe der Software

Materialfluss-Experten, die sich mit der Auswahl von Software für die Lagerverwaltung befassen, sollten eine Frage intensiv diskutieren: Welche Farbe steht der Software am besten? Die logische Antwort: Grün sollte sie sein.

Auch wenn der Begriff der „grünen“ Produkte und Lösungen inzwischen überstrapaziert wird, ist er bei Lagerverwaltungs-Software durchaus angebracht, wenn man den Begriff als Synonym für „energieeffizient und ressourcenschonend“ gebrauchen will. Und gerade in der Logistik sollten die Anwender eventuelle Vorbehalte gegenüber dem Einsatz grüner Technologien und Produkte schnell beiseite legen, denn die Gleichsetzung von ökonomischem und ökologischem Nutzen trifft hier – im Unterschied zu anderen Bereichen der industriellen Produktion – meistens zu.

Denn in der Logistik macht sich jede Maßnahme, die den Verbrauch von Ressourcen, den Energieaufwand und den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase reduziert und damit Umwelt sowie Klima schont, auch wirtschaftlich bezahlt. Darauf weist die CIM GmbH, Anbieter der Warehousemanagement-Software PROLAG World, hin. Fritz Mayr, Geschäftsführer des Unternehmens: „Eine gute Software, die alle Abläufe im Lager optimiert, ist deshalb ganz nebenbei bereits ‚grün‘.“

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Dennoch werden nach den Erfahrungen von CIM die Möglichkeiten, mit Hilfe des Warehousemanagementsystems Ressourcen zu schonen und den Energieverbrauch zu senken, häufig übersehen. Zum Beispiel trägt die chaotische Lagerhaltung zur Ressourcenschonung bei, weil sie den zur Verfügung stehenden Lagerraum optimal nutzt. Zudem können Waren bereits den Bestellungen entsprechend eingelagert werden. Bei der Auslagerung lassen sich somit Transportwege und Zeit einsparen. Schließlich ist es auch möglich, die Höhe der Regalfächer je nach Größe der eingelagerten Waren zu variieren. So lässt sich unnötiger Freiraum zwischen den Regallagen vermeiden. Fritz Mayr: „In Lagerhallen, in denen Artikel sehr unterschiedlicher Größen gelagert werden, besteht hier enormes Einsparpotenzial.“

Interessant sind auch die Einsparmöglichkeiten, die mit effizienteren Pickprozessen erzielt werden können. Leerfahrten von Gabelstaplern lassen sich z.B. mit Doppelspielen vermeiden. „Wenn die Doppelspiele“, so Fritz Mayr, „konsequent durch ein WMS wie ProlagWorld organisiert sind, führt das nach unserer Erfahrung im Durchschnitt zu einer Reduzierung der Staplerfahrten um ca. 40 bis 50%.“ Benötigt ein Gabelstapler für den gleichen Warenumsatz pro Tag anstatt 8 nur noch 4 Liter Dieselkraftstoff, so ist der CO2-Ausstoß – auf Berechnungsgrundlage der Daten des Bayerischen Landesamts für Umwelt – bereits um 10,56 kg reduziert. Ein ähnlicher Effekt lässt sich bei der Kommissionierung erzielen.

Dabei können bei sogenanntem Multiordering mehrere Aufträge in einem Kommissionierlauf erledigt werden. Weiter lässt sich mit einer bedarfsgerechten Nachbevorratung von Kommissionierplätzen die Zahl der nötigen Umlagerungen deutlich reduzieren. Mit diesen Techniken sind nochmals Einsparungen von bis zu 60 % der zurückgelegten Wege möglich. Ein Stapler, der zuvor in einer Stunde effektiv 30 Ein- und Auslagerungsabläufe abgearbeitet hat, braucht nun für das gleiche Ergebnis gerade einmal 25 Minuten. Und er ist nicht nur schneller, sondern geht auch schonender mit den Ressourcen um: Bei einem Treibstoffverbrauch von 2,5 Liter Diesel pro Stunde wird er 1,5 Liter Diesel weniger benötigen und pro Stunde 4 kg CO2-Emissionen weniger emittieren.

Der nächste Schritt: Öko-Kennzahlen vom WMS

Diese Zahlen belegen den direkten Zusammenhang von effizientem Materialumschlag und schonendem Einsatz von Ressourcen. Es ist daher aus Sicht von CIM nicht abwegig, dass künftige WMS auch die umwelt- und klimarelevante Faktoren erfassen, die bei logistischen Prozessen auftreten, und entsprechende Kennzahlen ausgeben.

Gerade größere Unternehmen mit breiter Kundenbasis, globaler Präsenz und mehreren Produktionsstandorten können die Effizienz in der Logistikkette verbessern, wenn sie ihre Tools für das Enterprise Resource Planning (ERP) sehr sorgfältig auswählen. Ein Beispiel: Als die BDT Media Automation GmbH, ein weltweit tätiger Hersteller u.a. von Tape-Autoloadern und Papierzuführungen für Drucker, ein neues Tool für das Enterprise Resource Planning (ERP) auswählte, hat sie sich für ein web-basiertes ERP-System entschieden, das für Transparenz über die gesamte Prozesskette sorgt.

Karl-Heinz Koch, Direktor IT: „Wir sind sehr eng in die Prozesse unserer Kunden eingebunden.“ Dabei arbeitet BDT mit Global Players zusammen, die weltweit Produktionsstätten unterhalten, und fertigt selbst auch an fünf Standorten auf drei Kontinenten. Warum hat das Unternehmen StS.supply von ComputerKomplett SteinhilberSchwehr gewählt? Karl-Heinz Koch: „Das System ist in der Lage, die komplette Logistikkette weltweit sowohl mengen- als auch wertmäßig in einem einzigen System sauber abzubilden.“ Das System, das auf der Comarch ERP Enterprise-Software basiert, kann den elektronischen Datenaustausch (EDI) in allen benötigten Formaten zur Verfügung stellen und auch die Logistik-Dienstleister von BDT einbinden.

Software & Ident: Die Farbe der Software

Und da es im Unterschied zu anderen ERP-Systemen eine web-basierte Plattform nutzt, arbeiten alle Anwender mit identischen, stets aktuellen Daten. Das erhöht nicht nur die Transparenz, sondern auch die Energiebilanz. Karl-Heinz Koch „Die Erfolge im Bereich der Energieeffizienz und Nachhaltigkeit sind sehr deutlich. Durch das Zusammenführen von drei getrennten ERP-Systemen sparen wir entsprechend Server und Standby-Systeme ein. Und weil STS.supply zeitzonengerecht arbeitet, profitieren wir vom Vorteil einer zentralen Materialdisposition für weltweit verteilte Standorte.“ Dass durch die Vereinheitlichung auch die physischen Transporte verringert werden konnten, versteht sich von selbst.

Wer angesichts dieser Erfolge noch nicht überzeugt ist, der wird vielleicht in Zukunft von seinen Kunden unter Zugzwang gesetzt, sich mit „grüner“ Software zur effizienten Ressourcennutzung auseinanderzusetzen. Immer mehr Unternehmen befragen ihre Zulieferer und Logistik-Dienstleister, was sie zum Umweltschutz beitragen, und bevorzugen Partner, die hier mehr leisten als die Konkurrenz. „Grüne“ Prozesse in der (Intra-)Logistik werden dann zum Wettbewerbsfaktor.

BDT Media Automation GmbH, D-78628 Rottweil, E-Mail: [email protected], www.bdt.de

CIM GmbH Logistik-Systeme, D-82256 Fürstenfeldbruck, www.cim.de

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