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Technik-Trend Software - WMS und LVS im Überblick
Auf der Suche nach dem passenden Lagerverwaltungssystemen kann man schnell den Überblick verlieren. Dabei gibt es ein paar einfache Grundüberlegungen, die bei der Vorauswahl der Systeme hilfreich sein können.
Die Kriterien für die Auswahl von Lagerverwaltungssystemen (LVS) beziehungsweise Warehousemanagementsystemen (WMS) sind vielschichtig. Nicht nur die Art und das Volumen des Artikelspektrums bestimmen neben weiteren Parametern die Anforderungen an die technische Ausstattung des Lagers, sondern auch Auftragsstrukturen, Durchsatzleistung und Branchenzugehörigkeit. „Grundsätzlich sind die meisten Warenwirtschaftssysteme in der Lage, Warenbestände zu führen. Die Untergliederung der Funktionen bis in den Stellplatzbereich sind jedoch sehr unterschiedlich ausgeprägt", erläutert Leo Bartevyan, Vertriebsleiter bei innolog. Während reine Lagerverwaltungssysteme in erster Linie auf die einfache und effiziente Distribution von Fertig- und Handelswaren ausgelegt sind, gehen Lagersteuerungssysteme noch ein paar Schritte weiter. Sie haben die rationellen Abläufe verschiedener Lagerarten eines Unternehmens und deren optimales Zusammenspiel im Fokus, bei denen oft unterschiedlichste Lagertechniken parallel und zeitgleich zum Einsatz kommen müssen.
Der Masterplan zum richtigen System Zwei einfache Fragen entpuppen sich schnell als eigentliche Masterfragen: „Was brauchen wir heute?, Was brauchen wir morgen?," sagt Bartevyan. Denn schnell laufe man Gefahr, in den Anforderungskatalogen der einzelnen Abteilungen den Überblick zu verlieren. Deshalb sei von Anfang an ein systematisches Vorgehen bei der Bedarfsermittlung ratsam. Hilfreich bei der Vorauswahl sei vor allem ein grundlegendes Verständnis der verfügbaren Systeme.
Zur Check-Liste gehörten Fragen wie: Was ist an Software, Hardware und Know-how vorhanden? Wie gut können die einzelnen Abteilungen damit arbeiten? Wo entstehen zur Zeit die höchsten Kosten? Ist die EDV veraltet oder sind die Abläufe nur suboptimal? In welchen Bereichen erwartet man die höchstem Einsparungen, entweder durch neue Abläufe oder durch modernere EDV. Was kann z.B. an EDV-Hardware weiter genutzt werden? IBM Mainframe, AS400, Windows Server, Novell Server, Unix/Linux Systeme? „Bei der geplanten Nutzung älterer Hardware ist zu beachten, dass die Lebenserwartung begrenzt ist und u. U. die Wartungsmöglichkeiten sehr eingeschränkt sind", so der LVS-Experte. Sinnvoller sei es, sich rechtzeitig von alten Zöpfen zu trennen und einen entschlossenen Schritt in Richtung offener Standardsysteme zu machen. Zur Zeit seien Unix und Windowssysteme noch die unangefochtenen Platzhirsche auf dem Markt. Innolog setzt dabei vor allem auf Skalierbarkeit. Das heißt, der Kunde kauft zunächst nur die Softwaremodule, die er aktuell benötigt.

Im 4-Ebenen-Modell von innolog sind beispielsweise die Schnittstellen der in der Logistik etablierten, vier operative Ebenen klar definiert, so dass einzelne Produkte ersetzt oder verändert werden können, ohne das gesamte System neu zu strukturieren. Das heißt, Skalierbarkeit steht hier in vollem Umfang zur Verfügung.
Bartevyan: „Wenn die logistischen Abläufe relativ einfach sind und sich die generellen Arbeitsabläufe in einem absehbaren Zeitraum nicht verändern, kann auch die Integration eines LVS in ein ERP/WWS System interessant sein. In diesen Fällen überwiegen die Vorteile, die Anwender durch eine homogene Oberfläche und die bereits bekannte Bedienung haben." Hin und wieder würden auch Lagerverwaltungsmodule als integrale Bestandteile namhafter Warenwirtschaftssysteme vertrieben. Oft stelle sich jedoch erst bei der Realisierung heraus, dass es sich in Wirklichkeit um eine eigenständige Software handelt. Diese sei zwar optisch gut in das System integriert ist, tatsächlich aber ein Produkt eines Tochterunternehmens oder eines Unternehmenszweiges, für den eventuell nur begrenzter Support zur Verfügung steht. „Gegenüber den ausgereiften und bewährten Lagerverwaltungssystemen nehmen die Anwender eines solchen integrierten Lagermoduls oft einen respektablen Mehrpreis in Kauf, in der Hoffnung ein homogenes System zu erwerben", so Bartevyan. Jedoch könnten sich je nach Anforderungen der angebliche Vorteil später sogar als schweres Handicap entpuppen, beispielsweise wenn Teilprozesse automatisiert werden sollen. Bei komplexeren logistischen Abläufen und absehbaren Änderungen in den Arbeitsabläufen und ganz besonders bei hochdynamischen Prozessen und Arbeitsabläufen seien deshalb Lagersteuerungssysteme zu bevorzugen.
Bedarfsumfang klar abstecken „Von großer Bedeutung für die Auswahl eines Lagerverwaltungs- oder Warehousemanagementsystems (LVS/WMS) ist zunächst, den Bedarfsumfang klar abzustecken", unterstreicht auch Arnold Johann, Geschäftsführer der AJE Consulting. Punkten könnten vor allem modular aufgebaute Systeme mit einer breiten Funktionsbasis. Zudem müsse eine straffe Organisation und Prozesskontrolle mit Unterstützung von MDE- / Barcode- / RFID-Technologie Fehler minimieren und gleichzeitig die Prozesse optimieren. Die Systeme sollten zudem zur Abdeckung geplanter Geschäftserweiterungen zukunftsorientiert ausgerichtet sein. Überdies sei ein bedeutender Punkt bei der Softwarewahl deren Amortisationszeit. Festpreise seien beim Angebotsvergleich von Bedeutung. Spätere Überraschungen könnten so vermieden werden. Johann: „Die Funktionalität und Bedienerfreundlichkeit der IT-Lösung sollten durch ein Benutzerhandbuch zur Selbsthilfe und einem Aftersales-Service komplettiert werden." Um sich ein umfassendes Bild der Leistungsfähigkeit zu machen, sei ferner eine Live-Demo des Systems bei einem Kunden des Anbieters von Vorteil. Auch dürfe das Vertrauen in den IT-Anbieter nicht fehlen. Denn die Zusammenarbeit ist auf Jahre ausgelegt.

Marco Ehrhardt vom Software-Beratungshaus Ehrhardt + Partner GmbH & Co. KG empfiehlt für einen großen Teil der Anwendungen standardisierte Software mit geringem Anpassungsaufwand und hohem Grad an Prozesstiefe. Zudem sollte die Software modular aufgebaut sein beziehungsweise hinsichtlich Parametrisierbarkeit ein hohe Flexibilität bieten. Darüber hinaus sollten mit geringem Aufwand an Technologien wie Datenfunk, Pick-by-Voice und RFID angebunden werden können. Nicht zuletzt müsse ein Lagerverwaltungssystem gesetzes- und richtlinienkonform ausgelegt sein. Wichtig sei dabei die Erfüllung der EU-Verordnung 178/2002 ebenso wie die Erfüllung der Anforderung von Handelsketten und weiterer Wiederverkäufer (z. B. EAN 128, CCG bzw. GS1). Je nach Anforderung sollten die Systeme auch mit Plattformen zum Datenaustausch verbunden werden können.
Um in diesem breiten Anforderungsspektrum noch den Überblick zu behalten, kann auch die Beratung durch ein unabhängiges Softwarehaus hilfreich sein. Bertram Salzinger, Vorstandsvorsitzender der inconso AG, Beratungshaus und Anbieter von Softwarelösungen für die Logistik mit der Implementierung kundenspezifischer Lösungen: „Am Anfang jeder erfolgreichen Einführung einer bedarfsgerechten und zukunftsfähigen Lösung für die komplette Logistik-Kette steht die Analyse und Planung der logistischen Anforderungen. Schon in dieser frühen Phase bewährt sich die Wahl eines neutralen und kompetenten Beraters, beispielsweise eines Projektteams, das Expertise auf den verschiedenen Gebieten logistischer Systeme vereint und Kompetenz und Erfahrung in einer Bilanz erfolgreicher Projekte dokumentieren kann."
Modular und mehr Hinsichtlich der Investitionssicherheit sollten Lagerverwaltungssysteme aus Sicht von Seppo Kruth, Geschäftsführer der Logistik Consulting und Software GmbH, nicht nur standardisiert und modular aufgebaut beziehungsweise branchenübergreifend einsetzbar sein. Auch besondere Anforderungen des Anwenders, beispielsweise die gesetzlich vorgeschriebene Chargenrückverfolgbarkeit im Lebensmittelbereich, müsse ein LVS bereits in der Basisversion abdecken. Darüber hinaus sollten die Systeme durch ihre Schnittstellenoffenheit überzeugen, das heißt, die Anbindung moderner Kommissioniertechniken wie RFID oder Pick-by-Voice sollte möglich sein. „Nur wenn diese Anforderungen erfüllt werden, haben die Anwender die nötige Investitionssicherheit und können ihren Kunden eine schnelle Warenverfügbarkeit sowie eine hohe Lieferqualität garantieren", so Kruth. Bei der Wahl eines LVS-Herstellers sollten Anwender zudem darauf achten, dass dieser über umfangreiche Erfahrungen verfügt und Referenzen vorweisen kann. Darüber hinaus seien individuelle Service- und Supportleistungen ein Muss.
Welche LVS-WMS-Lösung im Einzelfall am besten geeignet ist, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Für einfache Anwendungen können ERP-Systeme mit in die nähere Auswahl fallen. Bei anspruchsvolleren logistischen Anforderungen lohnt sich ein Blick auf die Lagerverwaltungssysteme, auch auf die Web-basierten. Zumindest dann, wenn einfache Administration und weniger der Funktionsumfang im Vordergrund stehen. Bei komplexen logistischen Anforderungen, hochflexiblen Arbeitsabläufen wie Fulfillment, Setbildung, Einzelkonfektionierung und ganz besonders bei der Automation, sollten die Lagersteuerungssysteme, also Systeme mit Materialfluss- und Steuerungskomponenten in die engere Wahl genommen werden. Zu beachten ist dabei eine maximale Skalierbarkeit. Auch sollten Visionen für die Zukunft in die Entscheidung einfließen. Denn der tatsächliche Mehrwert eines durchdachten und übergreifenden Lagersteuerungssystems kann sich in kürzester Zeit und beim Einsatz weiterer Module eindrucksvoll vervielfachen.
Ausgangspunkt klare Definition Jede Investitionsentscheidung für ein Lagerverwaltungssystem sollte von den Bedingungen und Zielen des konkreten Einzelfalls abhängig gemacht werden.Ausgangspunkt sollte stets die klare Definition der aktuellen und künftigen logistischen Anforderungen sein. Daher empfiehlt die inconso AG die sorgfältige Beantwortung dieser vier Leitfragen an die Systemauswahl: _
- Welche Anforderungen bestehen hinsichtlich Durchsatz, Automatisierungsgrad heute und wie werden sich diese Anforderungen in der Zukunft entwickeln? _
- Welche Anforderungen bestehen hinsichtlich Transparenz und übergreifenden logistischen Leitstandfunktionalitäten? _
- Welche Zielsetzung besteht bezüglich einer vollständig integrierten IT-Landschaft einschließlich hoch effizienter Logistiksteuerung? Gibt es z.B. eine SAP-Strategie, wie muss/soll das LVS dort integriert werden? _
- Verfügt der Anbieter / Implementierungspartner über die nötige Erfahrung und Größe, um das System erfolgreich zu implementieren und langfristig zu supporten?
AJE Consulting GmbH & Co. KG
, E-Mail:[email protected], http://www.aje.de
Ehrhardt + Partner GmbH & Co. KG
inconso AG
, E-Mail: [email protected], http://www.inconso.de
InnoLOG GmbH
, E-Mail: [email protected], http://www.innolog.de
Logisticus - Logistik Consulting und Software GmbH
, E-Mail: [email protected] http://www.logisticus.de









