Regalbediengeräte / Shuttle
Mit Sicherheit schnell
Branchenexperten sind sich einig: Die Jahre 2010 und 2011 bleiben schwierig. Nach turbulentem Fahrwasser in den Jahren 2008/09 gilt es nun das gestiegene Sicherheitsbedürfnis der Kunden zu befriedigen. Gut dran sind Hersteller, die schon immer sicher unterwegs waren.
LTW Intralogistics, ein Tochterunternehmen des Weltmarktführers im Seilbahnbau Doppelmayr, begegnet aktuellen Herausforderungen unter anderem mit intensiver Forschungstätigkeit rund um die Kernkompetenz Regalbediengerät. Qualitativ hochwertig wird im Unternehmen bereits seit fast 30 Jahren gefertigt. Mechanische Bauteile von LTW-Regalbediengeräten und fördertechnischen Komponenten wie z.B. Verschiebewagen oder Vertikalförderern werden im Doppelmayr-Werk mit dem Prädikat „Fertigung nach Seilbahnstandard“ (Personenbeförderung) produziert.
„Der Qualitätsanspruch unserer Mutter findet natürlich auch in unserem Hause Umsetzung. Schnell oder sicher ist für uns keine Option, es wird solange entwickelt, bis beide Rahmenbedingungen erfüllt sind – mit Sicherheit schnell“, bekräftigt Konrad Eberle, Geschäftsführer bei LTW Intralogistics. Einen wesentlichen Beitrag zur Ziellinie „rundum zufriedener Kunde“ leistet die Abteilung Forschung und Entwicklung (F&E).
Um alle Mitarbeiter in den Innovationsprozess einzubinden, wurde ein Ideenzirkel eingeführt. Jede interne Idee wird erfasst, ausgewertet und von einem Expertenteam regelmäßig Richtung Umsetzung diskutiert. Seit Gründung der Abteilung wurden rund 100 interne Verbesserungsvorschläge eingebracht. Dass davon mehr als 80% der Ideen für die weitere Verfolgung vorgesehen sind, zeigt wie intensiv LTWMitarbeiter daran interessiert sind, bereits Gutes immer weiter zu verbessern.

Basis solcher Forschungsarbeiten stellt natürlich immer das aktuelle Regelwerk in Form entsprechender Normen und Richtlinien dar. Diese markieren allerdings meist nur Mindestanforderungen für die Hersteller. Die Erfüllung dieser Regelwerke steht für LTW außer Frage, vielmehr weicht man im Zweifelsfall von der Norm nach oben ab und setzt bei der Komponentenauslegung zusätzlich auf maximale Bedienerfreundlichkeit.
Dieser Mehraufwand stellt für den Kunden aber auch einen Mehrwert dar: höhere Arbeitssicherheit, Umsetzung näher am Stand der Technik, zukunftssichere Ausführung. War es früher oftmals so, dass Forschung und Entwicklung in die jeweiligen Projekte eingebettet wurden und Lösungen individueller Kundenanforderungen jeweils projektspezifisch realisiert wurden, so hat sich LTW in den letzten Jahren immer mehr vom „Reagieren“ zum „Agieren“ entwickelt. „Es gilt ganz klar Kundenbedürfnisse so früh als möglich wahrzunehmen und daraufhin zielgerichtet die entsprechenden Lösungen zu entwickeln“, bringt es Matthias Heddinga, Vertriebs- und Marketingleiter bei LTW auf den Punkt.
Als jüngstes Beispiel dafür befindet sich ein neues Antriebskonzept für Regalbediengeräte auf dem Prüfstand. Spürbar höhere maximale Beschleunigungswerte und dadurch Performancesprünge von bis zu 10% kombiniert mit wesentlich längerer Lebensdauer der Antriebskomponenten klingen im Ansatz verlockend, aber wie verhält sich solch ein System im täglichen Dauereinsatz beim Kunden, womöglich unter Volllast?
Laut LTW können geforderte Sicherheiten über den gesamten Lebenszyklus eines Regalbediengerätes mit gutem Gewissen eingehalten werden. Bevor neue LTW-Produkte ihren Dienst beim Kunden aufnehmen und CAD-Zeichnungen Realität werden lassen, haben sie bereits umfangreiche Tests erfolgreich durchlaufen. Grundstein für die Auslegung des Equipments bilden die Kundenanforderungen der jeweiligen Ausschreibung.

Spielzeitberechnungen stehen oft am Anfang, es folgt die jeweilige Auslegung der Komponenten. Handelt es sich um durchschnittliche Leistungsanforderungen, kommen Komponenten aus dem standardisierten LTW-Sortiment zum Einsatz, wenn die Kundenanforderungen allerdings Höchstleistungen signalisieren, dann kommen durchaus komplexe FEM-Berechnungen (Finite-Elemente Methode) bei der Umsetzung des Gedankengutes zum Einsatz. „Wenn es ganz kniffelig wird, fertigen wir kurzfristig auch schon mal ein Modell als geeignete Alternative zur Lösungsfindung an. Erst wenn das reibungslose Zusammenspiel aller Komponenten gewährleistet ist, geht das Equipment auf die Reise zum Kunden“, vertieft Mario Gerber, Leiter der Produktentwicklung bei LTW.
Das Ziel ist mehr als erreicht, wenn ein neu entwickeltes Produkt sein Dasein nicht nur als Eintagsfliege im aktuellen Projekt fristet, sondern sich als Standardlösung für die jeweilige Anwendung im Unternehmen etabliert. Ein LTW-Produkt, das den Sprung in den Regelbetrieb erfolgreich gemeistert hat, ist z.B. das aktuelle Fahrwerk gangwechselnder Regalbediengeräte eines LTW-Projektes in Niederösterreich.
Bei einer RBG-Bauhöhe von 36 m kombiniert mit zwei Lastaufnahmemitteln für doppeltiefe Lagerung und insgesamt 2 500 kg Nutzlast werden in Fahrwerk und Schienenanlage extreme Lasten eingeleitet. Das LTW-Standardfahrwerk für gangwechselnde RBG hätte die auftretenden Kräfte unter Berücksichtigung der kinematischen Rahmenbedingungen und der gewünschten Lebensdauer nicht optimal bewerkstelligen können.
Eine schwerlasttaugliche und auch gleichzeitig langlebige Lösung musste her. Das neu entwickelte Fahrwerk erfüllt zuverlässig alle diese Anforderungen. Seit Mitte 2009 sorgen drei gangwechselnde LTW-Regalbediengeräte mit dieser Fahrwerksausführung für den reibungslosen Betrieb im Hochregallager mit rund 100 000 Palettenstellplätzen.
Dass Ideen von LTW auch außerhalb des Unternehmens Interesse wecken, zeigen von Bund und Land genehmigte Förderungsanträge. Seit März 2010 ist LTW zudem als Konsortialpartner in einem nationalen Forschungsprojekt vertreten. Künftig werden F&E-Kooperationen mit wissenschaftlichen und industriellen Partnern angestrebt, um Synergien bestmöglich zu nutzen.
Sicher kommissionieren Ein weiteres LTW-Produkt, das in zusehends mehr Kundenanwendungen erfolgreich zum Einsatz kommt, sind die LTW-Kommissioniertore. Dabei handelt es sich um eine in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) entwickelte Sicherheitslösung für sichere und reibungslose Kommissioniervorgänge an der Fahrgasse von Regalbediengeräten.

Im Mai 2011 werden im Hochregallager eines Unternehmens in Mecklenburg- Vorpommern 14 LTW-Regalbediengeräte ihren Dienst aufnehmen. In Kombination mit rund 2 200 Kommissioniertoren ist jede Regalgasse für Kommissioniertätigkeiten im HRL vorgesehen. In den 14 doppeltiefen Regalgassen sorgen 36 m hohe ganggebundene Regalbediengeräte für eine sichere und zuverlässige Bewirtschaftung der etwa 78 000 Palettenstellplätze.
Bei diesem Produkt ist Sicherheit für das Betreiberpersonal mit absoluter Effizienz gepaart, da Öffnungs- und Schließmechanismus für die Kommissioniertore lediglich am Regalbediengerät installiert sind. Die Anzahl der angetriebenen Komponenten wird somit auf ein Minimum reduziert.
LTW Intralogistics GmbH, E-Mail: [email protected], www.ltw.at










