Aus materialfluss 1-2/2020

Helena Gennutt,

Hier wird das Warten aufs Werkzeug zum Erlebnis

Peterhans Handwerkercenter hat das Lager- und Kommissioniersystem AutoStore direkt in das Ladengeschäft integriert. Prozesse wurden vereinfacht, lange Laufwege entfallen – und der Kunde erhält ein besonderes Einkaufserlebnis.

Der Hauptsitz des Peterhans Handwerkercenters in Würenlos im Schweizer Kanton Aargau. © Peterhans Handwerkercenter

Peterhans Handwerkercenter wurde 1952 als Einmannbetrieb gegründet und hat heute seinen Hauptsitz in Würenlos im Schweizer Kanton Aargau. Das Fach­geschäft bedient Industrie- und Gewerbekunden im deutschsprachigen Raum der Schweiz. Neben dem ­Ladengeschäft betreibt das Unternehmen einen Online-Shop und beschäftigt 14 Außendienstmitarbeiter. Für das Familien­unternehmen, das in dritter Generation geführt wird, steht Kunden­orientierung an erster Stelle. Um die Prozesse rund um die Kommissionierung in ihrem Verkaufslager zu optimieren und die Wartezeit für Kunden an den Abholtheken des Ladengeschäfts zu verkürzen, plante Peterhans eine komplette ­Neuausrichtung seiner Logistik. Das automatische Lager- und Kommissioniersystem AutoStore, geplant und realisiert durch den Generalunternehmer und Systemintegrator Element Logic, war dafür die passende Lösung.

Alle Artikel direkt abrufbereit
Bislang wurde das gesamte Sortiment bei Peterhans in Fach­boden- und Palettenregalen gelagert, was allerdings platz- und personalintensiv war. Seit der Einführung des AutoStore-­Systems 2018 wird hier alles eingelagert, was in die Behälter hineinpasst und nicht zu den Gefahrstoffen zählt. „Wir stärken unseren Firmenstandort kontinuierlich durch zukunfts­orientierte Investitionen im Bereich der Digitalisierung und Logistik. Unser neues vollautomatisches Lager- und Kommis­sioniersystem AutoStore vereinfacht wichtige Lagerprozesse und unterstützt unsere Mitarbeiter erheblich bei ihrer Arbeit. Wir haben 36.000 Artikel für unsere Kunden abrufbereit“, ­erklärt Dieter Egloff, Stellvertretender Geschäftsführer im ­Peterhans Handwerkercenter.

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Über dem Grid bewegen sich zehn Hochgeschwindigkeitsroboter. © Peterhans Handwerkscenter

Platzsparende Integration
Aufgrund der guten Volumennutzung werden von den ins­gesamt 4.000 Quadratmeter Gebäudefläche noch nicht einmal 400 Quadratmeter für die AutoStore-Anlage genutzt, die platz­sparend in das vorhandene Gebäude integriert wurde. Das automatische Lager- und Kommissioniersystem beinhaltet knapp 12.000 Behälter, von denen jeweils 20 übereinandergestapelt sind. Über den so gelagerten Bins ist ein Gitternetz – das Grid – aus Aluminium angebracht. Auf dieser Fläche bewegen sich zehn Hochgeschwindigkeits-Roboter, während sie mit ihren Greifeinheiten die Behälter aus der Tiefe ziehen. Für die ­Warenein- und Auslagerung stehen insgesamt sechs Conveyor Ports zur Verfügung.

In der Anlage werden alle Artikel gelagert, die nicht in den Regalen auf der Verkaufsfläche präsentiert werden. Bei dieser „In-Store-Solution“ sind hinter der Verkaufstheke drei ­Con­veyor Ports platziert. Vor den Augen der Kunden werden dort in ­kurzer Zeit die bestellten Artikel bereitgestellt und entnommen – ähnlich wie bei einem Getränkeautomaten. Die weiteren Ports befinden sich außerhalb des Verkaufsraums im hinteren Bereich des AutoStore-Lagers und werden dafür genutzt, die ­Bestell­ungen des Online-Shops zu kommissionieren und ­Waren­einlagerungen durchzuführen.

Der Kunde kann dabei zusehen, wie die Roboter seinen gewünschten Artikel bereitstellen. © Peterhans Handwerkscenter

Nur kurze Bereitstellungszeit
Seit der Inbetriebnahme der Anlage wurde sie bereits einmal im laufenden Betrieb erweitert, um Platz für weitere Produkte zu schaffen. Das lief problemlos ab. Über die Erweiterbarkeit ­hinaus war das Hauptargument für die Investition in AutoStore die bemerkenswert niedrige Bereitstellungszeit, die das System im ungünstigsten Fall benötigt. Bei Peterhans sind das maximal vier Minuten für eine komplett ungeplante Expressauslagerung aus der untersten Lagerebene. Im Durchschnitt werden weniger als zwei Minuten vom Kundenwunsch bis zur Verkaufstheke ­be­nötigt. Der Kunde kann in der Zwischenzeit entweder vom Verkäufer weiter beraten werden oder aber dank der Plexiglasverkleidung den Robotern dabei zusehen, wie sie seinen Artikel für ihn bereitstellen. „Wir sind ein Handelsunternehmen, das sich durch Kundennähe abheben möchte“, so Dieter Egloff weiter. „Durch die Integration des AutoStore-Systems direkt in unser Ladengeschäft konnten nicht nur Prozesse vereinfacht und lange Laufwege eliminiert werden. Die einzigartige Inszenierung bietet unseren Kunden ein Einkaufserlebnis der besonderen Art – das spricht sich schnell herum.“

„Im Zuge einer gesamtheitlichen Neuausrichtung unserer Logistik, bestehend aus Wareneingang, Einlagerung, La­ger­haltung, Kommissionierung, Packerei und Warenausgang/Versand dient uns die AutoStore-Anlage als zentrales ­Herzstück“, so Dieter Egloff abschließend. „Die Einfachheit der ­Technologie, die Flexibilität des Lagerrasters und der Output haben uns von Anfang an überzeugt. Durch eine perfekte Begleitung und ­Umsetzung durch Element Logic dürfen wir heute auf ein ­leistungsfähiges, automatisiertes Kleinteilelager zählen.“

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