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Martin Schrüfer,

Der wichtigste Grundstein für die vernetzte Fabrik

Amann Girrbach, Spezialist für Dentalprotetik, ließ am neuen Standort Lager und Produktion zu einer Einheit verschmelzen. Die Fertigung wird nun direkt aus dem automatischen Kleinteilelager von autonomen Transportrobotern der Firma Servus  Intralogistics versorgt.

Servus versorgt sämtliche Fertigungsbereiche mit dem richtigen Material. © Servus Intralogistics

Stetiges Wachstum und fehlende Erweiterungsmöglichkeit am Stammsitz in Koblach, veranlasste Amann Girrbach dazu, sich auf die Suche nach einem neuen Standort zu machen. Im „altehrwürdigen“ Kunert-Areal in Rankweil wurde das Unternehmen fündig. Für die Logistikverantwortlichen von Amann Girrbach bedeutete dies, dass auch die Logistik-Infrastruktur von Grund auf neu aufgebaut werden musste. Die Anforderungen waren klar: „Sämtliche  Fertigungsbereiche sollten an ein automatisiertes Kleinteilelager angebunden sein und die Logistik sollte dennoch möglichst flexibel und adaptierbar sein“, erläutert Logistikleiter Sascha Riedmann.

Lösung mit einem einzigen System

Die Wahl fiel schließlich auf Servus Intralogistics, ebenfalls aus Vorarlberg. Das System von Servus, mit den intelligenten Transportrobotern als Herzstück, erfüllt sämtliche Anforderungen. Servus beliefert nicht nur die beiden Fertigungsbereiche der Produktgruppen „Zirkon“ und „Sintron“, sondern übernimmt auch alle Transporte zwischen Wareneingang, automatischem Kleinteilelager (AKL) sowie Kommissionierung und Warenausgang.“

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Transport unter die Hallendecke verlagert

Neben dem Nutzen einer systemgeführten Logistik ergeben sich für Amann Girrbach weitere Vorteile gegenüber herkömmlichen Intralogistik-Systemen. Die Transportroboter von Servus fahren nicht wie herkömmliche fahrerlose Transportsysteme auf dem Boden, sondern verwenden für Ihre Wege den bislang ungenutzten Platz „überkopf“ unter der Hallendecke. So bleibt die wertvolle Fläche in der Produktion für wertschöpfende Tätigkeiten nutzbar.

Das Motto lautet: Pull statt Push!

Weitere Vorteile für Amann Girrbach sind unter anderem die erhöhte Prozesssicherheit, das Vermeiden von  Suchzeiten, Zugriff nur durch autorisiertes Personal und eine rasche Verfügbarkeit der ankommenden Ware. Durch die Umstellung von „Push“ auf „Pull“ können Spitzen zu Gunsten eines kontinuierlichen Materialflusses geglättet werden. Die Verfügbarkeit der Gesamtsysteme wird auch den hohen Anforderungen der Automobilindustrie gerecht. „Durch die Verlässlichkeit des Servus Systems haben wir in der Materialversorgung keine Stillstände und konnten somit unsere Kommissionier-Prozesse neu organisieren“, erklärt Logistikleiter Sascha Riedmann. Überhaupt wurden im Vorfeld bei einem gemeinsamen Workshop sämtliche betroffenen Prozesse durchleuchtet und wenn möglich effizienter gestaltet. Servus liefert die Ware nach dem Pull-Prinzip zur richtigen Zeit an den richtigen Ort in der Produktion. „Das Servus System ermöglicht uns jeden Artikel innerhalb kürzester Zeit schnell und zuverlässig an die verschiedensten Ausgabestellen zu transportieren“, sagt Riedmann und denkt dabei an die Umlauf- und Lagerbestände, die dadurch stark reduziert werden konnten.

Effizienz in Logistik und Produktion erhöht

Gerade durch die Just-in-Time Materialbereitstellung hat sich nicht nur die Effizienz in der Logistik erhöht, sondern auch in der Produktion. „Da das Material zeitgerecht und in korrekter Menge angeliefert wird, können sich die Mitarbeiter in der Produktion voll und ganz auf die wertschöpfenden Tätigkeiten konzentrieren“, so Riedmann. Effizienzsteigerung ist das eine, Qualitätssteigerung das andere: Bei Amann Girrbach sorgt nun ein einziges System sowohl für die Lager- als auch für die Produktionslogistik. Das bedeutet, ein Ansprechpartner für die gesamte Intralogistik. Riedmann dazu: „das ist zwar ebenfalls ein positiver Effekt, viel wichtiger ist aber, dass sämtliche Daten in Echtzeit verfügbar geworden und wir in der Lage sind, jeden Bestandsartikel in kurzer Zeit zu überprüfen.“ Und noch ein willkommener Nebeneffekt: durch die hohe Datenqualität der Bestände werden Inventuraufwände auf ein Minimum reduziert.

Flexibel in die Zukunft

Die derzeitigen 13 Transportroboter im System von Amann Girrbach erledigen 288 Fahraufträge pro Stunde. Steigt der Durchsatz, werden einfach zusätzliche Servus ARCs (Autonomous Robotic Carrier) ins System gestellt. Für die Anbindung weiterer Bereiche werden die entsprechenden Strecken und Stationen installiert und zum Schluss mit dem bestehenden Streckennetz verbunden. Die neuen Bereiche können dann umgehend bedient werden. Wird eine höhere Lagerkapazität benötigt, werden zusätzliche Lager gassen in stalliert und zwar dort, wo sie am sinnvollsten sind und nicht zwingend dort, wo sich bereits ein AKL befindet. Sechs Bereiche hat Amann Girrbach bereits miteinander vernetzt. Und bei der erfolgreichen Geschäftsentwicklung dürften noch weitere dazukommen. Der Dentalprotetik-Spezialist hat mit der Einführung des Servus Systems also den Grundstein für die vernetzte Fabrik gelegt.

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