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Artikel und Hintergründe zum Thema

Lager- und Regalsysteme

Es lebe die Individualität

Logistikzentren für die Warendistribution sind in der Regel ähnlich aufgebaut. Aber bei besonders hohen Anforderungen sind Speziallösungen gefragt, die neben moderner Ausrüstung und Architektur auch mit ausgeklügelten Strategien arbeiten.

Für die britische Kaufhauskette John Lewis Partnership beispielsweise hat der österreichische Hersteller für Logistikanlagen, Knapp, ein hochautomatisiertes Distributionszentrum realisiert, dass durch sehr effizientes Software und Auftragsbereitstellung Spitzenwerte von bis zu 15 000 Behälterbewegungen pro Stunde erzielt. Erreicht wird dies durch die Kombination unterschiedlicher Lagersysteme entsprechend den Anforderungen an die Ein- und Auslagerungsgeschwindigkeiten sowie die Lagerdichte.

So bestimmt das System mit hochdynamischen Steuerungsalgorithmen den idealen Lagerplatz für das jeweilige Produkt. Umlagerungen zwischen den Systemen geschehen vollautomatisch und gewährleisten, dass auf Schwankungen im Durchsatz von bestimmten Bestandseinheiten durch saisonale Angebote sofort reagiert werden kann. Darüber hinaus wird durch die Einbindung der mehr als 130 systemgesteuerten Arbeitsplätze und etwa 50 mobilen RF-Terminals in die systemübergreifende Benutzeroberfläche hoher Bedienkomfort sowie Effizienz im Zugriff auf benötigte Informationen geboten.

Das Lager wird an sieben Tagen rund um die Uhr in drei Schichten betrieben. Alle Waren, die entweder sortenrein, als gemischte Paletten oder in Behältern und Kartons in Containern geliefert werden, werden beleglos vereinnahmt. Anschließend wird jedem Produkt automatisch ein passender Lagerort zugewiesen. Produkte, die im automatischen Behälterlager oder in Kommissionierstellplätzen lagern, werden vom Originalkarton in Behälter umgepackt und automatisch dem Behälterlager zugeführt.

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Ein nicht alltägliches Hochregallager hat der österreichische Anlagenbauer Voest Alpine für die Nahrungsmittelwerke Stute realisiert. Das rund 47 m hohe Lager besteht aus zwei Geschossenebenen, auf denen jeweils zehn Regalbediengeräte fahren. Die zweite, aus einer Stahlkonstruktion bestehende Ebene ist so dimensioniert, dass sie die dynamischen Lasten der oberen Regalbediengeräte tragen kann. Durch die Bauhöhe von rund 47 m waren an die Statik der Konstruktion besondere Ansprüche gestellt.

So mussten, um die engen Toleranzen der internationalen Normen einzuhalten, spezielle, kalt gewalzte Hohlprofilen mit bis 10 mm Wandstärken verwendet werden. Ferner war eine exakte CNC-gesteuerte Produktion, der Einsatz von Schweißrobotern und eine gewissenhafte Montage notwendig. Die gesamte Konstruktion wiegt etwa 4 000 t und wurde in knapp acht Monaten montiert.

Verbaut wurden rund 212 000 m Palettenträger in 1 800 verschweißten Regalrahmen. Die Grundfläche des Lagers beträgt 5 940 m², seine Kapazität rund 48 440 Europaletten oder 96 880 Düsseldorfer- Paletten. Obwohl das Lager auf allen vier Seiten bis zu einer Höhe von 21 m von Gebäuden umgeben ist – Anlieferung, Produktion, Abfüllung und Abtransport – ragt es noch 27 m darüber hinaus in die Höhe.

Für 65 000 Picks pro Tag Höhere Produktivität und Effizienz hat die Papstar-Gruppe, Lieferant und Hersteller von Haushaltsartikeln, durch ein von Bito und Swisslog als Generalunternehmer integriertes Retrofitting seines Logistik- und Kommissionierzentrums in Kall erzielt. Das Zentrum ist jetzt für die Abwicklung von rund 1 500 Aufträgen beziehungsweise in Spitzenzeiten rund 65 000 Picks pro Tag ausgelegt.

Bei laufendem Betrieb wurden die Bereiche eigene Produkte und Supply Management umgerüstet und ausgebaut. Ferner wurde die Kommissioniertechnik durch ein automatisch bedientes Palettenlager (APL) und ein automatisches Kleinteilelager (AKL) erweitert. Das 460 statische Stellplätze umfassende Palettenlager besteht jetzt aus vier Einzelregalreihen, zwei Bediengerätegassen sowie zwölf Feldern in Xund zwei oder drei statische Ablageebenen in Y-Richtung.

Es ist für die flexible Lagerung von Europaletten 800 mm x 1 200 mm sowie Paletten mit einem Übermaß bis 900 mm x 1 300 mm konzipiert. Die Paletten dürfen einschließlich Ladungsträger 2 200 mm hoch sein und zwischen 150 und 600 kg wiegen. Für die Direktkommissionierung von der Palette aus dem APL wurde die erste Lagerebene mit 174 Schwerkraftrollenbahnen des Palettendurchlaufregalsystems Bito PDS ausgerüstet, die für rund 350 Paletten Platz bieten. Die Beschickung der Rollenbahnen geschieht vollautomatisch durch ein Regalbediengerät.

Im neuen AKL hingegen lagern mehr als 2 000 verschiedene A-, B-, C- und D-Artikel. Deshalb setzt Papstar das AKL hauptsächlich zur kurzfristigen Lagerung – höchstens eine Woche – von vorkommissionierten Aufträgen ein. Das AKL ist in flexibler Mehrplatzbauweise mit Stahlpaneelauflagen konzipiert. Pro Regalfach sind mehrere Paneele in gleichmäßigem Abstand eingelegt.

Die mit Universalgreifern ausgestatteten RBG können so Kartons unterschiedlicher Abmessungen einlagern. Je nach Kartongröße lassen sich pro Fach bis zu 20 Kartons einlagern. Die Gesamtkapazität beträgt rund 95 000 Kartons. Grundsätzlich werden die Aufträge im manuellen Stückgutdurchlaufregal (SDS) kommissioniert. Je nach Frequenz werden die Kartons entweder direkt zum Versand gebracht oder im AKL zwischengelagert. Pro Auftrag wird die Ware aus dem AKL abgerufen und über eine Förderstrecke zu einer von vier Packstationen Stückgut und sechs Packstationen KEP transportiert.

Den Platz optimal genutzt

Den Platz optimal genutzt Effizienzsteigerung war auch das Ziel eines Projektes, dass von SSI Schäfer für die Hans Hess Autoteile GmbH in Köln realisiert hat. Dort wurde das Hauptlager durch eine 3-geschossige Fachbodenregalanlage mit integrierter Fördertechnik ausgebaut. Parallel dazu wurde im gleichen Hallenkomplex das Lager der Schwestergesellschaft Motair Turbolader GmbH mit einer zweigeschossigen Regalbühne ausgestattet.

Vereint in einer Halle, die durch eine Trennwand unterteilt ist, wurde für beide Unternehmen ein manuelles, individuell zugeschnittenes Lager realisiert. Durch Förderanlagen und ein Schnelllauftor sind die Hallenteile direkt miteinander verbunden. In dem ersten Hallenbereich sind für den Kfz-Teilespezialist ein Palettenlager für die Zwischenlagerungen im Wareneingang und eine daran angeschlossene 3-geschossige Fachbodenregalanlage untergebracht.

Das Bühnenlager bildet das Herzstück der Anlage. Damit eine optimale Platzausnutzung über drei Ebenen gewährleistet ist, wurde die vorhandene Fördertechnik in die Regalanlage integriert. Auf der obersten Etage laufen die Förderbänder aus allen Ebenen zusammen und gelangen über eine Brücke zum Warenausgang.

Bito-Lagertechnik Bittmann GmbH, E-Mail: [email protected], www.bito.de Knapp Deutschland GmbH, E-Mail: [email protected], www.knapp.com SSI Schäfer, E-Mail: [email protected], www.ssi-schaefer.de voestalpine Krems Finaltechnik GmbH, E-Mail: [email protected], www.voestalpine.com

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