Lager- & Kommissioniertechnik

Marktstudie: materialfluss-Anwenderstatistik Hochregallager unter der Lupe

An der TU München wurden die Anlagendaten von Hochregallagerinbetriebnahmen aus den Materialfluss Markt Ausgaben von 2001 bis 2017 analysiert und ausgewertet. Ein paar ausgewählte, in der Studie gewonnene, Zusammenhänge überraschen.

Verteilung des Lagertyps
Abb. 1: Verteilung des Lagertyps innerhalb der Ladungsträgergruppen.

In den letzten Jahren wurde jedes Jahr die Sonderausgabe „materialfluss MARKT“ veröffentlicht. Diese beinhaltet Marktübersichten zu intralogistischen Fördermitteln und Anlagen. In diesen wurden auch die sogenannten Anwenderstatistiken für neugebaute Automatiklager und Kommissionieranlagen veröffentlicht. Auch Retrofits werden erfasst. Diese Statistiken sind nach wie vor im deutschsprachigen Raum einige der wenigen Anhalthaltspunkte zur Frage, „wer hat was wann wo und wie gebaut in der Intralogistik“.

Diese von materialfluss exklusiv erhobenen Daten sind vor kurzem im Rahmen des Forschungsprojektes Energieeffizienzklassen für Regalbediengeräte am Lehrstuhl für Fördertechnik Materialfluss Logistik (fml) der TU München gründlich analysiert und ausgewertet worden. Teile der Studienergebnisse werden im nachfolgenden Artikel vorgestellt.

Durchschnittliche Stellplatzanzahl.
Abb. 2: Durchschnittliche Stellplatzanzahl.

1.100 Datensätze ausgewertet

Die Ausgangsdaten bestehen aus den Inbetriebnahmen in den Anwenderstatistiken für Hochregallager. Die Daten wurden der Zeitschrift von Herstellern und Generalunternehmern zur Verfügung gestellt. Aus den bisherigen Ausgaben wurden rund 1.100 Datensätze von Inbetriebnahmen in Deutschland aus den Jahren 2000 bis 2016 gewonnen und die Daten danach 19 Branchen zugeordnet. Schließlich wurden elf Top Branchen ausgewählt, die den Großteil der Inbetriebnahmen beinhalten. Datensätze mit nicht genug Inhalt für die Auswertung wurden gestrichen.

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Regalbediengeräte deutlich häufiger eingesetzt als Shuttle

Folgende Erkenntnisse beziehen sich auf die vorhandene, bereinigte und verdichtete Datenbasis. Bei der Auswertung lag der Fokus auf der Unterscheidung zwischen Lagern mit Regalbediengerät oder Shuttle. Des Weiteren wurde das Verhältnis zwischen Großladungsträgern (GLT) und Kleinladungsträgern (KLT) untersucht und welche Ladungsträger innerhalb dieser Gruppen zum Einsatz kommen.

Verteilung der Inbetriebnahmen
Abb. 3: Verteilung der Inbetriebnahmen zwischen den einzelnen Branchen.

40 Prozent der Lager dienten der Lagerung von KLT und 60 Prozent der von GLT. Außerdem zeigte sich, dass Behälter und Paletten klar häufiger im Einsatz als Tablare und Gitterboxen sind. Bei allen Lagern, die mit Regalbediengeräten (RBG) bedient oder als Shuttle-Lager (Shuttle) betrieben werden, sind 42 Prozent automatische Kleinteilelager (AKL) und 58 Prozent automatische Palettenlager (APL). Die Verteilung zwischen mit Regalbediengeräten und mit Shuttle-Systemen ausgestatteten Lagern innerhalb der Ladungsträger ist in Abbildung 1 dargestellt.

Es zeigt sich: Regalbediengeräte sind klar häufiger als Shuttles im Einsatz. Bei Großladungsträgern werden Shuttles aktuell häufiger eingesetzt als bei Kleinladungsträgern. Allerdings sind in den Shuttle-Daten von Großladungsträgern auch die Kanallager enthalten. In Abbildung 2 ist die durchschnittliche Anzahl der Stellplätze pro Lager über die Jahre hinweg auf-getragen, zusätzlich dazu lineare Trendlinien.

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Intra meint:

Nur mut! Einmal im Jahr erwacht die Sammlerin in mir. Und zwar immer dann, wenn die Redaktion die An-fragen an die Generalunternehmer aussendet und diese bittet, die Anwenderstatistiken auszufüllen. Jeder Datensatz, der reinkommt, freut mich. Mehr könnten aber schon noch sein. Insofern: Nur Mut, ihr großen Intralogistiker, ihr habt Gutes getan, könnt also auch drüber reden. Und die Konkurrenz weiß das doch auch schon!

Die durchschnittliche Anzahl der Stellplätze pro Lager ist in den letzten Jahren im GLT-Bereich konstant geblieben, im KLT-Bereich ist ein ansteigender Trend erkennbar.

Verteilung der Inbetriebnahmen nach Branchen

Anwenderstatistiken
Markenzeichen von materialfluss: Die jährlichen Anwenderstatistiken. Abbildung: materialfluss

Die elf Top-Branchen mit ihren prozentualen Anteilen an den Inbetriebnahmen sind in Abbildung 3 dargestellt.

Der Groß- und Einzelhandel führt diese Verteilung an. Es wird deutlich, welche Branchen die meisten Lager in Betrieb genommen haben. Etwa zwei Drittel der Inbetriebnahmen gehen auf die fünf führenden Branchen zurück.

Fazit: Anhaltspunkte, aber keine Allgemeingültigkeit

Aus den vorhandenen Daten wurde eine verdichtete, einheitliche Datenbasis erzeugt und mit dieser einige Zusammenhänge aufgezeigt. Inwieweit diese allgemeine Gültigkeit besitzen lässt sich auf Grund der Datenlage nicht abschließend sagen. Obwohl viele Unternehmen die Informationen darüber, wer ihr Lager gebaut oder modernisiert hat, nicht veröffentlichen, sind die gesammelten Daten von einer gewissen Aussagekraft.

Über die Autoren: Andreas Rücker, M.Sc. ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Fördertechnik Materialfluss Logistik (fml) der Technischen Universität München (TUM).

Philipp Gauß, B.Sc. ist Masterstudent der TUM und wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl fml. Prof. Dr.-Ing. Johannes Fottner ist seit 2016 Leiter des Lehrstuhl fml an der TUM.

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