Modernisierung

Marvin Meyke,

Verfügbarkeit und Leistung bei Stahlhändler gesteigert

Um seinen Kunden ein umfangreiches Sortiment sowie schnelle und pünktliche Lieferungen bieten zu können, setzt das Stahlhandelsunternehmen Heine + Beisswenger schon seit 1995 auf ein Überfahrlager Unitop von Kasto. Kasto brachte die Anlage mit einem umfassenden Retrofit wieder auf den neuesten Stand.

© Kasto

Heine + Beisswenger ist eines der größten familiengeführten Stahl- und Metallgroßhandelsunternehmen in Deutschland. Die im württembergischen Fellbach ansässige Firma hat sich über die Jahre zu einer international tätigen Unternehmensgruppe mit 14 Standorten und fast 600 Mitarbeitern entwickelt. Das Sortiment umfasst Qualitäts- und Edelbaustahl, unlegierte Stähle, Edelstahl, Walzstahl und Nichteisenmetalle – insgesamt mehr als 25.000 Artikel.

Vollautomatische Lagertechnik verkürzt die Zugriffszeiten
Seit 1995 betreibt das Unternehmen auch einen Standort im fränkischen Langenzenn. Als Full-Service-Anbieter verfügt Heine + Beisswenger über ein umfangreiches Lagersortiment und einen modernen Maschinenpark für verschiedene Anarbeitungsschritte wie etwa Sägen. Herzstück der Niederlassung ist von Beginn an ein automatisches Langgut-Kassettenlager vom Typ Unitop aus dem Hause Kasto. Dieses bietet mit 68 Metern Länge und 13 Metern Höhe Platz für 1.300 Kassetten, von denen jede bis zu vier Tonnen Material mit bis zu sieben Metern Länge fasst. Charakteristisch für das Unitop-System ist das Regalbediengerät, das sich oben auf dem Lagerblock befindet. Es entnimmt automatisch die Kassetten mit dem benötigten Material und übergibt sie an einen Unterfahrwagen, der sie wiederum an einer von zwei Ein- und Auslagerstationen mit jeweils vier Vorlageplätzen bereitstellt. Dadurch kann der Bediener mehrere Kassetten parallel ein- und auslagern.

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Nach fast 25 Jahren im Dienst machten sich an dem Lager jedoch Alterserscheinungen bemerkbar: Die Regel- und Steuerungstechnik war nicht mehr auf dem neuesten Stand, genauso wie die Antriebe und Messsysteme des Regalbediengeräts. Ausfälle wurden häufiger, die Beschaffung von Ersatzteilen immer schwieriger. Auch in Sachen Leistung stieß das Lager aufgrund der steigenden Auftragszahlen an seine Grenzen. "Mechanisch war es jedoch noch völlig in Ordnung", erinnert sich Torsten Meincke, Betriebsleiter in Langenzenn. "Außerdem ist es ideal in unsere Abläufe eingebunden und den Mitarbeitern vertraut. Wir entschieden uns deshalb dafür, das System nicht komplett auszutauschen, sondern mit einem Retrofit zu modernisieren."

Modernisierung als wirtschaftliche Alternative
Für dieses Projekt wandte sich der Stahlhändler an den Hersteller des Lagers, Kasto Maschinenbau. "In vielen Fällen ist eine Modernisierung deutlich wirtschaftlicher als eine Neuanschaffung", erklärt Gerd Jakob, Projektleiter Retrofit bei Kasto. "Schließlich sind große Teile unserer Lagersysteme, wie etwa der Stahlbau, nahezu unverwüstlich und können guten Gewissens weiter eingesetzt werden." Sämtliche Komponenten, die nicht mehr den aktuellen Ansprüchen genügen, tauscht Kasto hingegen konsequent aus.

Dazu zählten bei Heine + Beisswenger unter anderem die Schaltschränke. Die vorhandene S5-Steuerung ersetzten die Experten durch eine moderne S7-400-SPS. Die Antriebsregler brachte Kasto ebenso auf den neuen Stand wie die Messsysteme am Regalbediengerät. Für das Hubwerk installierten die Techniker einen effizienten Drehstromantrieb. Auch wurden für das RBG und den Unterfahrwagen neue Energieketten installiert, um die Stromzufuhr sicherer zu machen.

Neuer Unterfahrwagen spart Zeit beim Auslagern
Ein Schwerpunkt der Modernisierung war zudem der Austausch des Unterfahrwagens. Dieser wurde durch ein neues Modell mit zwei Rollenbahnen anstatt wie bisher mir einer Rollenbahn ersetzt, welches sogenannte Doppelspiele, also die gleichzeitige Handhabung zweier Kassetten ermöglicht. „Damit sparen wir pro Ein- und Auslagervorgang bis zu 35 Sekunden Zeit ein“, zeigt sich Betriebsleiter Meincke beeindruckt. Darüber hinaus ist die Längsfahrtgeschwindigkeit des neuen Wagens mit 120 Metern pro Minute doppelt so hoch wie zuvor – das steigert die Leistung des Lagers zusätzlich. Die kabelgebundene Notbedienung des Regalbediengeräts ersetzte KASTO durch eine zeitgemäße Funkfernsteuerung. „Das erleichtert Wartungsarbeiten oder das Beheben von  Störungen erheblich, weil der Techniker sich nicht mehr direkt beim RBG aufhalten muss, um es zu steuern“, erklärt Meincke. Auch die Bedienpulte der beiden Ein- und Auslagerstationen wurden erneuert. Das Lager wird nun über die Warehouse Management Software KASTOlogic gesteuert und verwaltet. Dabei sorgt eine grafische Benutzeroberfläche für eine einfache und intuitive Bedienung.



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