Vier Fragen an...

„Stellenwert von Anschlagmitteln wächst“

Kai Schmalenberg, Geschäftsführer Hans Heidkamp, gibt materialfluss Auskunft über Trends und aktuelle Entwicklungen im Bereich der Anschlagmittel.

Im Bereich Anschlagmittel bietet Heidkamp neben einem Fremdsortiment Dienstleistungen wie Prüfungen, Reperatur und Miete an. © Hans Heidkamp

materialfluss: Nimmt der Stellenwert des Themas Anschlagmittel in der In­tralogistik beziehungsweise im Lager zu?
Kai Schmalenberg: Aktuell stehen die Themen Ergonomie, Arbeitsplatzbelastung sowie die Langlebigkeit einzelner Produkte im Fokus der Unternehmen. Dabei beobachten wir ­tatsächlich einen wachsenden Stellenwert für Anschlagmittel im Bereich innerbetrieblicher Abläufe.

mfl: Welche Trends, technisch, bewegen den Bereich?
Schmalenberg: Kurz und knapp: Leichtbau – im Besonderen Hochleistungsfasern (High Performance Polyethylene) mit enormer Tragfähigkeit, hoher Schnittfestigkeit und guten Handling-Eigenschaften, bei vergleichsweise niedrigem Eigengewicht. Im Schwerlastbereich sind zum Beispiel Rundschlingen aus ­Dyneema (UHMW-PE) beliebt. Sie punkten mit Eigengewicht-Reduktionen von bis zu 60% gegenüber Polyester-Produkten – bei ­vergleichbarer Nutzlänge und Tragfähigkeit. Zudem setzen viele Betriebe auf Anschlagketten der Güteklasse 12. Diese ­weisen bei gleicher Nenndicke eine bis zu 60% höhere Trag-fähigkeit gegenüber GK8-Ketten auf. Selbst gegenüber GK10-Ketten ­bietet die Güteklasse 12 noch Gewichtsvorteile von bis zu 25 %.

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mfl: Welche Produkte hat Ihr Unternehmen in jüngster Zeit für diesen Markt entwickelt?
Schmalenberg: Wir haben unser Dienstleistungsportfolio an den Wunsch nach kostenreduzierenden und umweltverträglichen Lösungen angepasst. Statt Neukauf und Austausch, setzen wir öfter auf Reparaturen. Nachhaltig agierende Unternehmen nutzen die Vorteile unserer eigenen Reparatur- und Service-Werkstatt. Das gilt insbesondere für Kettenzüge, aber auch das Nähen textiler Anschlagmittel wie große Rundschlingen oder Hebe­bänder. Wichtiger Bestandteil ist unser externer Prüfservice ­einschließlich Flux-Prüfung von Ketten nach DGUV.

mfl: Mit welchen Entwicklungen können wir in diesem Jahr noch rechnen?
Schmalenberg: Neben der wachsenden Anzahl an Leichtbau-Artikeln setzen wir im Rahmen mobiler Prüfungen verstärkt auf Reparaturen vor Ort und bauen diesen Bereich weiter aus. Der zeitintensive Hin- und Rückversand entfällt und Entscheidungen hinsichtlich Neuanschaffungen können sofort getroffen ­werden. So reduzieren wir Unterbrechungen im betrieblichen Ablauf und ermöglichen den Verzicht auf doppelte Lager­bestände im Bereich Anschlagmittel. ms

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