Krane

Marvin Meyke,

Kransysteme: Beton mit Kraft gehoben

Rekers Betonwerk ist in der Beton- und Fertigteilindustrie tätig. Das unternehmenseigene Werk bei Magdeburg fertigt Betonfertigteile, Betonfertiggaragen und Winkelstützen. Dabei ermöglichen speziell auf die Anforderungen von Rekers angepasste Kranlösungen von ABUS einen zuverlässigen und sicheren Transport der Bauteile bei Wind und Wetter.

Rekers Betonwerk setzt in seinem Werk bei Magdeburg auf drei neue ABUS Zweiträgerlaufkrane. © ABUS Kransysteme

Betonfertigteile bieten Zeit- und Kostenvorteile bei Großprojekten wie dem Bau von Stadien, Logistikzentren, Kauf- oder Parkhäusern. Zudem kann bei der Fertigung dieser Bauelemente im Betonwerk eine bessere Qualität erzielt werden, als vor Ort auf der Baustelle. 2017 investierte Rekers Betonwerk mehr als drei Millionen Euro in den seit 1993 bestehenden Standort Ammensleben und errichtete unter anderem eine neue, 4.500 Quadratmeter große Produktionshalle. Im Werk sind seit 2017 ­beziehungsweise 2018 auch drei neue ABUS Zweiträgerlauf­krane im Einsatz: Ein ZLK 20 Tonnen sorgt innerhalb der Fertigungshalle unter anderem für den Transport des noch flüssigen Betons zu den Garagenformen. Da bei der erforderlichen Traglast die Statik der Hallen­konstruktion an ihre Grenzen stieß, ist der ZLK 20 Tonnen als 8-Rad-Kran ausgeführt: Durch die im Vergleich zur Standard­ausführung doppelte Anzahl an Rädern wird die Last gleichmäßiger auf die Kranbahn und damit auf die ­Hallenstützen verteilt.

Tandembetrieb für sperrige Bauteile
Eine andere Anpassung der Materialfluss­kapazitäten war im Außenbereich notwendig: Hier transportieren zwei ZLK 25 Tonnen vor allem Fundamentstützen und stabförmige Bauteile, die in der vorgelagerten Halle gefertigt wurden. Die beiden Krane können auch im Tandembetrieb arbeiten und so besonders sperrige und schwere Betonfertigteile ins Lager ­transportieren oder für den Transport vorbereiten. Da die Krane ihre bis zu 50 Tonnen schweren Lasten auch bei Schnee und ­stärkerem Wind zuverlässig transportieren sollen, hat Rekers Betonwerk sie mit einem Vierrad-Antrieb ausrüsten lassen. Die so erzielte Traktion ermöglicht auch im Winter den problemlosen Betrieb der Krane, zudem konnte ein automatisches Ab­­schalt­system bei zu hohem Winddruck umgangen werden. Für die Projektierung und Realisierung der Krane sorgte die Bernhard Willmes ABUS Werksvertretung Essen/Münster.

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Vom Beton zum Fertigbauteil
Die schweren Betonfertigteile werden im Werk Groß Ammensleben auf stationären Produktionstischen gefertigt. Der Beton wird vom Mischwerk in großen Betonkübeln mit dem ABUS ZLK mit einer Spannweite von 29,1 Meter zu den Tischen ­transportiert und in die Schalung gegossen. Um auch große ­Teile effizient und in gleichbleibender Qualität zu fertigen, werden dabei Betonkübel mit einem möglichst großen Volumen ­ein­gesetzt.

Kräfte gut verteilt
Im Werk Groß Ammensleben grenzt allerdings die Statik der tragenden Konstruktion der Halle die Tragfähigkeit des ­Zweiträgerlaufkrans ein: Die Last von 20 Tonnen geht ­bereits an die Grenze dessen, was die Hallenstützen aufnehmen können. Die ABUS Werksvertretung Bernhard Willmes hatte hierzu ­einen Statiker einbezogen, der eine statische Über­prüfung der Hallenkonstruktion durchführte. Danach wurde eine der ­Situation angepasste Kranlösung entwickelt: Der ZLK 20 ­Tonnen erhielt statt des sonst üblichen Fahrwerksträgers mit vier Rädern einen mit insgesamt acht ­Rädern. Dabei haben die beiden Hauptträger keinen durchgehenden Fahrwerksträger, sondern jeder ­Haupt­träger hat einen eigenen Fahr­werksträger, die durch eine Koppelstange ­verbunden sind.

Dadurch hat der Kran nicht vier, ­sondern acht Laufräder, wodurch die ­Belastung der Kranbahn pro Rad ­ver­ringert wird und die Traglast des Krans höher ­ausfallen kann. Der 8-Rad-Kran ist nicht nur durch seine geringeren Kräfte pro Rad, sondern auch aufgrund der Verteilung über einen insgesamt größeren Radstand ­statisch günstiger. Zudem ­verfügt der Kran über die Frequenz­umrichter­steuerung ABUliner sowohl für das ­Hubwerk, als auch für die Kran- und Katz­fahrten. Damit lassen sich die Fahr- und Hub-Geschwindigkeiten stufenlos ­regeln und halten. Der ABU­liner dämpft Pendelbewegungen des am Haken hängenden Betonsilos und ­ermöglicht damit die ­präzise ­Posi­tionierung der Last über den ­Produktionstischen.

Transport bei Wind und Wetter
Die fertigen Betonelemente werden ­anschließend von zwei ZLK 25 Tonnen zur Lagerfläche transportiert beziehungsweise für die Verladung vorbereitet. Beide ABUS-­Krane liegen auf einer durch­­gän­gigen Kranbahn, die Spannweite beträgt 19,1 Meter. Die ZLK 25 Tonnen sind für einen Tandem­betrieb ausgelegt und ­können so besonders lange oder schwere Bauteile – von bis zu 50 Tonnen Gewicht –gemeinsam trans­portieren. Die beiden hier eingesetzten Krane verfügen über das ­optionale ­Ausstattungspaket von ABUS zum Einsatz im Außenbereich: Neben Regen­schutz­hauben für die Kran­fahr­motore, ­Schütz­kästen und Laufkatzen ­gehört auch eine Fallklinke an einem ­Kranbahnende als Windsicherung zu der Sonderausstattung. Ein Lacksystem aus der höchsten ­Beanspruchungskategorie bietet zudem Korrosionsschutz: Es ist aus einer ­Grundierung auf 2-Komponenten-Epoxydharzbasis und einer anschließenden ­Lackierung auf 2-Komponenten PU-Basis aufgebaut und widersteht damit der ­Witterung auf lange Jahre.

Allrad für hohe Traktion
Bei den beiden ZLK 25 Tonnen sind alle vier Räder des Krans angetrieben: Dabei ist jedes Rad mit einem eigenen Motor samt Getriebe ausgestattet. Dieser ­„Allrad-Antrieb“ ermöglicht eine hohe Traktion, auch wenn Schnee auf der ­Kranschiene liegt oder Wind gegen die große Fläche des Hauptträgers drückt. ­Bezüglich des Windes hilft zudem die ­höhere Antriebleistung des Kranes. So kann ein automatisches Wind-Abschalt­system umgangen und eine hohe Verfügbarkeit des Krans erreicht werden.
Die beiden Krane lassen sich mit dem Vierrad-Antrieb auch dann ­weiter­betreiben, wenn mal ein Motor ausfallen sollte. Um die schweren Lasten sicher zu transpor­tieren und genau zu platzieren, können auch die beiden ZLK 25 Tonnen dank ABUliner Frequenzumrichtersteuerung bei ­­Kran- und Katzfahrten stufenlos ­beschleunigen und jede gewählte Geschwindigkeit halten.

Einfache und sichere Wartung
Alle ABUS-Krane sind mit einer 0,60 ­Meter breiten Laufbühne entlang des Kranhauptträgers ausgestattet. Auf ihr können Wartungstechniker jedes Bauteil bequem erreichen. Während die Lauffläche des im Inneren arbeitenden ZLK mit ­einem Tränenblechboden ausgestattet ist, besteht der Boden der beiden ZLK 25 ­Tonnen aus einem Gitterrost, so dass die Servicespezialisten auch bei Regen oder Schnee ohne Rutschgefahr arbeiten ­können. Ein Geländer mit Knieleiste und umlaufender Fußleiste sorgt für zusätzliche Sicherheit.

Über ABUS Kransysteme:
ABUS Kransysteme entwickelt, fertigt und montiert innerbetriebliche Transport­lösungen mit einer Tragfähigkeit von 80 Kilogramm bis zu 120 Tonnen. Im leichten Nutzlastbereich kommen dabei Elektro­kettenzüge zum Einsatz, die bis zu vier ­Tonnen heben können. Diese können als ­Solo-Kettenzüge oder in Zusammenhang mit Schwenkkranen, Hängebahnsystemen oder kleinen Laufkranen eingesetzt werden. In den größeren Tragfähigkeitsbereichen kommen Elektroseilzüge und Ein- oder Zweiträger Laufkrane zum Einsatz. Heute arbeiten über 1.100 Mitarbeiter in den vier Werken in Gummersbach und Umgebung.

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