Flurförderzeuge

Mehr Sicherheit durch Elektronik

Sie überwachen den Rückraum, schützen den Stapler vor Umkippen und verhindern, dass der Fuß des Bedieners oder eines unbeteiligten Dritten überfahren wird: Elektrische und elektronische Systeme tragen erheblich zur Sicherheit moderner Flurförderzeuge bei.

Bei Flurförderzeugen gibt es neue Sicherheitsmerkmale, die sich nur dank leistungsfähiger Elektronik verwirklichen lassen. So lässt sich etwa die Rückraumüberwachung, die Linde Material Handling als Option anbietet, am ehesten mit den vom Pkw bekannten Einparkhilfen vergleichen: Der Fahrer wird über optische und akustische Signale in der Kabine gewarnt, sobald Objekte im Überwachungsbereich auftauchen. Wird es eng, reduziert das System zudem automatisch die Fahrgeschwindigkeit.

Flurförderzeuge: Mehr Sicherheit durch Elektronik

Realisiert wird das mit Hilfe von sechs Sensoren am Heck und einer zentrale Steuereinheit mit optischen und akustischen Signalgebern. Die Sensoreinheiten tasten den Bereich hinter dem Fahrzeug ab. Dabei ist der Überwachungsbereich, der bis zu 9 m reicht, in drei Zonen unterteilt. Die Abmessungen der einzelnen Zonen lassen sich je nach Kundenanforderung einstellen.

Kippunfälle treten zwar selten auf, aber ihre Folgen sind gravierend. Deshalb gibt es gleich mehrere Systeme, die auf elektronische Weise die Stabilität des Staplers sicherstellen. Dazu gehört ein von Sichelschmidt entwickeltes elektronisches Stabilitätssystem. Es kommt erstmals in den neuen Elektro-Drei- bzw. Vierradstaplern mit 1,2 bis 2,5 t Tragfähigkeit für Ex-Bereiche zum Einsatz, die Mitte November 2012 auf der Messe Logistica in Utrecht gezeigt wurden.

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Die Steuerung des Staplers erfasst sowohl die Lenkbewegungen des Fahrers, als auch den Radwinkel und die Fahrgeschwindigkeit. Bei einem extremen Lenkeinschlag bei hohem Tempo bremst der neue M 700 EEx sofort selbsttätig ab. Dieses Stabilitätssystem lässt sich ohne zusätzliche Komponenten, rein auf der Software-Ebene, realisieren. Damit erhöht Sichelschmidt die Sicherheit beim Staplerfahren und greift zugleich eventuellen gesetzlichen Regelungen vor. Dynamische Kippversuche haben gezeigt, dass das System in Gefahrensituationen zuverlässig eingreift.

Flurförderzeuge: Mehr Sicherheit durch Elektronik

Speziell für Schubmaststapler haben die Atlet-Ingenieure in Göteborg – nicht nur in der Automobiltechnik sind Schweden besonders sicherheitsbewusst – das „Stability Support System“, kurz S3 genannt, entwickelt. Dieses Überwachungssystem gewährleistet, so Atlet, höchstmögliche Stabilität sowohl beim Aufnehmen und Absetzen von Lasten als auch beim Fahren, Heben und Senken des Staplers.

Das S3-System übernimmt zumEinen die Funktion eines Stabilitätssystems bei Kurvenfahrt. Darüber hinaus verringert es die Höchstgeschwindigkeit des Schubmaststaplers in Gabelrichtung und erlaubt so eine bessere Kontrolle bei voller Fahrt. Zudem stimmt das System die Staplergeschwindigkeit auf die Empfindlichkeit ab, mit der das Lenkrad auf die Befehle des Fahrers reagiert. Schließlich bietet S3 auch zusätzliche Sicherheit beim Ein- und Auslagern in großen Höhen. In diesen Fällen treten destabilisierende Kräfte auf, die besonders groß sind, wenn der Stapler in Bewegung ist. Das S3-System überwacht die Mastbewegungen und überträgt ggfs. entsprechende Befehle an die Arbeitshydraulik. Dazu gehört auch die Begrenzung der Geschwindigkeiten, mit der die Bewegungen ausgeführt werden.

Sicherheit beginnt beim Start

Bei Crown sorgt die Elektronik schon im Vorfeld des Stapler-Einsatzes dafür, dass nur befugte Personen das Flurförderzeug bedienen. Das drahtlose Flotten- und Bediener-Management InfoLink prüft, ob der vorgesehene Fahrer auch für den jeweiligen Fahrzeugtyp geschult ist. Dazu kontrolliert es die Schulungszertifikate der Fahrer und gibt bei anstehendem Schulungsbedarf einen entsprechenden Hinweis.

Bei den Crown-Schubmaststaplern erkennt ein elektronisches Sicherheitssystem, ob der Stapler in eine Kurve hinein, oder aus einer Kurve herausfährt, und passt die Geschwindigkeit und Beschleunigung entsprechend an. Darüber werden – das ist die Aufgabe des High Level Performance System (HLPS) – beim Ein- und Auslagern in großen Höhen die Hubhöhen und Lastgewichte kontinuierlich überwacht und dem Bediener angezeigt.

Regalhöhen lassen sich mit Stoppfunktion programmieren, ein integrierter Last-Monitor empfiehlt dabei maximale Einlagerungshöhen und warnt bei Überlastungsgefahr. Wenn sich die Gabeln über den Freihub heben, wird dies dem Fahrer gemeldet. Das System ermöglicht für diesen Fall auch eine automatische Reduzierung der Geschwindigkeit. Ergänzt wird diese Option durch eine Neigepositionshilfe, die die Gabeln automatisch immer in waagerechter Position hält.

Flurförderzeuge: Mehr Sicherheit durch Elektronik

Bei Crown-Hubwagen mit elektrischer Lenkung erhöht eine innovative Hydraulik den Druck auf das Antriebsrad, sobald die Last zunimmt. So wird ein Wegrutschen des Rades besonders bei steilen oder nassen Rampen verhindert. Bei den Niederhubstaplern bietet Crown eine Fahrerstandaufhängung, die ihre Federkraft an das Körpergewicht des Bedieners anpasst und die Stoßenergie bei Rampenfahrten um mehr als 80 % reduziert.

Das gibt dem Bediener ein sicheres Gefühl auch bei hohem Arbeitstempo. Diese Funktion wird ebenso im Hintergrund durch Elektronik geregelt wie die Einstiegsleiste mit Sicherheitsschalter. Sie sorgt für ein sofortiges Abbremsen des Fahrzeuges, sobald sich ein Teil des Fußes des Bedieners außerhalb der Fahrzeugkontur befindet.

Aktive Fußschutzleiste

Auch die Zulieferer sind innovativ

Dass nicht nur die Staplerhersteller, sondern auch die Zulieferer und der technische Handel aktiv und innovativ sind, wenn es um die Sicherheit von Flurförderzeugen geht, zeigt die aktive Fußschutzleiste, die die Harry Wegner GmbH aus Hamburg gemeinsam mit einem Logistikunternehmen entwickelt hat. Anlass für die Entwicklung war die Tatsache, dass Fußverletzungen bei mitgängergeführten Flurförderzeugen seit Jahren auf Platz Eins der Unfallstatistik stehen: Der Fahrer fährt sich selbst oder einem Dritten über den Fuß. Der Totmannschalter an der Deichsel verhindert das meist nicht, weil der Bediener nicht genau mittig zum Gerät, sondern seitlich versetzt geht.

Abhilfe schafft hier eine Leiste mit einer pneumatisch-elektrischen Schaltung, die auslöst, sobald der Fuß gegen die Leiste drückt. In diesem Moment wird eine Schnellabschaltung aktiviert, die mit der Antriebssteuerung kommuniziert. Das Fahrzeug bremst dann sofort und fährt ein Stück in die Gegenrichtung. Das System, das auch an bereits vorhandenen Staplern nachgerüstet werden kann, wurde mit dem „Innovationspreis Technischer Handel 2012“ ausgezeichnet.

Atlet Flurförderzeuge GmbH, E-Mail: info@atlet.de, www.atlet.de

Crown Gabelstapler GmbH & Co. KG, www.crown.com

Flurförderzeuge: Mehr Sicherheit durch Elektronik

Linde Material Handling GmbH & Co. KG, E-Mail: info@linde-mh.de, www.linde-mh.de

Sichelschmidt GmbH, E-Mail: info@sichelschmidt.de, www.sichelschmidt.de

Harry Wegner GmbH & Co. KG, E-Mail: hw@harrywegner.de, www.harrywegner.de

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