Software

Software macht Intralogistik wertvoll

Das Omnichannel-Geschäft sollte heute zum Alltag vieler Unternehmen gehören, die bislang auf ihren Direktvertrieb oder auf ihr Händlernetz gesetzt haben. Denn Endanwender nutzen die Beschaffungswege, die ihnen im Augenblick am einfachsten und günstigsten erscheinen. Der Wahl des richtigen Warehouse-Management-Systems kommt dabei eine zentrale Rolle zu.

WMS von viastore
Durch die einfache Benutzeroberfläche lässt sich ein WMS intuitiv bedienen – für den Manager auch per Smartphone oder Tablet. Foto: viastore

Ignoriert man zum Beispiel den Webshop zugunsten anderer Vertriebswege, handelt man am Kundenbedarf vorbei. Digitale wie klassische Kommunikations- und Vertriebskanäle laufen künftig parallel, müssen jedoch eng miteinander vernetzt sein, sonst bleibt die Effizienz auf der Strecke. Das betrifft vor allem die Intralogistik, für die es einen erheblichen Unterschied ausmacht, ob ein Hersteller von Industrieprodukten seinen Händler mit einem Abrufauftrag beliefert oder ob der Endanwender nach dem Mausklick auf ein dringend benötigtes Teil wartet. Bestellungen gehen über das Internet, über Dispo-Aufträge von Filialen oder von Vertriebsmitarbeitern über das ERP-System ein. Kundenservice und Retourenhandling laufen zudem immer häufiger online ab. Das ist nicht nur bei den Amazons und Zalandos dieser Welt so, sondern auch beim mittelständischen Maschinenbauer. Was für den Vertrieb neue Wege erschließt und für den Kunden besonders benutzerfreundlich und bequem ist, stellt logistisch gesehen eine große Herausforderung dar. Denn Hersteller, Händler und Dienstleister müssen extrem flexibel sein, in Echtzeit auf Kundenwünsche reagieren, pünktlich liefern und dabei auch noch bei Bestellgröße 1 Geld verdienen. Damit vom Eingang des Auftrags bis zur Auslieferung alle Prozesse schlank und fehlerfrei funktionieren, ist neben einer leistungsstarken Lager- und Sortiertechnik vor allem die Software entscheidend.

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Kernfunktionen eines WMS

Wareneingang:
  • Avisierung
  • Vereinnahmung
  • Dekonsolidierung
  • Qualitätsprüfung
  • Einlagerung
  • Bestandsrückmeldung
  • Retourenmanagement
Lagerinterne Prozesse:
  • Umlagerung
  • Nachschub
  • Umbuchung
  • Inventur
  • Leitstand
Warenausgang:
  • Auftragsverwaltung
  • Kommissionierung
  • Konsolidierung
  • Verpackung
  • Versand
  • Lieferrückmeldung

In Funktionalität, Größe und Leistung skalierbar

Um alle Aufträge effizient zu bearbeiten, empfiehlt sich der Einsatz eines Warehouse Management Systems (WMS), das in Größe, Leistung und vor allem Funktionalität skalierbar ist – und das über Standardschnittstellen mit den gängigen ERP-Systemen wie auch mit ergänzenden Systemen wie Zoll oder Transportmanagement kommuniziert. Dieses verwaltet nicht nur Lager und Bestände, sondern steuert auch die Intralogistikprozesse. Es organisiert, priorisiert und verarbeitet Bestellungen, die über die unterschiedlichen Vertriebskanäle eingehen. Dabei koordiniert das WMS den Wareneingang, die Einlagerung, die Lagerposition, die Auslagerung, Kommissionierung, Verpackung sowie den Warenausgang und Versand. Ob kleine Lager mit geringem Durchsatz, Distributionszentren mit mehreren Hunderttausend Orderlines am Tag, komplexe Logistikzentren mit verschiedenen Lagerzonen und hoher Performance, Automatiklager oder manuell- oder staplerbediente Anlagen: Bei einem modernen WMS schaltet man per Mausklick die erforderlichen Ressourcen, Lager- und Kommissioniertypen zu. Das WMS passt sich an Wachstum, sich verändernde Bedürfnisse und neue Artikelstrukturen eines Unternehmens an. Es steuert darüber hinaus auch Shuttles, Regalbediengeräte, Fördertechnik, Sorter und andere mechanischen Komponenten und ist in der Lage, das Management und die Visualisierung komplexer Materialfluss-Systeme zu übernehmen.

Vielfältige Anpassungsmöglichkeiten

WMS
Ein WMS sorgt dafür, dass alle Prozesse vom Warenein- bis zum Warenausgang reibungslos und fehlerfrei funktionieren – und dass vor allem die Kunden die richtigen Waren in der gewünschten Zeit erhalten. Foto: viastore

Einige Softwareanbieter liefern Zusatzfunktionen wie Chargen- und Seriennummern-Verwaltung, Energie- und Mandanten-Management sowie die Berücksichtigung des Herstell- und Haltbarkeitsdatums. Solche WMS sind branchenübergreifend einsetzbar. Zu den Erweiterungsmodulen eines Lagerverwaltungssystems gehören auch Softwarepakete, die unter anderem unterschiedliche Kommissionierprinzipien unterstützen.

Obgleich ein Lagerverwaltungssystem komplexe Aufgaben in einem Unternehmen steuert, muss es einfach und intuitiv zu bedienen sein, für den Manager auch per Smartphone oder Tablet. Jeder Mitarbeiter sollte in der Lage sein, die Software ohne großen Schulungsaufwand zu nutzen. Daher ist eine selbsterklärende, grafische Benutzeroberfläche zwingend notwendig. Mit Hilfe verschiedener Dialoge hat der Leitstandsmitarbeiter einen genauen Überblick über sämtliche Fortschritte in der Auftragsbearbeitung.

WMS optimiert gesamtes Supply Chain Management

Die Vorteile eines modernen Lagerverwaltungssystems liegen in der schnellen Verarbeitung von Lageranfragen sowie der Erfassung des Lagerbestandes in Echtzeit. Ein solches WMS erhöht die Prozesssicherheit und ermöglicht eine optimale Nutzung aller Lagerressourcen. Das reduziert die Lagerkosten und erhöht gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens.

Markus Müllerschön

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