Interview zur Logimat
Antriebstechnik in der Intralogistik
Marina Nehmiz, Strategisches Geschäftsfeldmanagement System Solutions, SEW-Eurodrive Germany, im Interview.
2024 ist noch nicht vorüber, da werfen wir schon einen Blick auf die Intralogistik-Fachmesse LogiMat im kommenden Jahr. Welche Rolle spielt die Messe für SEW-Eurodrive als Antriebsspezialisten?
Energiesparen und Fachkräftemangel beeinflussen auch die Logistikbranche maßgeblich. Der Grad der Anlagenautomatisierung steigt kontinuierlich, Vernetzung der Materialströme und durchgängige Datenverarbeitung erhöhen die Flexibilität und Zuverlässigkeit in der Logistik. SEW-Eurodrive ermöglicht die Realisierung moderner Logistikapplikationen mit den Produkten aus dem Automatisierungsbaukasten Movi-C. Er macht es möglich, flexibel auf Anpassungen in der Logistikindustrie zu reagieren. Das betrifft beispielsweise Regalbediengeräte, Sorter, Shuttlelösungen und Palettenheber oder Förder- und Hubmodule. Außerdem ist die LogiMat die Plattform, auf der wir unsere Lösungen für mobile Systeme vorstellen. Diese wurden speziell entwickelt, um verschiedene Aufgaben in der Logistik und Produktion effizienter zu gestalten. Sie unterstützen bei der Kommissionierung, dem Materialtransport und der Bestandsverwaltung und bieten eine flexible und skalierbare Automatisierungslösungen.
Welche Trends in der Intralogistik beobachten Sie in Ihrem Marktsegment?
Produktionslogistik und Distributionslogistik wachsen systematisch zusammen, der Grad der Anlagenautomatisierung und der Bedarf an Daten steigen kontinuierlich. Gleichzeitig wird der Energiebedarf über die gesamte Logistikkette zunehmend zum Differenzierungsmerkmal. Lückenlose Daten aus der Logistikkette erlauben bereits heute die Bestimmung des Energieaufwands für einzelne Warenströme oder einzelne Paketsendungen. SEW-Eurodrive unterstützt die Datenerfassung und durchgängige Vernetzung der Logistikmodule mittels digitaler Datenschnittstelle Movilink-DDI zwischen der elektromechnischen Antriebseinheit und dem Umrichter. Die IE5-Synchronmotoren der Baureihe DR2C erreichen einen Wirkungsgrad bis zu 91 %. In Kombination mit effizienten Getrieben und intelligenten Frequenzumrichtern entstehen so energiesparende Antriebslösungen.
In welchem Maß werden durch Digitalisierung und Automatisierung die Technologien der Intralogistik und die Antriebstechnik künftig noch enger zusammenwachsen?
Vom Planungsbeginn über die Inbetriebnahmephase und den Betrieb der Logistikanlagen entstehen viele unterschiedliche Daten. Diese sollen möglichst vielen Anwendern zu unterschiedlichen Zwecken und zu jeder Zeit in standardisierten Formaten zur Verfügung stehen, beispielsweise für Anlagenoptimierungen oder Zustandsdiagnose. Selbst am Ende des Anlagenlebenzyklus gewinnen die gesammelten Daten zunehmend an Bedeutung, unter anderem für Teilewiederwendung oder Recycling-Prozesse. Ergänzend zu den hardwaretechnischen Anforderungen nimmt SEW-Eurodrive auch die Software in den Fokus. Hier sollen vor allem Inbetriebnahmezeiten reduziert und die Überwachung des Systems vereinfacht werden. Die automatische Identifikation des Antriebs mithilfe des digitalen Typenschilds verkürzt die Inbetriebnahmezeit. Sie ermöglicht die gezielte Bereitstellung von Wartungsinformation und Daten für eine effiziente Kreislaufwirtschaft der Komponenten am Ende der Lebenszeit.











