Aus materialfluss 5/2020

Schnell und sicher an der Rampe

„Lkw dockt an, Stapler belädt, Lkw fährt ab“, auch wenn diese Vision eines reibungslosen Verladungsablaufs einfach erscheint, ist sie dennoch aufgrund diverser Begleitumstände herausfordernd.

© Arnold Verladesysteme

So besteht neben der Gefahr des Lkw-Wegrutschens während der Beladung auch das Risiko des Umkippens abgestellter Sattelauflieger sowie das zu starke Einfedern des Lkw beim Ein- und Ausfahren des Staplers, wodurch oftmals die eingebauten Rampen den Höhenausgleich nicht mehr bewältigen können. Ergänzt werden diese praktischen Probleme noch mit generellen Vorschriften, die es einzuhalten gilt, um Gefahren abzuwenden. Logistiker müssen diese Herausforderungen so lösen, dass dadurch möglichst keine Zeit verloren geht und die Abläufe so simpel gehalten werden, dass sie ohne große Vorkenntnis und mit nur geringen gemeinsamen Sprachkompetenzen umsetzbar sind.

Übersicht aus der Ferne
Womit lässt sich also die Gefahr des Wegrutschens verhindern? Die Berufsgenossenschaft schreibt vor, dass Lkw mit Keilen während der Verladung zu sichern sind. Den Keil hat der Lkw-Fahrer ans Rad zu legen und das ist vom Verlader vor Verladebeginn zu prüfen. In der Praxis ist dies oft schon ein Problem: der Verlader müsste immer erst einmal nach außen, um sehen zu können, ob ein Keil unterliegt. Um dieses schon aus der Entfernung feststellen zu können, wurde der Arnold Flaggenkeil entwickelt. Die stabile Fahne ist auf der Seite, die zum Fahrer zeigt, rot und auf der Seite zur Rampe grün. Sieht der Verlader die grüne Fahne neben dem Lkw weiß er, dass der Keil da ist und kann verladen.

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Die Flaggenstange ist zugleich ein ergonomischer Griff, der es erlaubt, den Keil ohne Bücken zu greifen. Der Keil selbst ist robust und mit einer rutschhemmenden, austauschbaren Unterseite versehen. Es gibt ihn sowohl für die Fahrer- als auch für die Beifahrerseite. Eine weitere Lösung: die sogenannten Arnold E-Keile. Diese Keile zeichnen sich dadurch aus, dass sie die Rampen- oder Torsteuerung erst dann freigeben, wenn der Keil ein Signal sendet. Die Verbindung zwischen Rampe und Keil gibt es sowohl in patentierter Funklösung ohne Batterie als auch am robusten Spiralkabel mit Schnellkupplung. Gemeinsam ist den Systemen, dass der Verlader auf einem Schaltkasten auf großen LED-Leuchten sieht, ob der Keil aktiviert wurde. Dem Lkw-Fahrer zeigt eine Außenampel neben dem Tor rot, solange der Verladeprozess läuft.

Wird der Keil vorzeitig entfernt, ertönt ein Alarm und die Innenampel sowie die Anzeige auf dem Schaltkasten springen auf rot. Alarmfrei kann der Keil erst entfernt werden, wenn der Verlader das Verladeende per Knopfdruck quittiert – dies wird dem Lkw über die Außenampel signalisiert, so dass er den Keil entfernen und abfahren kann. Der Keil ist Teil eines Baukastensystems, so dass diverse Sensoren und Funktionen bereits im Standard jederzeit nutzbar und erweiterbar sind.

Zudem besteht beim Verladen die Möglichkeit, auf auto­matische Systeme, wie das Arnold Anti-Roll-System, das in immer mehr Groß­anlagen zum Einsatz kommt, zu setzen. Es zeichnet sich durch Robustheit und ein­fache Bedienbarkeit aus. Der Verlader muss nur noch per Knopfdruck am Schaltkasten die Keile hochfahren und bei Verladeende per Knopfdruck senken. Da die Rampe erst nach der Sicherung freigegeben wird, ist ein Vergessen ausgeschlossen. Ablauf: Der Lkw dockt an, wird vom Stapler beladen und fährt danach ab. Damit das nicht zu früh geschieht, zeigt eine Ampel an, wenn die Keile wieder im Boden verschwunden sind.

Vorschriftskonform und praktikabel: Safety Jacks
Wird der Auflieger für die Beladung dagegen ohne Zugmaschine abgestellt, so besteht die Gefahr des Umkippens nach vorne. Hierfür gibt es die Vorschrift, ihn gegen Kippen zu sichern. Eine häufig gewählte, jedoch unzulängliche und nicht erlaubte Lösung ist ein Palettenstapel. Vorschriftskonform und einfacher ist die Verwendung von sogenannten Safety Jacks. Mit großen Rollen und angenehmen Griff einfacher zu bedienen, können diese ohne Stapler von jedem leicht ­bewegt und untergestellt werden. Es gibt sie in verschiedenen Ausführungen, so dass je nach Budget und Anwendungshäufigkeit eine passgenaue Lösung zur Verfügung steht. Feuerverzinkte Ausführungen sind besonders langlebig und mit 2-Gang-Winde sehr komfortabel, wie der neue Safety Jack 6. Dieser hat zudem noch eine reflektierende Oberfläche, so dass er auch bei Dunkelheit gut gesehen wird.

Safety Jacks gibt es auch in einer Variante gegen das zu tiefe Einfedern des Heckbereichs. Die patentierte Lösung verfügt über das gleiche Bedienkonzept, nur passgenau für den hinteren Nutzungsfall. Es wird am hinteren Ende auf beiden Seiten je ein Safety Jack 9 untergestellt. So kann der Lkw nicht tiefer einfedern als bis zur Auflage des höhenverstellbaren Safety Jacks. Dieser ist so schmal, dass er in den meist sehr engen Zwischenräumen noch Platz findet.

Lösungen passgenau wählen
Jede Verladezone und jede Verladeanwendung stellt die Anwender vor individuelle Herausforderungen. Daher ist es wichtig, sich zu den unterschiedlichen Lösungen beraten zu lassen und diese gegebenenfalls mit Musteranlagen zu erproben, welche Variante die beste für die eigenen Mitarbeiter und Lkw ist. Arnold Verladesysteme ergänzt sein Programm an Portfolio-Lösungen durch individuelle Anpassungen bei Bedarf.

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