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Artikel und Hintergründe zum Thema

Autonomer Lkw nimmt Kurs auf die Autobahn:

Kai Ingmar Link,

Projekt ATLAS-L4 von MAN Trucks auf Erfolgskurs

Das Vorhaben, autonom fahrende Lastwagen auf Deutschlands Autobahnen zu bringen, rückt immer näher zur Realität. Seit Januar 2022 kooperieren führende Unternehmen und Institutionen wie MAN Truck & Bus, Knorr-Bremse, Leoni, Bosch, Fernride, BTC Embedded Systems, Fraunhofer AISEC, Technische Universität München, Technische Universität Braunschweig, TÜV SÜD, Autobahn GmbH und das Würzburger Institut für Verkehrswissenschaften (WIVW GmbH) im Forschungs- und Entwicklungsprojekt ATLAS-L4 (Automatisierter Transport zwischen Logistikzentren auf Schnellstraßen im Level 4), um autonome Lastwagen auf die Straße zu bringen. Dieses Projekt orientiert sich am im Jahr 2021 verabschiedeten Gesetz zum autonomen Fahren, das autonomes Fahren auf klar definierten Strecken unter technischer Aufsicht ermöglicht.

Der nächste große Meilenstein ist die Premiere im öffentlichen Straßenverkehr: Voraussichtlich noch 2023 soll es für das Testfahrzeug zu ersten Fahrten auf die Autobahn gehen. © MAN Trucks

In den ersten 22 Monaten hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz geförderte Projekt bereits bedeutende Fortschritte gemacht. "Mit ATLAS-L4 wird bald erstmals ein autonom fahrender Truck auf einer Autobahn in Deutschland unterwegs sein", erklärt Dr. Frederik Zohm, Vorstand für Forschung und Entwicklung bei MAN Truck & Bus. "So wollen wir zur Hub-to-Hub-Automatisierung beitragen, also zum fahrerlosen Pendeln zwischen Logistikhöfen, und damit zu mehr Sicherheit, mehr Effizienz und weniger Staus auf den Straßen. Automatisierungskonzepte können auch dem Fahrermangel entgegenwirken."

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Was wurde seit Projektstart erreicht?
Die Projektpartner stellten kürzlich ihre bisherigen Arbeitsergebnisse bei einer Projektveranstaltung in München vor. MAN Truck & Bus hat in seiner Verantwortlichkeit für die Gesamtsystementwicklung einen Prototypen eines autonomen Lastwagens entwickelt, der mit Sensoren auf dem Dach, an der Front und an den Seiten der Fahrerkabine sowie internen Rechnern ausgestattet ist. Dieses Fahrzeug dient zunächst als Sensorfahrzeug zur Datenerfassung, bevor es für Funktionstests des autonomen Fahrens, einschließlich erster Testfahrten auf der Autobahn mit einem Sicherheitsfahrer, eingesetzt wird. Das Fahrzeug hat bereits erfolgreich seine ersten Kilometer auf dem MAN Testgelände in München absolviert, wobei die Funktionalitäten und Schnittstellen geprüft wurden. Dabei konnten die Komponenten erstmals miteinander kommunizieren und die Sensoren erstmals eine realistische Umfelderkennung durchführen.Zudem sind die für die Level-4-Architektur sicherheitsrelevanten Subsysteme, wie das Bordnetz, die Lenkung und das redundante Bremssystem, konzeptioniert und in ersten Musterständen erfolgreich getestet worden. Ein weiterer wichtiger Schritt war die Inbetriebnahme des Control Centers für die technische Aufsicht im September. Diese Einrichtung ermöglicht die Überwachung des Fahrzeugs und stellt alle relevanten Informationen, wie Geschwindigkeit und Automatisierungsstatus, über ein Web-Interface auf einer Karte dar.

MAN und das Fraunhofer-Institut für Angewandte und Integrierte Sicherheit AISEC führten erfolgreich eine projektbegleitende Risikoanalyse für das Fahrzeug durch. Basierend auf dieser Analyse wurden umfangreiche Cybersicherheits- und funktionale Sicherheitsmaßnahmen entwickelt, darunter authentische und verschlüsselte Kommunikation sowie Redundanzen und Degradationskonzepte für das autonome Fahrsystem. Dabei wurden zahlreiche Angriffs- und Ausfallszenarien durchgespielt und entsprechende Schutzkonzepte entwickelt.

Die nächsten Schritte
Der nächste bedeutende Meilenstein wird die Premiere auf öffentlichen Straßen sein. Voraussichtlich noch in 2023 wird das Testfahrzeug erstmals auf die Autobahn fahren, selbstverständlich mit einem Sicherheitsfahrer an Bord. Alle diese Schritte sind Teil des langfristigen Ziels von ATLAS-L4, nämlich den Einsatz von Level-4-automatisierten und damit fahrerlosen Lastwagen auf der Autobahn zu ermöglichen. Dies legt die Grundlage für künftige Serienanwendungen und die Umsetzung von Logistik 4.0, unterstützt durch das starke Konsortium von ATLAS-L4. Das Projekt wird bis Dezember 2024 laufen, und am Ende wird ein industriefähiges Konzept für den Einsatz automatisierter Lastwagen auf der Autobahn entwickelt sein.

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