Logistik-Dienstleister

So baut man morgen Autos

Wer in Zukunft im Automobilbau tonangebend sein will, muss mehr und mehr auf die richtigen Logistikkonzepte setzen. Aber welchen Philosophien wird die Zukunft gehören?

Logistik-Dienstleister: So baut man morgen Autos

Der automobile Weltmarkt ist durch die globale Krise nur kurz ins Stocken geraten. Insgesamt ist die globale Automobilwirtschaft wieder eine solide Wachstumsbranche. Für dieses Jahr wird eine Weltproduktion von 65,8 Mio. Fahrzeugen erwartet, gut 5 % mehr als 2011.

Die Logistiker, die auf Transportketten von den Herstellern zu den Händlern spezialisiert sind, profitieren in der Summe von den Erfolgen. Das gilt ebenso für die Logistiker, die mit den Materialflüssen in Beschaffung und Produktion befasst sind. Die Logistik ist als harter Produktionsfaktor ein zentraler Baustein für Zuverlässigkeit, Qualität und Kostenmanagement. Wird heute ein Auto noch aus rund 3.000 Einzelteilen montiert, so werden es künftig vielleicht nur noch einige Hundert Komponenten sein, weil damit die Montage wesentlich effizienter ist. Vormontagen und Komponentenfertigung liegen dann noch stärker bei Zulieferern oder Logistikern, die als verlängerte Werkbank der Hersteller agieren. All diese Entwicklungen ziehen große Material- und Warenflüsse nach sich. Die Logistik ist das Steuerungsinstrument der Material-, Waren- und Datenströme, so genannter Supply Chains.

Die Hersteller müssen ihre internationale Montage organisieren. Welcher Zulieferer soll welche Teile in welcher Stückzahl, wann und in welcher Reihenfolge an welche Montage-Linie liefern? Dabei wird die Montage der Nachfrage entsprechend gesteuert, wechselt also ständig das Tempo. Wer Logistik in dieser Qualität beherrschen will, muss global agieren – ob ein Hersteller neue Produktionsstätten auf anderen Kontinenten aufbaut oder für veränderte Beschaffungs-, Produktions- oder Absatzstrategien neue Supply Chains benötigt.

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Mit Outsourcing erreichen die Hersteller Know-how-, Produktivitäts- und Qualitätssteigerungen bei gleichzeitiger Kostensenkung. Sie können flexibler agieren, eigene Logistikinvestitionen erübrigen sich, Lieferengpässe werden vermieden und Fixkosten in variable Kosten umgewandelt. Das Outsourcing der Logistik ist ein Baustein der Lean Production. Der OEM Er benötigt ein Leistungsspektrum, das seine Supply Chains von der Beschaffung über die Produktion bis zur Distribution an die Händler steuert. Dabei muss der Logistiker Beschaffungs-, Industrie-, Produktions- und Distributionslogistik miteinander verknüpfen. Gefordert sind ganzheitliche Konzepte für ein effizientes Supply Chain Management.

Logistikketten für Fertigfahrzeuge brauchen Auto-Terminals an der Küste, an großen Flüssen und im Hinterland, Fahrzeugtransporte per Straße, Schiene und Wasser und Technikzentren auf den Auto-Terminals. Küstenterminals erfüllen hauptsächlich Aufgaben für den Export und Import von Fahrzeugen. Terminals an Flüssen und im Binnenland sind in erster Linie regionale Bündelungs- und Verteilerzentren für die Distribution an die Autohändler. Die Terminals haben im Idealfall auch technische Kompetenz.

Fertigfahrzeuge gelangen per Straße, Schiene oder Wasserstraße in die Händlerdistribution. Die Bündelung in Ganzzügen oder auf speziellen Schiffen ist ökonomisch wie ökologisch gleichermaßen attraktiv. So gelangen die meisten Exportfahrzeuge deutscher Hersteller mit Ganzzügen zu den Terminals an der Küste, wo sie auf große Autoschiffe in alle Teile der Welt verladen werden. Importfahrzeuge können per Schiene zu Binnenterminals transportiert und von dort aus per Lkw an die Händler verteilt werden. Haben Hersteller ihre Produktionsstätten an Wasserstraßen, bietet sich das Binnenschiff als Transportmittel an. Ein Schiffstransport erübrigt 70 Lkw-Transporte und ein Ganzzug 29 Lkw-Transporte.

Der zweite Leistungsbereich betrifft Beschaffungs- und Produktionslogistik. Kompetente Automotive-Logistiker bieten die individuelle Steuerung logistischer Prozesse, verbunden mit dem Management aller Informationsflüsse. Damit setzen sie auf stabile Kundenbeziehungen. Viele Kontrakte laufen allerdings nur über drei Jahre. Investitionen sind daher mit hohen Risiken behaftet. Der Logistiker muss dort investieren, wo der Kunde die Leistung braucht. Im Rahmen von Betriebsübergängen werden dabei aber auch bestehende Anlagen, Geräte und Personal übernommen.

Logistiker übernehmen vor Ort die Versorgung der Automobilproduktion. Die Belieferung der Montagelinien erfolgt just in time nach dem Prinzip Supply In Line Sequence. Ein Beispiel für die Werkslogistik ist die MDC Power GmbH im thüringischen Kölleda. MDC fertigt pro Jahr rund 500.000 Motoren für die Montagelinien in allen Teilen der Welt.

Über Bremen lassen Mercedes und VW ihre Supply Chains für die Teilezuflüsse aus den eigenen Werken und von insgesamt rund 500 Zulieferern für die Belieferung der Montagelinien in Übersee steuern. Dabei geht es um über 300.000 Fahrzeuge im Jahr, die nach dem Part-by-Part- oder CKD-Verfahren hauptsächlich nach Südafrika, Nord- und Südamerika sowie in asiatische Länder verschifft werden. Für beide Hersteller zusammen ergibt sich ein Volumen von etwa 7.000 unterschiedlichen Fahrzeugteilen. Das Logistikzentrum ist mit Großanlagen zur Härtung geklebter Rohbauteile und deren Konservierung ausgestattet.

Anspruchsvolle Kunden

Die Automobilindustrie gehört zu den anspruchsvollsten Logistikkunden. Die Automotive-Logistik gilt als die Königsdisziplin der Branche. Die OEMs, die im globalen Wettbewerb dauerhaft erfolgreich sind, konzentrieren sich auf ihre Kernkompetenzen und haben sich durch Outsourcing von peripheren Aufgaben befreit. Die Erwartungen wachsen ständig. Dabei wird die Logistik wird als Kostensenkungsfaktor gesehen. Durchgängige Konzepte beinhalten durchaus Potenzial. Über die Größenordnung haben Kunden und Logistiker zumeist unterschiedliche Auffassungen. Ein Ziel der Kunden ist, eigene Fixkosten mit Hilfe der Logistik in variable Kosten umzuwandeln. Volumenschwankungen in der Produktion sollen so abgefedert werden. Damit verlagern sich Beschäftigungs- und Haftungsrisiken.

Der Automobilmarkt

Die Prognosen bis 2015 bestätigen die globale Verschiebung der Automobilmärkte. Eine verhaltene Entwicklung mit einem Zuwachs von 8 % wird für die USA und Westeuropa erwartet. Spitzenreiter mit einem Plus von 43 % ist Asien, gefolgt von Osteuropa mit 33 %. Die Automobilhersteller haben ihre Fertigungstiefe reduziert. Sie liegt noch zwischen 20 und knapp 30 %. Outsourcing ist ein zentraler Begriff. Für Teile, Komponenten und zunehmend sogar für die Entwicklung sorgen Zulieferer. Die Werke der Hersteller sind im weltweiten Produktionsverbund zumeist Montagelinien für bestimmte Modellreihen oder spezialisierte Produktionsstätten für die Herstellung von Baugruppen, die wiederum aus Komponenten vieler Zulieferer bestehen. Die eigene Produktion arbeitet also teils ebenfalls als Zulieferer für die weltweite Montage.

BLG Logistics Group AK & Co. KG, E-Mail: communications@blg.de, www.blg.de

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