Veränderte Prozesse

Smart durchs Lager – mit autonomen Transportsystemen

Wenn man den Kaufleuten, die 1877 die Bremer Lagerhaus-Gesellschaft gründeten, erzählt hätte, dass über eineinhalb Jahrhunderte später selbstfahrende Roboter durch ihre Lagerhäuser flitzen würden – sie hätten einen wohl für verrückt erklärt.

© BLG Logistics

Die Gründung der Bremer Lagerhaus-Gesellschaft fällt in die deutsche Hochindustrialisierung, in der sich Deutschland zu einem modernen Industriestaat wandelte. In dieser Zeit veränderten sich wirtschaftliche und gesellschaftliche Strukturen grundlegend und damit auch die Arbeitsbedingungen der ­Logistiker. Auf den Wandel ihrer Zeit mussten die Gründerväter der Bremer Lagerhaus-Gesellschaft reagieren und tech-nische Neuerungen gewinnbringend für das Unternehmen nutzen. Das ist ihnen gelungen. Über 140 Jahre später ist aus der Idee, Lagerräume am Wasser zu konzentrieren und den Güterumschlag zentral gemeinsam zu betreiben, ein globales Logistikunternehmen geworden. BLG Logistics ist heute mit über 100 Standorten auf der ganzen Welt vertreten. Die Unternehmensgruppe bietet rund 18.500 Arbeitsplätze und hat sich mit seinen drei Geschäftsbereichen Automobile, Contract und Container europaweit einen Namen gemacht.

Veränderte Prozesse durch Digitalisierung
Dabei ist BLG Logistics heute stärker denn je gefordert, intelligente und kundenspezifische Lösungen anzubieten. Denn die Digitalisierung verändert die Logistik und ihre Prozesse massiv. Wie kann sich ein globales Logistikunternehmen darauf vorbereiten? Diese Frage hat sich die BLG in den letzten Jahren immer wieder gestellt und ist zu dem ­Ergebnis gekommen: Die vielen neuen Themen, Technologien und Projekte brauchen einen klugen Prozess. BLG ­Logistics organisiert Innovationen und neuen Technologien, die für das Unternehmen interessant sind oder werden können, systematisch. Drei Arten haben sich dabei bewährt: operative Projekte, Forschungsprojekte und 100-Tage-­Projekte. In den operativen Projekten werden Impulse und Anregungen aus dem Tagesgeschäft und der Zusammenarbeit mit Kunden umgesetzt. So werden Prozesse kontinuierlich verbessert. Forschungsprojekte setzen auf langfristiges Engagement. Vor allem junge Technolo-gien brauchen in der Regel noch sehr viel Entwicklung. Mit kompetenten Partnern forscht BLG Logistics an diesen Projekten mit einem Zeithorizont zwischen drei und fünf Jahren. Ganz anders der dritte Teil der Innovationsaktivitäten: Die 100-Tage-Projekte. In nur 100 Tagen testet die BLG marktreife Technologien und setzt neue Lösungen direkt im Tages­geschäft um.

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Maschine und Mensch nebenher
Im aktuellsten 100-Tage-Projekt erprobt das Logistikunternehmen den Einsatz fahrerloser Transportsysteme. Dabei steht die optimale Zusammenarbeit von Mensch und logistischen Objekten im Fokus der Interpretation von Industrie 4.0. Schon jetzt erleichtern Maschinen an vielen Stellen der Wertschöpfungskette die Arbeit. Sie übernehmen körperlich anstrengende oder monotone Tätigkeiten und entlasten dadurch die Mitarbeiter. Diesen Mehrwert erhofft sich das Logistikunternehmen auch bei seinem jüngsten Testprojekt. Mehrere Wochen sind autonome Transportsysteme im Logistikcenter in Bremen im Einsatz.
Das Ziel: Die autonomen Hubwagen in einer realen Umgebung mit Menschen zu testen. Was passiert zum Beispiel, wenn sich Mensch und Maschine auf der Fläche begegnen? Das Projektteam baute dazu zwei verschiedene Testumgebungen auf. Der autonome Hubwagen soll Ladungsträger aufnehmen und an einer vorgegebenen Stelle wieder abladen. Nachdem das fahrerlose Transportsystem von den Mitarbeitern angelernt und programmiert ist, muss es nicht mehr bedient werden und bewegt sich eigenständig zwischen den vorher definierten Orten. Es orientiert sich mithilfe von Sensoren sowie ­einer zuvor erlernten Umgebungskarte und kommt daher ohne zusätzliche Markierungslinien im Lager aus. Auch im Team funktioniert der autonome Hub­wagen: Seine erlernte Karte kann er per WLAN-Verbindung mit anderen Roboterkollegen teilen.

Zwei Stufen für die Sicherheit
Damit die Arbeit auf engem Raum auch mit den Kollegen aus Fleisch und Blut reibungslos funktioniert, hat das Transportsystem ein zweistufiges Sicherheitssystem einprogrammiert. Im ersten Schritt verlangsamt sich das System und in einem weiteren wird ein Bremsvorgang eingeleitet, sobald ein Hindernis von den Sensoren erkannt wird. Außerdem konnten die Kollegen die Erkenntnis gewinnen: Eine exakte Posi­tionierung der Ladungsträger und möglichst kurvenlose Wegstrecken steigern die Effizienz des gesamten Systems. Mit den autonomen Transportsystemen kann eine ganze Bandbreite an Aufgaben automatisiert werden. Dazu zählen zum Beispiel der Transport von Kleinladungsträgern oder das Ein- und Auslagern von Produkten. Auf sich ständig ändernde Produktionsbedingungen oder auf Just-in-time Bereitstellung von Ware kann mithilfe der intelligenten Robotersysteme schnell reagiert werden.
BLG Logistics überprüft nach Abschluss der Testphase, wie das Projekt in den Dauerbetrieb überführt werden könnte und ist schon dabei, die nächste spannende Technologie auf seine Einsatzmöglichkeiten zu überprüfen.

Intra meint: Sauber!
Die Geschwindigkeit, mit der BLG Logistics in die Zukunft marschiert, ist erstaunlich: Mit klugen Ideen wie beispielsweise 100-Tagen-Projekten beschäftigen sich längst nicht alle Logistik-Dienstleister, von gezielter Forschung mal ganz zu schweigen. Die Zukunft wird zeigen, ob BLG Logistics Industrie 4.0 richtig interpretiert. Was man heute schon sieht, sieht sehr danach aus!

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