Lager- und Regalsysteme
Gesamtlösung für's Lager: Hohe Lieferbereitschaft sicher gestellt
Um auch künftig sicherzustellen, dass die hochwertigen Produkte von Keimfarben pünktlich bei den Kunden eintreffen, investierte das Unternehmen in ein automatisches Palettenlager, das optimal an die Anforderungen des Kunden angepasst wurde.
Neben der hohen Produktqualität hat Keimfarben eine zweite wichtige Kernkompetenz, die hohe Lieferbereitschaft.
„Wenn ein Handwerker auf dem Gerüst steht und noch einen Eimer einer ganz bestimmten Farbe braucht, muss er den auch innerhalb kürzester Zeit erhalten“, schildert Wolfgang Listle, Produktionsleiter bei Keimfarben, die Herausforderung. „Ruft der Kunde vormittags an, bekommt er seine Ware, ob lagerhaltig oder nicht, am nächsten Tag, wenn das erforderlich ist.“
Um die wirkliche Herausforderung hinter dieser Logistikleistung zu erkennen, muss man etwas genauer hinter die Kulissen blicken. Die Keimfarben-Produkte werden bei Neubauprojekten, aber insbesondere in der Renovierung und im Denkmalschutz eingesetzt. „Das erhöht natürlich die Anzahl der individuellen Farbtöne und -schattierungen“, erläutert Listle. „Aus diesem Grund ergibt es keinen Sinn, alle Farben in allen Abtönungen und Varianten am Lager vorzuhalten.“ Das Unternehmen liefert Beschichtungssysteme für ganz unterschiedliche Anwendungen innen und außen. „Es sind schon sechs ‚weiße’ Basisfarben, die dann abgetönt werden“, sagt Listle weiter.
Bis zu 200 t Farbe gehen in Spitzenzeiten so durch die Fertigung und zum Kunden – am Tag.
Dabei wird die Farbe nicht einfach, wie etwa im Baumarkt, nur mit Pasten gemischt, sondern mineralische Pigmentpulvermischungen werden individuell angesetzt. Den Anspruch, die hohe Produktqualität individuell und originalgetreu herzustellen und innerhalb dieser kurzen Frist den Kunden zu liefern, stellt die wirkliche Herausforderung an die Intralogistik dar. Zumal Diedorf der einzige Standort ist, an dem Silikatfarben hergestellt werden. Das Werk Alteno produziert Mineralputze und ist gleichzeitig Vertriebsstandort für die Silikatfarben, so wie auch die Niederlassungen in Köln und Hannover. Auch dort können die Farben ganz nach Wunsch abgetönt werden. Die Abtönkonzentrate und die weißen Basisfarben werden aus Diedorf beigesteuert.
Da vor allem der Lagerbereich im Werk Diedorf aus allen Nähten platzte, beauftragte die Keimfarben viastore systems mit einem zweigassigen automatischen Palettenlager (APL), das direkt an die Produktion angebunden und neben die bestehenden konventionell bedienten Lagerbereiche gebaut wurde. viastore lieferte das System, das aus dem Lagersilo, den Regalbediengeräten viapal, der Fördertechnik und der SAP-Integration besteht, als Generalunternehmer.
Das APL ist etwa 70 m lang, 22 m hoch und bietet rund 3 000 Stellplätze. Auf Euro-Paletten werden hier die verschiedenen weißen Innen- und Außenfarben gelagert, die später an den Kunden ausgeliefert oder bedarfsbezogen mit den Farbkonzentraten abgetönt werden. Ebenfalls auf Euro-Paletten im APL gelagert werden Abtönkonzentrate und gängige Farbtöne der Keimfarben- Farbpalette. Zudem befindet sich noch Handelsware im APL. All diese Waren werden als Ganzpalette ausgelagert. Angebrochene Paletten werden nicht mehr zurückgelagert, sondern in den manuellen Lagerbereich für Kleinmengenbestellungen verbracht.
„Früher haben wir aus Platzgründen kaum auf Vorrat produzieren können, nicht einmal die Standardprodukte. Das bedeutete, dass wir die Maschinen immer wieder je nach Auftragssituation umrüsten mussten und so viel Zeit verloren und Kosten verursacht haben“, erklärt Listle.
Durchgängige Lagerprozesse Im manuellen Lager werden zudem Putze, weitere Beschichtungssysteme, Untergrundbehandlungen und auch Handelswaren untergebracht. In der Winterzeit, wenn es auf dem Bau etwas ruhiger zugeht, produziert Keimfarben die Farbpulver für die Abtönkonzentrate. Diese werden in IBC (Intermediate Bulk Container) verpackt, die die Grundfläche einer CP-1-Palette haben. Diese IBC lagern ebenfalls im APL und werden nach Bedarf der Produktion zugeführt. Zudem dient das APL als Puffer für individuell gefertigte Waren, deren Liefertermin erst später ist. „Das ist vor allem bei unseren Tochtergesellschaften der Fall“, sagt Listle.
Die Waren, die für das APL vorgesehen sind, kommen direkt aus der Produktion. Nachdem die Farben in Eimer abgefüllt worden sind, werden diese automatisch auf den Euro-Paletten gestapelt. Ein Lagermitarbeiter setzt diese Paletten dann mit dem Stapler auf einen Kettenförderer, der sie zu einer Folienschrumpfanlage transportiert, um die Ladung zu sichern.
„Eine besondere Herausforderung war hier, dass die Palettenfüße frei bleiben“, erklärt viastore-Projektleiter Ludger Schmitz. „Denn erstens befindet sich der Barcode auf dem mittleren Palettenfuß, der muss automatisch gelesen werden können. Zweitens muss die Gabel des automatischen Regalbediengeräts die Palette problemlos greifen können, was nicht geht, wenn der Freiraum mit Folie ausgefüllt ist.“ Diese Herausforderung haben die Fachleute gelöst, indem die Palette beim Schrumpfvorgang etwas angehoben wird und die Folie damit nur an den Ecken anliegt. Von dieser Anlage gelangt die Palette dann auf einen Querverfahrwagen, der sie schließlich zum Übergabeplatz bringt, an dem sie das RBG viapal übernimmt und im APL einlagert. Die Auslagerung erfolgt nach dem gleichen Prinzip, nur auf der gegenüberliegenden Seite des APL. „Damit haben wir die Ein- und Auslagerung komplett voneinander entkoppelt und können den neu gewonnenen Raum optimal nutzen“, betont Listle. Bereits seit 1995 nutzt Keimfarben SAP. „Sämtliche Geschäftsprozesse sind in SAP integriert“, sagt Listle. Nicht zuletzt dadurch erreicht das Unternehmen seine hohe Produktqualität und Lieferbereitschaft. Denn SAP sorgt hier für ein hohes Maß an Transparenz. „Deshalb war es für uns wichtig, auch das APL in SAP abzubilden. Aus meiner Sicht ist viastore das einzige Unternehmen am Markt, das über eine so hohe Intralogistik-Kompetenz in Verbindung mit einer so hohen SAP-Kompetenz verfügt.“
Peter Auderer, SAP-Projektleiter bei viastore, ergänzt: „Die Produktionsprozesse von Keimfarben sind komplett in SAP integriert, ebenso die bestehenden Lagerbereiche. Aus diesem Grund war es der richtige Weg, auch die Automatikanlage ins SAP LES zu integrieren.“
Die große Fassadenfläche des APLSilos hat übrigens neben dem effektiven Schutz gegen Wind, Wetter und Temperaturunterschiede noch eine ganz andere Aufgabe. Sie ist das größte Schaufenster des Unternehmens. Denn auf großen Farbfeldern sind die Produkte zu sehen, die im Inneren des Gebäudes lagern. Zur besseren Ansicht für die ICE-Reisenden zwischen München und Stuttgart – die Trasse führt unweit am Lager vorbei – werden die Farbkästen nachts beleuchtet.
Keimfarben GmbH & CO.KG, E-Mail: [email protected], www.keimfarben.de viastore systems GmbH, E-Mail: [email protected], www.viastore.de










