Robotik und KI
Ein perfektes Paar
Roboter haben in der vergangenen Jahren die Industrie deutlich vorangebracht – etwa bei der Effizienz, der Entlastung von Mitarbeitern oder dem präzisen Abarbeiten monotoner Tätigkeiten. Der Einsatz künstlicher Intelligenz bringt die Leistungsfähigkeit der Roboter nun auf eine neue Stufe.
Künstliche Intelligenz (KI) ist in vielen Bereichen von Gesellschaft und Wirtschaft auf dem Vormarsch. Auch in der industriellen Produktion kommt die Technologie vermehrt zum Einsatz und entfaltet dabei vielfältige Vorteile. So können Roboter mit integrierter KI wesentlich präziser und flexibler agieren. Zudem lassen sie sich leichter an neue Anforderungen anpassen. Dies gilt für Industrieroboter, autonome mobile Roboter (AMR) und kollaborative Roboter (Cobots) gleichermaßen.
Sowohl analytische als auch generative KI kommt in modernen Industrierobotern zum Einsatz, um die Produktivität auf eine neue Ebene zu heben. Dank Transformation großer Datenmengen in verwertbare Informationen können Roboter mittels KI auch in unstrukturierten, dynamischen Umgebungen völlig autonom agieren. Ein Beispiel aus der Automobilindustrie: An der Karosserie eines Fahrzeugs müssen Tausende von Schweißpunkten verlässlich inspiziert werden, um die geforderten Qualitätsstandards zu
erreichen. Auf manuellem Wege könnte ein Kontrolleur etwa 85.000 Schweißpunkte pro Jahr überprüfen. Ein Roboter mit integrierter KI hingegen bewältigt mehr als 1,8 Millionen Prüfprozesse, was die Produktivität um den Faktor 20 steigert.
1.400 Artikel pro Stunde automatisiert greifen
Auch im Rahmen von Item-Picking-Anwendungen kann die Kombination aus Robotik und KI ihre Vorteile deutlich ausspielen: Der Robotic Item Picker von ABB ist in der Lage, verschiedenste Artikel in unstrukturierten Lagerumgebungen präzise zu identifizieren und mittels Vakuumgreifer sicher aufzunehmen. Dabei erkennt das System verlässlich, ob das jeweilige Objekt der vorgegebenen Form und Größe entspricht.
Dadurch ist es möglich, eine große Vielfalt an Artikeln und verformten Paketen in Lagern zuverlässig zu kommissionieren oder auch zu vereinzeln. Der Roboter erreicht hierbei eine Pick-Rate von bis zu 1.400 Artikeln pro Stunde und ist damit wesentlich schneller als jeder Mensch.
Darüber hinaus profitiert auch die mobile Robotik in Fabriken von KI-Technologien. Werden diese mit 3D-Bildverarbeitung kombiniert, ebnet das den Weg für Visual SLAM (Visual Simultaneous Localization and Mapping): AMR können damit zwischen fest installierten und beweglichen Objekten unterscheiden, ihre Umgebung eigenständig kartieren und auf dieser Grundlage intelligente Entscheidungen treffen. Zudem sorgt die Software AMR-Studio von ABB für intuitive Programmier- und Steuerungsprozesse, sodass sich die Zeit für die Inbetriebnahme der AMR um bis zu 20 % verkürzen lässt. Dies senkt die Hürden und vereinfacht die Implementierung. Davon profitieren vor allem Unternehmen mit geringem Automatisierungsgrad oder fehlender, interner Robotikexpertise.
Effizienzgewinn in der gesamten Wertschöpfungskette
Anhand dieser Anwendungsfälle wird deutlich, wie die intelligente Synthese aus KI und Robotik den Weg für neue Einsatzszenarien entlang der gesamten industriellen Wertschöpfungskette frei macht. So lassen sich zentrale Workflows sowohl in der Fertigung als auch in der Logistik effizienter, produktiver, verlässlicher, sicherer und flexibler gestalten. Ein weiterer Vorteil: Menschen werden dadurch von mühsamen, gefährlichen oder repetitiven Tätigkeiten entlastet und können sich anspruchsvolleren Aufgaben widmen.
Automatica, Halle B5, Stand 321











