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Artikel und Hintergründe zum Thema

Lagerautomatisierung

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AMR-Potenziale richtig ausschöpfen

Mit autonomen mobilen Robotern lassen sich einige der größten Herausforderungen in der Logistik bewältigen. Angesichts der wachsenden Zahl verschiedener Technologien, Modelle und Anwendungsbereiche sind allerdings eine sorgfältige und zukunftsorientierte Planung und Vorbereitung erforderlich, um die aktuellen sowie künftigen Anforderungen erfüllen zu können.

Anpassungsfähigkeit an das Unternehmenswachstum, saisonale Schwankungen oder Engpässe beim Personal zeichnen AMR aus. © Körber Supply Chain

Das schließt die Identifikation des passenden Herstellers, KPIs für Leistung, Durchsatz usw., aber auch Art und Umfang der Integration ein. Letztere ist nicht alleine eine Frage der Hard- und Software, sondern auch eine der Unternehmensprozesse. Selbst als stand-alone-Lösung muss das System zu den Abläufen im Lager, in der Kommissionierung oder der Produktionsumgebung passen. Hier sind technologie-agnostische Integratoren gefordert, die nicht nur einen Überblick über den AMR-Markt haben, sondern auch ein tiefes Verständnis für die spezifischen Anforderungen ihrer Kunden und deren Branchen und die ihre Kompetenzen auf definierte Marktsegmente konzentrieren.

Variable Leistungssteigerung, schnelle Rendite

Körber setzt als AMR-Integrator auf ein dynamisch wachsendes Ökosystem unterschiedlicher Anbieter und legt dabei das Hauptaugenmerk auf das Segment der Goods-to-Person-Automatisierung (GtP) durch AMR. Dabei transportieren Roboter Waren in Behältern oder in Regalen zum Mitarbeiter, unnötige Laufwege entfallen dadurch. GtP-Systeme versprechen einen besonders hohen Effizienzgewinn, wie Michiel Veenman, Vice President Advanced Technology Integration bei Körber erläutert: „In der Kommissionierung – einem der häufigsten Anwendungsbereiche – lassen sich die Pickzahlen bei hoher Genauigkeit typischerweise auf 150 – 450 Picks pro Arbeitsplatz und Stunde steigern.“

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Das kollaborative Arbeiten von Mensch und autonomen Robotern erleichtert die Tätigkeiten nicht nur, indem diese die Transportaufgaben übernehmen. Sie macht sie auch einfacher, insbesondere in Kombination mit fortschrittlichen Bedienerführungstechnologien wie Pick-by-Light- und Put-to-Light-Systemen. Das erhöht die Effizienz der Mitarbeiter, reduziert den Schulungsaufwand z.B. bei Saisonkräften und minimiert den menschlichen Fehler und damit teure Nacharbeiten oder Retouren. Da AMR-Lösungen in der Regel deutlich schneller realisiert werden können als konventionelle Automatisierungstechnologien, kommen die positiven Effekte auf die Leistung, Personalkosten und Fehlerquote unmittelbar zum Tragen, was einen schnellen Return of Investment ermöglicht, zumal die Investitionen schrittweise erfolgen können: In den meisten Anwendungsfällen kann die AMR-Flotte mit dem Bedarf wachsen.

© Körber Supply Chain

Skalierbare Lösungen

Diese Anpassungsfähigkeit an das Unternehmenswachstum, saisonale Schwankungen oder Engpässe beim Personal ist eines der Hauptargumente pro AMR. Die Zahl der Geräte korreliert mit dem Durchsatz, über sie lässt sich die Leistung in hohem Maße bedarfsgerecht steigern, was es ermöglicht, Investitionen punktgenau zu tätigen. Diese Rechnung geht umso besser auf, wenn die Versorgung der AMR (Goods-to-Robotic) und die nachgelagerten Prozesse mit der Leistungssteigerung mithalten können. Eine präzise, durchgängige Durchsatzberechnung bzw. Simulation stellt sicher, dass die Anzahl der eingesetzten Roboter von Anfang an optimal ist. Für die Zukunfts- und Investitionssicherheit sollten aber auch frühzeitig spätere Veränderungen betrachtet und auch in den angrenzenden Bereichen eingeplant werden, um Flaschenhälse zu vermeiden – „eine Aufgabe für einen versierten Integrator, der einen ganzheitlichen Blick auf alle betroffenen Prozesse und Systeme hat“, so Veenman.

Paradedisziplin Brownfield

Die Flexibilität der AMR zahlt nicht nur in die Skalierbarkeit ein. Dadurch eignen sie sich auch für Brownfieldprojekte, wie die Automatisierung bestehender Distributionszentren und Lager. Sie ist raumeffizient und benötigt anders als statische Fördertechnik oder schienengebundene Fahrzeuge keine nennenswerte Infrastruktur, abgesehen von der Bodenbeschaffenheit, die gleichmäßig hoch sein muss. Sie können in hohem Maße an unterschiedliche Gebäudedimensionen und -formen angepasst werden, sind in der Lage Hindernisse wie Säulen problemlos zu umfahren und eignen sich damit auch für den Einsatz auf bisher ungenutzten Flächen. Zeitaufwändige und kostenintensive bauliche Veränderungen oder Erweiterungen können so oft vermieden werden, was in Verbindung mit der ohnehin kurzen Realisierungszeit einen erheblichen Zeitgewinn bringt. Vorteile, die auch in der Neuanlage zum Tragen kommen: AMR ermöglichen aufgrund dieser Eigenschaften unter anderem ein flächenoptimiertes und ressourcenschonendes Lagerlayout 

Zusammenspiel mit anderen Technologien

Unabhängig davon, ob AMR im Zuge einer Modernisierung in eine Bestandsanlage integriert werden oder Teil einer geplanten Neuanlage sein sollen: Sie sind immer Teil eines Gesamtkonzepts. Veenman: „Wir schauen bei jedem einzelnen Projekt auf die individuellen Anforderungen und definieren dann den passenden Technologiemix.“ So kann die Kerntechnologie eines AMR-basierten GtP-Systems mit anderen Robotiklösungen oder konventionellen Sub-Systemen ergänzt werden. In der Gesamtbetrachtung zeigt sich dann die Komplexität auf verschiedenen Ebenen: Ausgehend von der Definition des Anwendungsbereiches über den Technologiemix und die softwareseitige Anbindung an ein WCS oder WMS bis zu Details wie der Übergabe an ein Förderband oder umgekehrt. „Daher ist ein enger Austausch zwischen Kunden und Integrator über den gesamten Projektverlauf entscheidend, dafür, dass die Systeme optimal ineinandergreifen und ihr volles Potenzial entfalten.“

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