Fördertechnik
Modulare Lösung für mehr Durchsatz
Pünktlich zur Logimat kündete Interroll, Anbieter von Materialflusslösungen, einen Paradigmenwechsel in der automatischen Fördertechnik an: Mit MCP Play lassen sich Förderanlagen einfacher und schneller realisieren, kostengünstiger und energieeffizienter betreiben und bis zu 100 Prozent höhere Durchsätze erzielen.
Seit der Einführung im Jahr 2014 haben sich die Modular Conveyor Platform (MCP) und die Steuerungsschnittstellen auf BUS-Ebene von Interroll bewährt. Die plattformbasierten Module, bestehend aus Rollenbahnen, Gurtförderern in verschiedenen Ausführungen, Übergaben, Umlenkungen, Kurven, Liften und mehr, können laut Unternehmensangen nahezu jede Förderaufgabe für Objekte bis 50 kg flexibel bewältigen. Komplexe Förderanlagen mit mehreren Zonen werden traditionell nach dem etablierten ZPA-Verfahren (Zero Pressure Accumulation) gesteuert. Alternativ kam der IO-Modus zum Einsatz, der für speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS) einen zusätzlichen Programmieraufwand erforderte.
Einfachere Konfiguration, dezentrale Steuerung
Mit der MCP Play-Funktion, einer Ergänzung zum Standard-ZPA- oder IO-Modus, können Förderanlagen jetzt einfacher konfiguriert sowie dezentral und eingebettet gesteuert werden. MCP Play reduziert den Programmier- und Inbetriebnahmeaufwand und beseitigt die Einschränkung „ein Paket pro Zone“, was einen höheren Durchsatz und einen geringeren Energieverbrauch ermöglicht. Darüber hinaus ermöglicht das neue Inbetriebnahme-Tool von Interroll Integratoren und Betreibern, den Systemstatus zu überprüfen, Konfigurationen zu ändern und Tracking-Funktionen zu aktivieren. Alle Funktionen und Workflows sind im Interroll-Layouter-Tool für jede MultiControl-Einheit vorkonfiguriert und können bei der Inbetriebnahme schnell zugewiesen und installiert werden. MCP Play reduziert so die Komplexität und den Programmieraufwand bei der Planung, Installation, Konfiguration und Fehleranalyse in Förderanlagen.
Bis zu 100 Prozent mehr Durchsatz
Eine zentrale Neuerung von MCP Play ist die „Flowing Merge“-Funktion. Die Innovation liegt laut Interroll dabei in der dezentralen und eingebetteten Steuerung dieser Funktionalität – anstatt diese mit viel Aufwand programmieren zu müssen, kommt sie direkt „out of the box“ und muss nur noch konfiguriert werden. Anstelle das Fördergut vor dem Zusammenführen zweier Förderlinien zu stoppen, reduziert MCP Play die Geschwindigkeit im Abschnitt vor der Zusammenführung und lässt das Fördergut so weiter fließen. Dieser Ansatz erhöht den Durchsatz und steigert so folglich die Gesamteffizienz des Systems. Dieses reduziert sowohl den Energieverbrauch als auch die Anschlussleistung, indem es Anlaufströme und Spitzenlasten vermeidet und gleichzeitig den Geräuschpegel und außerdem den mechanischen Verschleiß minimiert. Dies trägt nicht zuletzt auch zu einer verbesserten Nachhaltigkeit bei.
MCP Play sorgt für Effizienz- und Durchsatzsteigerungen. Mit der Funktion „Adjust to Gap“ können Artikel in kürzeren Abständen auf der Förderstrecke transportiert werden. Nach Berechnungen des Fraunhofer IML kann der Durchsatz der Förderanlage durch den kontinuierlichen Materialfluss, höhere Durchschnittsgeschwindigkeiten und eine erhöhte Förderleistung im Vergleich zur ZPA-Lösung um bis zu 100 Prozent gesteigert werden. Gleichzeitig hat die Evaluation gezeigt, dass der Energieverbrauch bei hohen Durchsätzen um bis zu 30 Prozent gesenkt werden kann.
Intuitive Software-Tools
MCP Play ist als modulares Add-on zur MCP-Hardware konzipiert und kann mit dem 24V/48V RollerDrive in Kombination mit der MultiControl mit BUS-Schnittstelle sowohl auf neue als auch auf bestehende MCP-Installationen angewendet werden. Die Software bietet eine intuitive Benutzeroberfläche und unterstützt alle wichtigen WMS- und IoT-Shopfloor-Systeme bei gleichzeitiger Integration robuster Cybersicherheitsmaßnahmen. Die dezentrale Steuerung reduziert den Datenaustausch innerhalb der Systemumgebung, was zu geringeren Latenzzeiten und verbesserter Überwachung, Reaktionsfähigkeit und Systemflexibilität führt.
MCP Play steigert die Effizienz von Fördersystemen, von kleinen Anwendungen bis hin zu Hochleistungsumgebungen. Komplexe Projekte, die einen hohen Durchsatz oder erweiterte Tracking-Funktionen erfordern, können schneller umgesetzt werden. Die Kosten- und Effizienzvorteile optimieren den Return on Investment (ROI) und verkürzen die Amortisationszeit, was neue Anwendungsfelder für Fördersysteme eröffnet. Das modulare Plug-and-Play-Design von MCP Play ermöglicht eine einfache Anpassung von Systemlayouts und -einstellungen, um den sich stetig ändernden Anforderungen gerecht zu werden. Diese Funktion ist besonders vorteilhaft für E-Commerce-Händler, die oft saisonale Nachfrageschwankungen bewältigen müssen, und für Logistik-Dienstleister (Third Party Logistics), die mit häufigen Fluktuationen in ihrem Kundenstamm konfrontiert sind. Durch die Digitalisierung des gesamten Prozesses – von der Planung und Bestellung über die Simulation bis hin zur Installation und Inbetriebnahme – ermöglicht Interrolls MCP-Play-Systemintegratoren, schneller auf die spezifischen Bedürfnisse ihrer Kunden zu reagieren.
Wachstum durch Innovation
„Mit MCP Play setzt Interroll neue Maßstäbe im Materialfluss und beweist einmal mehr seine Innovationsführerschaft im Markt. MCP Play ist ein zentraler Bestandteil unserer strategischen Vision, modulare und zukunftssichere Lösungen zu liefern, die es unseren Kunden ermöglichen, durch Innovation zu wachsen, Kosten zu senken und ihnen damit einen klaren Wettbewerbsvorteil verschaffen“, erklärt Markus Asch, CEO von Interroll.










