Performance und Energieverbrauch verbessern

Marvin Meyke,

Fördertechnik: Aus alt mach neu

MTA-Motorrollen hauchen in die Jahre gekommener Fördertechnik ein neues Leben ein – mit neuer Technik, umfangreichen Performance-Verbesserungen und optimiertem Energieverbrauch.

Mit der getriebelosen Motorolle MRA50 sind Fördergeschwindigkeiten von bis zu 1,2 m/s erreichbar. © MTA

Weltweit verrichten seit vielen Jahren alte Staurollenförderer in Fördertechniksystemen für Kartons und Behälter ihren Dienst. Bei der Realisierung setzten die Hersteller auf Technik wie Kupplungs-Brems-Systeme oder pneumatische Staubahnen. Diese konventionellen Techniken sind aus heutiger Sicht meist weder effizient noch nachhaltig. Sie sind laut, verbrauchen viel Energie, verlangen eine aufwendige Ersatzteilbevorratung und Instandhaltung. In vielen Fällen nimmt auch die Ersatzteilverfügbarkeit stetig ab.

Die Herausforderung: Umbau ohne langen Stillstand

Wenn der Betreiber nun neue Technologien einsetzen möchte, ist der Umbau meistens mit einem massiven Eingriff in die bestehenden Steuerungssysteme verbunden. Langer Stillstand und erhebliche Kosten sind so in der Regel vorprogrammiert. Ein Eingriff in die SPS kann zusätzlich veränderte Schnittstellen zu einem Materialflussrechner oder sogar zum WMS nach sich ziehen. Im Gegensatz dazu haben viele Betreiber bereits in sich abgeschlossene Systembereiche erneuert, wie zum Beispiel Regalbediengeräte. Die Förderanlage bleibt aber auf dem Stand der veralteten Technik. Die Gefahr eines Ausfalls der Gesamtanlage wird so immer größer.

Umrüsten ohne Veränderung der Steuerung

MTA hat für diese Systeme nun eine Möglichkeit entwickelt, in dem die kostenintensiven Staurollenförderer auf effiziente Motorrollen-Technik umgerüstet werden. Die Umrüstung benötigt keine Veränderung der bestehenden Steuerungssysteme: Die logistischen Funktionalitäten der Sensorik werden entweder übernommen oder einfach in den MTA-Motorcontrollern verlagert. Sämtliche Schnittstellen zur überlagerten Steuerung bleiben erhalten. Die ineffizienten Asynchronmotoren, die über Riementechnik mit den angetriebenen Rollen der Fördertechnik verbunden sind, werden eliminiert. Ebenso gibt es nach der Umrüstung keine aktiven Teile mehr in der Fördertechnik. Die Signalgeberstruktur bleibt dagegen erhalten.

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"Insbesondere gewinnt der Betreiber erhebliche Vorteile, wenn er pneumatische Staurollentechnik ersetzt", so MTA-Vertriebsleiter Uwe Neumann. "Zum einen ist die Bereitstellung pneumatischer Energie durch Leckageverluste und umfangreichen Kompressorbetrieb sehr kostenintensiv, zum anderen gibt es auch keine für Pneumatik typische Geräuschemission mehr", erklärt er weiter.

Energieeffizienz durch Sleep- and Awake-Mode

Die Energieeinsparung ergibt sich daraus, dass in einer Staustrecke mit Motorrollen nur jenes Segment angetrieben wird, auf dem sich zu bewegendes Fördergut befindet. Der MTA-Motorcontroller beinhaltet standardmäßig einen Sleep- and Awake-Mode. Zum Einsatz kommt die getriebelose MTA- Motorrolle MRA50 in Verbindung mit dem MTA-Motorcontroller. Beides wird auch in neuen Förderanlagen als bewährte Kombination eingesetzt. Die Motorrolle hat einen 24-V- oder 48-V-Standard und eine Leistung bis zu 35 W. Es sind Fördergeschwindigkeiten bis zu 1,2 m/s erreichbar. Die Montage erfolgt in den bestehenden Fördertechnikprofilen unter Nutzung der bestehenden nicht angetriebenen Tragrollen, beides muss nicht ausgetauscht werden. Ein geeigneter Übertrieb (Poly-V, O-Ringe) wird von MTA mit der Motorrolle anforderungsgerecht kombiniert. Die Spannungsversorgung erfolgt durch ein Netzteil, das bis zu zehn Motorrollen mit der Betriebsspannung versorgt. Damit entsteht eine Plug-&-Play-Installation, die entweder durch MTA-Partnerunternehmen oder mit dem vorhandenen Instandhaltungspersonal ausführbar ist. Da es zu keinen Änderungen in den Steuerungssystemen kommt, kann der Umbau Abschnitt für Abschnitt ohne wesentliche Betriebsunterbrechungen erfolgen.

Gesteigerte Anlagenverfügbarkeit

Erfolgreich umgesetzte Projekte zeigen laut MTA, dass die Verfügbarkeit der Anlagen deutlich verbessert wird. Zugleich sinkt der Energieverbrauch um rund 70 bis 75 %, die Instandhaltungskosten sinken um circa 80 %. Dazu Neumann: "Es zeigt sich bei den umgerüsteten Anlagen, dass der Return of Investment (ROI) unter Berücksichtigung einer achtjährigen Abschreibung unter drei Jahren liegt". Darüber hinaus konnte nachgewiesen werden, dass mit dem Umbau in einer mittelgroßen Anlage mit 250 bis 300 umgerüsteten Stauplätzen über 90.000 kWh Strom und damit circa 300 Tonnen COeingespart werden. Das MTA-Konzept funktioniert zudem herstellerunabhängig.

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