Aus materialfluss 6/2020

Marvin Meyke,

Genug Raum für einen kühlen Kopf

Was tun, wenn eine ergonomische Hebehilfe gewünscht, die Raumhöhe jedoch zu niedrig für ­herkömmliche Kransysteme ist? Ein modularer Flachausleger aus Aluminium von Schmalz ermöglicht auch in niedrigen Räumen leichtgängige Bewegungsabläufe. Für Erkodent kam die Neuheit zur rechten Zeit: Der Hersteller dentaler Tiefziehgeräte wollte den Verpackungsprozess am Ende der Montagelinie optimieren und benötigte eine Lösung, die Platz für eine Klimaanlage ließ.

Dank Kransystem und JumboFlex 50 hat sich im Verpackungsprozess die körperliche Belastung für die Erkodent-Mitarbeiter reduziert. © J. Schmalz

Erkodent fertigt Produkte für Zahntechnik, Zahn­medizin und Fußorthopädie. Angefangen hat alles mit einer Zahnarztpraxis in Pfalzgrafenweiler bei Freudenstadt, für die Erich Kopp 1954 die Kassenzulassung erhielt. Aus seinen praktischen Erfahrungen heraus begann er bald, eigene Instrumente zu entwickeln, die ihm und seinen Patienten die Behandlung erleichtern sollten. Daraus wuchs die Erkodent Erich Kopp GmbH, die laut Unternehmensangaben mittlerweile zu den Weltmarktführern in der dentalen Tiefziehtechnik gehört. 1980 baute der Firmengründer mit der Fußorthopädie ein zweites Standbein auf. Dieses macht heute etwa zehn Prozent des Umsatzes aus. Rund 80 Mitarbeiter entwickeln, fertigen und verpacken in Pfalzgrafenweiler auf circa 8.000 Quadratmeter Produktionsfläche Druck- und Vakuum­geräte zum Tiefziehen. Mit ihnen formen Zahntechniker ­individuelle Abdrucklöffel, Formteile für Provisorien und Bleaching-Schienen. Entsprechendes Zubehör und Materialien wie Folien, Silikone oder Wachse gehören ebenso zum Angebot wie Protektoren für Sportler und Protrusionsschienen gegen schlafbezogene Atmungsstörungen.

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Nach der Prüfung folgt die Belastung
„Kommt ein Vakuum-Tiefziehgerät ans Ende der Montagelinie, wird es zunächst geprüft und anschließend für den Versand ­sicher verpackt“, erklärt Andreas Weiß, zuständig für die Prozess­optimierung bei Erkodent. Zusammen mit der Bedienungs­anleitung und Auspolstermaterial wiegt ein fertiges Paket zwischen 15 und 25 Kilogramm – Tendenz steigend. „Von Hand wurde das Paket dann auf einer Palette so positioniert, dass die Seriennummer immer sichtbar ist“, beschreibt Weiß den Teil des Verpackungsprozesses, den er verbessern wollte. „Pro Tag ­verpacken wir zwölf bis fünfzehn Tiefziehgeräte. Diese händisch ohne Hebehilfe auf die Palette zu stapeln, war doch eine hohe Belastung für Rücken und Arme“, erinnert sich Helmut Seeger. Er arbeitet seit fünf Jahren bei Erkodent und arbeitet zusammen mit sechs weiteren Kollegen an den verschiedenen Montage- und Verpackungsstationen.

Kein Platz für Kran und Co?
Auf der Suche nach einer ergonomischen Lösung wandte sich Weiß an die J. Schmalz GmbH. „Wir haben schon an mehreren Arbeitsplätzen Vakuumheber aus Glatten im Einsatz, die uns überzeugen“, betont er. Der langjährige Kontakt, die positiven Erfahrungen sowie die räumliche Nähe – lediglich 15 Kilometer liegen zwischen beiden Firmenzentralen – waren für die Projektverantwortlichen ausschlaggebend, sich erneut an Schmalz zu wenden. Ihre Idee war es, eine Hängekrananlage samt ­Vakuumheber zu installieren. „Eine gängige Lösung, die wir ­jedoch aus Platzgründen nicht realisieren konnten“, erklärt Weiß. Auch wenn das System zwischen die bestehenden Lüftungs- und Medienschächte noch gepasst hätte: Spätestens bei der ­ge­planten Installation der Klimaanlage hätte der Hängekran keinen Platz mehr gehabt. „Auf der Motek 2018 haben wir mit Schmalz das Problem diskutiert und dabei den modularen Flachausleger aus Aluminium für uns als ideales Konzept entdeckt“, erinnert sich Andreas Weiß.

Der Aluminium-Flachausleger basiert auf dem Baukasten für Schwenkkrane. Die flach gestaltete Lösung reduziert die Bauhöhe des Auslegers verglichen mit der herkömmlichen Stahlkonstruktion um bis zu 96 Millimeter. Gemessen an einem Standard-Aluminiumausleger können Hebegeräte bei gleicher Bauhöhe des Krans sogar um bis zu 340 Millimeter höher ein­gehängt werden. „Dank des extra flachen Auslegers passt der Kran unter den Lüftungsschächten und Medientrassen durch und lässt dennoch genügend Arbeitsraum für den Schlauch­heber“, stellt Weiß fest. Doch nicht nur die geringe Höhe überzeugte: Die modulare Aluminiumkonstruktion war für ­Erkodent günstiger und konnte zudem schneller aufgebaut werden. Statt an der Decke ist der Säulenschwenkkran mit seinem vier Meter langen Ausleger mithilfe einer Grundplatte sicher auf dem ­Boden montiert. „Wir sind dadurch noch flexibler, weil wir den Kran theoretisch auch an einem anderen Montageplatz ein­setzen können“, ergänzt der Prozessverantwortliche.

Intuitive Bedienung
Im Einsatz ist die Kran­lösung seit Februar 2019. Für eine ideale Unterstützung seiner Mitarbeiter hat Erkodent an den Flachausleger zudem den Vakuum-Schlauchheber JumboFlex 50 mit Vierfachsauggreifer gehängt. Mit ihm können sie bis zu 50 Kilogramm schwere Kartons aufnehmen und über die zentrale Ein-­Finger-Steuerung intuitiv heben, senken und lösen. Auch die Stapelung anhand der Seriennummern ist dank des endlos drehbaren Griffes problemlos möglich. „Wo unsere ­Mitarbeiter früher vollen Körpereinsatz leisten mussten, reicht heute quasi eine Hand“, fasst Weiß treffend zusammen. „Die Arbeitserleichterung ist deutlich spürbar. Meine Kollegen und ich sind ­fitter und fühlen uns einfach gesünder“, bestätigt Helmut Seeger.

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