Deutsche Messe

Inka Krischke,

Streik zum Auftakt der Hannover Messe

Anlässlich des angekündigten Streiks der ver.di an den ersten beiden Tagen der Hannover Messe 2026 (20. und 21. April), der den öffentlichen Nahverkehr in Hannover lahmlegt, äußert sich der Veranstalter, die Deutsche Messe, mit deutlicher Kritik und großer Sorge hinsichtlich der Auswirkungen auf den Messe- und Wirtschaftsstandort.

© Deutsche Messe

„Bei allem Respekt für das Streikrecht ist es für mich in keiner Weise nachvollziehbar, dass dem Standort auf diese Weise vorsätzlich Schaden zugefügt wird. Der Streik stellt eine erhebliche und unverhältnismäßige Zumutung für den Messeplatz Hannover dar und droht, ihm nachhaltig zu schaden“, sagt Dr. Jochen Köckler, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Messe.

Besonders betroffen sind tausende internationale Gäste, die teils von weither anreisen und vor Ort nicht auf einen funktionierenden ÖPNV zurückgreifen können. Daraus ergibt sich ein erheblicher Imageschaden für Hannover als internationalen Messe- und Wirtschaftsstandort.

Maßnahmen zur Unterstützung von Ausstellern und Besuchern

Die Deutsche Messe hat ein Bündel an Maßnahmen auf den Weg gebracht, um die Auswirkungen des Streiks bestmöglich abzufedern:

Bus-Shuttleverkehr vom Hauptbahnhof: Direkte Shuttleverbindungen vom Hauptbahnhof Hannover, sowie Bahnhof Hannover Bismarckstraße zum Messegelände; vor Ort eingesetzte Guides informieren über diese Anreisemöglichkeiten und leiten Besucher gezielt zu den Shuttlebussen. (Einsatz von zwölf Gelenkbussen und vier Stadtbussen im Zeitraum von 06:00 bis 19:00 Uhr)

Bus-Shuttleverkehr von Hotels: Zusätzlich werden weitere Busse eingesetzt, um Gäste von hochfrequentierten Hotels zum Messegelände zu befördern.

Erweiterung des S-Bahn-Angebots: Eine zusätzliche Verbindung ergänzt den direkten S-Bahn-Verkehr vom Hauptbahnhof zum Messebahnhof/Laatzen. Damit stehen dann stündlich drei S-Bahn-Verbindungen in der Zeit von 6:30 Uhr bis 20 Uhr zur Verfügung.

Erhöhte Taxikapazitäten: In enger Abstimmung mit dem Taxengewerbe werden zusätzliche Kapazitäten organisiert.

Versorgung während der Wartzeiten: Während möglicher Wartezeiten werden Gäste am Messegelände mit Getränken und Snacks versorgt, um den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten.

Breit angelegte Kommunikation: Aussteller, Besucher und Partner werden fortlaufend über alle relevanten Kanäle informiert.

Die Deutsche Messe richtet einen klaren Appell an ver.di, Maß und Mitte zu wahren und die Bedeutung der Hannover Messe für den Standort angemessen zu berücksichtigen. Die Partnerverbände der Messe, der VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau) und der ZVEI (Zentralverband der Elektro- und Digitalindustrie), schließen sich diesem Appell uneingeschränkt an:

Thilo Brodtmann, VDMA-Hauptgeschäftsführer:
"Wer den Ruf des Industriestandorts Deutschlands in aller Welt mutwillig beschädigen will, ruft für die ersten beiden Tage der Hannover Messe zum Streik auf. Während in den Hallen Zukunftstechnologien präsentiert werden, stranden die Besucher aus dem In- und Ausland am Flughafen, am Bahnhof oder in ihren Hotels, weil keine Busse und Bahnen fahren. Natürlich ist das Streikrecht unbestritten. Aber Verdi muss sich fragen lassen, ob ihr Partikularinteresse es tatsächlich wert ist, der Welt weitere Bilder einer nicht funktionierenden deutschen Infrastruktur zu liefern. Am Ende zahlen wir alle dafür einen hohen Preis - für einen Bärendienst, den uns die Gewerkschaft hier erweist."

Wolfgang Weber, Vorsitzender der ZVEI-Geschäftsführung:
"Der Warnstreik ist völlig unverhältnismäßig. Verdi zeigt sich ignorant gegenüber dem Standort Deutschland und fügt diesem schweren Schaden zu. Das Streikrecht ist ein hohes Gut und sollte verantwortungsvoll eingesetzt werden. Leider bleibt Verdi diesen Nachweis schuldig. Leidtragende sind nicht nur Aussteller, Besucher und internationale Gäste. Letztlich auch die Beschäftigten: In der Elektro- und Digitalindustrie stehen fast 900.000 Menschen in Lohn und Brot."

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