Software

Dynamik im Blick

Die Integration von Lagerverwaltungs- oder Warehousemanagementsystemen in Enterprise-Resource-Planning-Systeme (ERP) gewinnt zunehmend an Bedeutung. Ein weiterer Aspekt ist die Integration von Energiemanagementfunktionen in Lagerverwaltungssysteme.

Die Anforderungen an moderne Logistiksoftware betreffen deshalb vorrangig die Integrationsfähigkeit, Flexibilität und Effizienz. Zukunftsorientierte Systeme bieten die erforderliche Flexibilität für dynamische, sich stets wandelnde Geschäftsprozesse. „Multisite-Fähigkeit, Frachtkostensimulation oder die Möglichkeiten, weltweit Wertschöpfungsketten und Netzwerke zu planen, in Simulationen zu variieren und optimal zu organisieren, machen die Systeme zu strategischen Instrumenten im nationalen und globalen Wettbewerb“, sagt Ernst Albrecht, PSI Logistics. Im Warehousing-Bereich ziele dies außer der Verwaltung von Lagerbeständen auf die Optimierung der Struktur und Transparenz eines Lagers, auf die Materialflusssteuerung und eine effiziente Ressourcenplanung.

Ein effizientes Ressourcenmanagement fokussiert folglich alle für die Intralogistik relevanten Ressourcen wie Zeit, Fläche, Mitarbeiter, Energie, Materialien. Moderne Warehouse-Management-Systeme (WMS) bieten Funktionen, zum Beispiel Aufträge erst dann zu kommissionieren, wenn auch tatsächlich Kapazitäten und Bereitstellungsflächen zur Verfügung stehen - und die Bereitstellung direkt in den Versand mündet. Multisitefähige WMS wie die Premium-Software PSIwms können darüber hinaus kooperative Prozesse und den effizienten Ressourceneinsatz für mehrere Läger gleichzeitig steuern.

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Weitere Funktionen sind z. B. ein intelligentes Ressourcenmanagement für innerbetriebliche Optimierungseffekte mit standort- und unternehmensübergreifende Optionen oder auch die Gestaltung und Planung von nationalen und internationalen Supply Chains. Als „Green through IT“ können sie Grundlage und Programm sein für die Realisierung einer nachhaltigen grünen Logistik. Zudem lassen sich weitere Funktionen integrieren, beispielsweise zur Auswahl optimierter Ladungsträger, Versand- und Verpackungstypen oder zur Nutzung einer sequenziellen Ladefolge, bei der Sendungen nach den individuellen Anforderungen von Filialen und der Reihenfolge ihrer Belieferung zusammengestellt und geladen werden.

Das Ergebnis sind verbesserte Auslastung der Transporte, Vermeidung von Leerfahrten und teilausgelasteten Transporten und die damit minimierte Transportkilometer. Das Projekthaus IGZ setzt bei seinen Kundenprojekten für die Lagerverwaltung auf hohe Flexibilität, basierend auf SAP LES und SAP EWM. Beide Standardmodule sollen Nachhaltigkeit und Investitionsschutz sicherstellen. So können SAP-Anwender auch im Lager unabhängig von Drittanbietern sein und schlanke, kosteneffiziente Plattformen in der Logistik-IT schaffen.

Bei dem von IGZ bei Humana am Standort Coesfeld realisierten Projekt fungiert SAP MII in einem Hochregallager als Integrationsplattform zwischen SAP ERP und der Lageranwendung SAP EWM sowie vorhandenen Fertigungsmanagementsystemen und Maschinensteuerungen in der Produktion. Dadurch lässt sich die komplette Supply Chain einschließlich der Produktionsabläufe effizient abbilden.

Zu den wesentlichen Logistikverbesserungen zählt bei diesem Projekt u.a. die automatische Etikettierung der Produkte bei ihrem Eintritt in das Lager, die Optimierung des gesamten Materialflusses und  die Einführung von Datenfunk in bestimmten manuellen Bereichen des Lagers Coesfeld. Einer der Schwerpunkte des Lagerverwaltungssystems PMS-W von Aberle Automation ist außer der bereichsübergreifenden Kommunikation das Energiemanagement. Die einzelnen Bereiche einer vollautomatischen Lagertechnik lassen sich damit flexibel abbilden.

Die Anwendungsbereiche umfassen automatische sowohl Hochregalläger als auch automatische Kleinteileläger. Das System unterstützt aber auch manuelle Läger mit Staplerleitsystem sowie die Handkommissionierung über Funkscanner. Alle Arbeitsgänge werden exakt protokolliert und an ein überlagertes Hostsystem, z. B. SAP, gemeldet. Die integrierte Funktion für das Energiemanagement steuert über einstellbare Systemparameter die Fahrgeschwindigkeiten und die Beschleunigungen von Regalbediengeräten.

Bei geringem Auftragsvolumen fahren die Regalbediengeräte langsamer und somit Strom sparender und schonender als bei zeitkritischen Aufträgen wie zum Beispiel der Beladung eines Lkw. Außerdem können die Regalbediengeräte vom Lagerverwaltungssystem zeitversetzt gestartet werden und somit hohe kumulierte Energiespitzen beim Anfahren vermeiden. Dadurch verringert sich der Bereitstellungspreis des Energieversorgers für den Lagerkomplex. Auch das Iwacs.WM-WarehouseManagement-System von Klug bietet ein umfassendes Funktionsspektrum.

Programmiert mit modernster Softwaretechnologie ist es plattformunabhängig, mehrmandantenfähig sowie web, release- und mehrsprachenfähig. Verlässliche Standards sollen vor allem die Ausfallsicherheit garantieren. Alle relevanten Informationen betreffend den Wareneingang, die Lagerorganisation, die Bestandsverwaltung und Auftragsverwaltung werden zum richtigen Zeitpunkt am gewünschten Ort bereitgestellt. Das betrifft auch die Informationen aus den Bereichen Inventur, Nachschub, Kommissionierung, Retouren, Warenausgang und Versand.

Weitere Funktionen sind ein Wareneingangsdialog zur Erfassung für automatische/manuelle Läger, Sammelpalettenbildung, Generierung von Transportaufträgen sowie Einlagerquittierung per Datenfunk beziehungsweise automatischer Fördertechnik. Ein branchenübergreifend einsetzbares Lagerverwaltungssystem bietet auch GOB an.

Das LVS unitop soll reibungslos ineinandergreifende Lager- und Unternehmensprozesse, große Flexibilität und maximale Effizienz gewährleisten. Investitions- und Zukunftssicherheit soll durch den modularen Aufbau, den hohen Parametrisierungsgrad und die permanente Weiterentwicklung des Lagerverwaltungssystems garantiert sein. Darüber hinaus kann das auf Microsoft Dynamics NAV basierende System jederzeit über Schnittstellen an marktübliche oder eigenentwickelte Warenwirtschafts- und Produktionsplanungssysteme angeschlossen werden.

Das LVS steuert alle Material- und Informationsflüsse des Lagers: Vom Wareneingang über alle Lagerprozesse bis zum Versand oder zur Bereitstellung in der Produktion. Eine einfache und intuitive Bedienbarkeit des Systems soll dabei ebenso sichergestellt sein wie ein umfassendes Logistikcontrolling durch einen integrierten grafischen Leitstand.

Wie die Lagerverwaltungssysteme auswählen? Die Kriterien für die Auswahl von LVS beziehungsweise WMS sind vielschichtig. Nicht nur die Art des Artikelspektrums bestimmt neben weiteren Parametern die Anforderungen an die technische Ausstattung des Lagers, sondern auch Auftragsstrukturen, Durchsatzleistung und Branchenzugehörigkeit. Grundsätzlich sind die meisten Warenwirtschaftssysteme in der Lage, Warenbestände zu führen.

Die Untergliederung der Funktionen bis in den Stellplatzbereich sind jedoch unterschiedlich ausgeprägt. Welche LVS-WMS-Lösung im Einzelfall am besten geeignet ist, hängt von vielen Faktoren ab. Für einfache Anwendungen können ERP-Systeme mit in die nähere Auswahl fallen. Bei anspruchsvolleren logistischen Anforderungen lohnt sich ein Blick auf die Lagerverwaltungssysteme, auch auf die Web-basierten. Zumindest dann, wenn einfache Administration und weniger der Funktionsumfang im Vordergrund steht.

Dynamik-im-Blick

Bei komplexen logistischen Anforderungen, hochflexiblen Arbeitsabläufen wie Fulfillment, Setbildung, Einzelkonfektionierung und ganz besonders bei der Automation sollten die Lagersteuerungssysteme, also Systeme mit Materialfluss- und Steuerungskomponenten, in die engere Wahl genommen werden.

Aberle Automation GmbH & Co. KG, E-Mail:  info@aberle-automation.com, www.aberle-automation.com GOB Software & Systeme GmbH & Co. KG, E-Mail: info@gob.de, www.gob.de IGZ Logistics & ITGmbH, E-Mail: info@igz.com, www.igz.com Klug GmbH integrierte Systeme, E-Mail: markt@klug-is.de, www.klug-is.de PSI Logistics GmbH, E-Mail: info@psilogistics.com, www.psilogistics.com

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