Spitzenmedizin, Spitzenintralogistik

Martin Schrüfer,

Klinikbote der Zukunft

© Servus Intralogistics

Das Universitätsspital Zürich automatisierte die komplette Klinik-Intralogistik vom Wareneingang bis in den OP-Saal. Der Projektauftrag ging an das Vorarlberger Unternehmen Servus Intralogistics.

Eines der führenden Krankenhäuser Europas – das Universitätsspital Zürich (USZ) – setzt sich zum Ziel, Vorreiter für Gesundheit und Lebensqualität zu sein. Um den Ansprüchen moderner Spitzenmedizin auch künftig gerecht zu werden, bedarf es einer entsprechenden Infrastruktur. Neben umfangreichen baulichen Maßnahmen ist ein modernes Logistiksystem erforderlich, das maßgeschneidert auf die veränderten Betriebsabläufe zugeschnitten ist. Für diese Lösung hat Servus Intralogistics den Auftrag erhalten – den größten seiner Firmengeschichte

Vollständig verknüpfte Materialflussprozesse

Die bauliche Gesamterneuerung des USZ ist für das Spital ein wesentlicher Faktor. Das Herzstück bilden zwei – von den Architekten Christ & Gantenbein entworfenen – Gebäude für den medizinischen Schwerpunkt Herz-Kreislauf und Notfälle. Sie sollen 2028 in Betrieb gehen. Hier werden eine topmoderne Infrastruktur sowie Medizintechnik der jüngsten Generation installiert sein. Alle Abläufe und Materialflüsse müssen komplett neu konzipiert und realisiert werden. Vollständig verknüpft über alle Geschosse soll die neue Intralogistik Bindeglied zwischen sämtlichen Service-Einheiten und Medizinprozessen sein. Ziel ist es, das komplette für alle Behandlungen notwendige Material in der richtigen Form, zur richtigen Zeit und am richtigen Ort vollautomatisiert zur Verfügung zu stellen.

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Künftig werden zum Beispiel sämtliche Medikamente aus einer zentralen Medikamenten-Distributions-Plattform in alle Abteilungen geliefert. Die im OP benötigten Materialien werden bereits im Lager modular zusammengestellt und direkt zum Zielort geliefert. Aus der zentralen Küche im Untergeschoss werden die Speisen direkt zu den Hotellerie-Stützpunkten gebracht. Ein vollautomatisiertes Lager liefert erforderliche Ersatzteile exakt zu den defekten medizintechnischen Geräten – bedarfsgenau, ohne Zwischenstopp und an der richtigen Stelle.

Neben der logistischen Versorgung waren in der internationalen Ausschreibung anspruchsvolle Kriterien gefordert: systemübergreifende Kompatibilität, Vernetzung und Transparenz, Skalierbarkeit, Flächeneffizienz und niedrige Betriebskosten. Um solche Herausforderungen zu meistern, beginnt Servus jedes Projekt mit einem Workshop. Gemeinsam mit den Kunden wird zuerst der Idealzustand genau definiert. Auf dieser Grundlage entsteht ein maßgeschneidertes Konzept für sämtliche Prozesse, um sie sinnvoll, wertschöpfend und kosteneffizient zu automatisieren. Servus kann mit seinem vielseitigen Logistikbaukasten auf individuelle Kundenbedürfnisse eingehen; dank der Flexibilität deckt er alle Logistikbereiche ab.

Transportroboter als Hol- und Bringdienst

Servus hat speziell für die spezifischen Anforderungen in Krankenhäusern den intelligenten Transportroboter Medarc entwickelt. Sämtliche Stationen versorgen den Roboter vollautomatisiert mit Materialien in verschiedensten Behältnissen – just-in-time nach dem Pull-Prinzip. Das Servus-System ist flexibel sowohl horizontal als auch vertikal anwendbar. Im USZ kommen stellenweise bis zu 46 Meter hohe Hebestationen zum Einsatz. Einfache Bedienbarkeit, schneller Zugriff auf alle Waren sowie volle Transparenz aller Abläufe und Bestände kennzeichnen das Servus-System. So können sich die medizinischen Fachkräfte auf ihre eigentlichen Aufgaben konzentrieren – während Servus die Lagerung, Bereitstellung und den Transport aller benötigten Materialien erledigt.

Medical Logistics ist ein zukunftsorientiertes Geschäftsfeld mit Riesenpotenzial. Kaum eine Branche stellt an seine Partner so hohe Qualitätsanforderungen wie die Krankenhaus- und Medizintechnik. Denn hier können geringste Abweichungen über Leben und Tod entscheiden. Deshalb sind alle Vorgaben auch bei der Logistik über die gesamte Prozesskette einzuhalten. Die Kompetenz von Servus stammt vorwiegend aus jahrzehntelanger Erfahrung mit maßgeschneiderten Industrielösungen, doch hat das Unternehmen seit Jahren auch Kunden aus dem Medizintechnikbereich. Die Krankenhauslogistik eröffnet ein weiteres Wachstumssegment. Aktuell erweitert Servus den Hauptstandort in Dornbirn.

„Die Entwicklung eines innovativen, reinraumtauglichen Logistiksystems war für uns nicht nur mit sehr hohen Investitionen, sondern auch mit enormem Einsatz und viel Herzblut verbunden“, stellt Christian Beer, Geschäftsführer Servus Intralogistics, fest. „Umso mehr freuen wir uns, dass sich unsere Pionierarbeit in das Segment Medical Logistics und Spitalsmanagement gelohnt hat und wir von einem der bedeutendsten Spitäler Europas den Auftrag für die komplette Intralogistik gewinnen konnten. Neben dem wirtschaftlichen Interesse bedeutet es uns sehr viel, dass unsere Lösungen einen Beitrag zur Effizienz- und Qualitätssteigerung im Gesundheitswesen leisten können.“

Der Beitrag erschien in materialfluss 6/22.

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