Interview

Martin Schrüfer,

Ein ausgeklügeltes Zusammenspiel dank Dambach

Auch Dambach Lagersysteme hat eine erfolg­reiche LogiMAT absolviert. materialfluss sprach mit Benjamin Thumm und Dirk Lorenz über die Grenzen des technisch Möglichen und die ­besonderen Anforderungen für Tiefkühllager.

© Dambach

materialfluss: Welches Fazit ziehen Sie nach der LogiMAT? Was nehmen Sie mit von den drei Tagen Messetrubel?
Benjamin Thumm: Die LogiMAT Messe wird kontinuierlich immer internationaler. Gleichzeitig finden sich nicht mehr nur Lagertechnik-Hersteller sondern auch Anbieter von Komplementärprodukten rund um den eigentlichen Lagerbetrieb. Dies zieht natürlich mehr Besucher an, jedoch sind wird dadurch gezwungen unsere Leistungen und Produktportfolio für den Kunden deutlicher abzugrenzen. Die Messe war für uns sehr erfolgreich und wir konnten viele neue Kontakte knüpfen. Wir freuen uns bereits auf die LogiMAT 2020 bei der wir wieder mit neuen Produkten und Ideen präsent sein werden.

mfl: Die Systemdiskussion RBG vs. Shuttle scheint immer noch nicht beendet zu sein. Wie beobachten Sie den Verlauf der jahrelangen Diskussion? Welche Argumente sind heute ausschlagggebend für die Systementscheidung?
Dirk Lorenz: Das „Versus“ hat sich mittlerweile erübrigt. Vielmehr hat sich die Erkenntnis etabliert, dass die Lösungen nicht zwingend konkurrieren sondern bedarfsabhängig sind. Teilweise sogar in einer Lagerlösung ergänzend zum Einsatz kommen können. Wir beobachten, dass die Shuttle-Technologie auch zunehmend im Bereich der Hochregallager Einzug finden. Lagerdichte und Umschlagsleistung müssen auch bei der Palettenlagerung kein Widerspruch mehr sein. Mit unseren verschiedenen Produkten sind wir bestens gerüstet.

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mfl: Die Umschlagleistungen moderner RBGs sind oft an der Grenze des Machbaren – wo sind überhaupt noch Verbesserungen machbar? Stichworte sind hier die Anfahrmaße, der Energieverbrauch und die Geschwindigkeit...
Thumm: Bei Lösungen welche auf Regalbediengeräten basieren, wurde die Grenzen immer weiter ausgereizt. So haben wir bereits RBGs mit bis zu drei Shuttles realisiert. Bei höherem Leistungsbedarf muss man jedoch neue Wege gehen. Hierfür haben wir ein flexibles Paletten-Shuttle-System entwickelt welches durch das Zusammenspiel von Shuttles, Verfahrwagen und Vertikalförderern nicht nur äußerst skalierbar sondern auch leistungsstark ist. Durch kompaktere Anfahrmaße kann eine bessere Raumausnutzung realisiert werden. Zudem ist eine höhere Umschlagsleistung bei vergleichsweiße geringerem Energieverbrauch möglich. Durch das modulare Design können Verbesserungen unabhängig an jedem Produkt einzeln durchgeführt werden – ohne eine Systemschnittstelle zu verändern. Beispielsweise konnten wir die Lagertiefe unseres Compact Shuttles auf bis 40 Meter erhöhen.

Benjamin Thumm, Produktmanager bei Dambach Lagersysteme © Dambach

mfl: Dambach verwies auf der LogiMAT im Rahmen eines Vortrags auf seine Kompetenz im Tiefkühllagerbereich – schreitet hier unternehmensseitig eine Spezialisierung voran?
Thumm: Als Partner von Systemintegratoren und Generalunternehmern werden wir durch die verschiedenen Anforderungen unserer Kunden getrieben. Dadurch konnten wir in den letzten 25 Jahren viel Know-How rund um Lager- und Fördertechnik im Tiefkühlbereich sammeln. Dazu kommt, dass der Bedarf nach automatisierten Tiefkühl-Lebensmittel-Lagern gestiegen ist. Wird sind jedoch kein Spezialist sondern reagieren schnell auf aktuelle Marktanforderungen. Dambach Lagersysteme ist in vielen unterschiedlichen Branchen zuhause, von Automotive-, Papier-, Produktions- bis hin zu Lebensmittellagern.

mfl: Was kann Dambach, in wenigen Sätzen zusammen­gefasst, in der Kälte besonders gut?
Lorenz: Das ausführlich getestete und abgestimmte Zusammenspiel aus Maschinenbau und Steuerungstechnik zeichnet alle unsere Produkte aus. Speziell in kalten Umgebungsbedingungen können dadurch mögliche Fehlerquellen auf ein Minimum reduziert werden.

mfl: Was erwartet die Intralogistiker noch bis Jahresende? Gibt es Produktneuheiten bis dahin? Wohin geht die Reise für Dambach Lagersysteme?
Lorenz: Als zuverlässiger Partner von Systemintegratoren wollen wir unseren Kunden ein großes Portfolio an einfach integrierbaren Lagerkomponenten bieten. Durch die Symbiose von Maschinenbau und Steuerungstechnik bieten wir viele Plug&Play fertige Lösungen. Dies reicht vom Standard-Teleskop bis hin zur schlüsselfertigen Elektrobodenbahn Monoflex. Was übrigens das neueste Produkt in unserer Familie ist.

Dirk Lorenz, Leiter Steuerungs-systeme, Dambach Lagersysteme © Dambach

mfl: Jungheinrich hat auf der Messe das Kleinteile-Regal­bediengerät STC vorgestellt mit den Worten: „In Sachen Umschlagsleistung, Energieeffizienz, Raumnutzung und ­Flexibilität ist das STC ein echtes Hochleistungs-Gerät und das derzeit beste Regalbediengerät für Kleinteile auf dem Markt. Kein Regalbediengerät seiner Klasse kommt an seine Umschlagsleistung heran.“ Können Sie dies als etablierter Hersteller von RBGs so stehen lassen?
Thumm: Wir beobachten den Markt und unsere Marktbegleiter sehr genau. Ob es sinnvoll ist in Zeiten von Hochleistungs-Kleinteile-Shuttle-Lagern die technischen Grenzen eines konventionellen Kleinteile-Regalbediengeräts weiter auszureizen muss jeder für sich selbst entscheiden.

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