Logistik-Dienstleister
Nur Lagerhalle war gestern
Der Markt im Bereich Logistikimmobilien ist schwieriger geworden: Neben größeren Schwankungen und schnellerer Bereitstellung werden auch zunehmend ökologische Bauvarianten und speziell auf den Kunden zugeschnittene Objekte gefordert.

Ökologie ist auch bei Logistikimmobilien ein entschiedener Faktor geworden. Das beweist das neue Logistik-Center, das Gazeley für Stanley Black & Decker in Frankreich errichtet. Der Neubau entsteht im Industrie-gebiet von Dole, etwa 50 km von Dijon. Das Logistikzentrum befindet sich in unmittelbarer Nähe der Produktionswerke und soll die Logistik für mehrere Standorte bündeln.
Gazeley entwickelt die Halle als Built-to-suit-Immobilie, denn sie ist genau auf die Bedürfnisse von Black & Decker zugeschnitten. Auf rund 17 500 m² Nutzfläche wird der Werk-zeugspezialist Lagerung, Umschlag und Verteilung seiner Waren vorwiegend für die Bereiche Industrie und Automotive abwickeln. „Wir freuen uns, mit einem anerkannten Spezialisten für Logistikimmobilien zusammenzuarbeiten“, sagt Massimo Grassi, Leiter des Unternehmens-bereichs Industrie- und Automobilzubehör für Europa bei Stanley Black & Decker. „Gazeley hat in allen Punkten den Anforderungen unseres Lastenhefts entsprochen, besonders im Hinblick auf Nachhaltigkeit, und ermöglicht uns dadurch enorme Einsparungen bei den Betriebskosten.“
Zu den Öko-Features, die Gazeley bei diesem Projekt umgesetzt hat, zählen die Heißwasserversorgung über Solarzellen, Regenwassernutzung zur Reinigung der Hallenböden, energieeffiziente Beleuchtungstechnik und eine Wärmepumpenheizung. Durch diese Maßnahmen lässt sich der Wasser- und Energieverbrauch um rund ein Viertel verringern. Die Investmentsumme für die Immobilie beläuft sich auf rund 12 Mio. Euro. Der Mietvertrag mit Stanley Black & Decker wurde für eine Laufzeit von neun Jahren vereinbart. Bereits im Juli 2011 will das Unternehmen sein neues Logistik-Center in Betrieb nehmen.

Flexibilität gefordert Aber auch die Marktanforderungen haben sich laut Andreas Fleischer, Country Manager Germany von Goodman, generell verändert: „Weltweit werden Nachfrageschwankungen nicht nur stärker, sondern treten auch immer kurzfristiger auf. Kürzer werdende Lieferzeitanforderungen stehen dabei einer zunehmenden Bestandsreduktion gegenüber. Das stellt den internationalen Warenverkehr und damit auch die Kontraktlogistik vor neue Herausforderungen. Die Unternehmen müssen sehr flexibel im Bezug auf die Aufgabenstellungen ihrer Kunden sein. Für uns bedeutet dies, dass Standorte und Flächen kurzfristig verfügbar und Projekte schnell realisierbar sein müssen - und das bei möglichst attraktiven Mietkonditionen. In diesem Zusammenhang sind die Finanzierung und die Kosteneffizienz zwei ausschlaggebende Kriterien.
Die Finanzierung gewährleisten wir über unsere starke Eigenkapitalbasis. Kosteneffizienz schaffen wir beispielsweise durch eine bedarfsgerechte Planung sowie Einkaufsvorteile, die wir aufgrund unserer Unternehmensgröße erreichen. Ziel ist es, eine vielseitige und damit langfristige Auslastung zu gewährleisten. Unter diesen Voraussetzungen ist es auch möglich, Kunden verkürzte Mietverträge anzubieten.“

Laut Rainer Koepke, Leiter Industrie Immobilien Deutschland bei Jones Lang LaSalle, fragen die Nutzer von Logistik-Immobilien immer größere Hallen nach: „Primär werden Mietverträge für Flächen zwischen 10 000 und 50 000 m² in den 14 Top-Logistikregionen in Deutschland abgeschlossen. Die Nachfrage nach kleineren Hallen unter 5 000 m² konzentriert sich eher an „teuren“ Standorten wie etwa München.“
Die Standard-Baubeschreibung von vor fünf Jahren gilt heute auch noch für Neubauten, allerdings wird inzwischen zusätzlich das Öko-Zertifikat DGNB Silber zum Standard. Grundsätzlich bevorzugt sind autobahnnahe Industriegebiete mit 24-Stunden-Betrieb und Hallen in Neubauqualität. Das schlägt sich natürlich in den Mietkosten nieder. Ältere funktionale Hallen ohne diese Flächencharakteristika bieten für den, der darauf verzichten kann, eine kostengünstigere Alternative.
Den Gigaliner im Blick „Während Eigennutzer ihre speziellen Anforderungen wie Hochregallager oder Kühlhallen kostengünstiger selber realisieren können, geht es bei den Entwicklern darum, investmentfähige und nachvermietbare Immobilien zu errichten. Spannend ist auch die Frage nach der Zukunft der Gigaliner. „Wenn die kommen, müssten zukünftig Andienungshöfe größer werden,“ so Koepke weiter.
Beispiel GVZ Augsburg Die Schenker Deutschland AG ist neuer Mieter im ProLogis-Park im Güterverkehrszentrum (GVZ) Augsburg. Das Unternehmen hat 10 000 m² Logistik- und 400 m² Bürofläche im ProLogis-Park Augsburg angemietet. „Dieser Logistikstandort hat für den internationalen Güterverkehr zentrale Bedeutung“, sagt Sascha Petersmann, Vice President der ProLogis Germany Management GmbH, Düsseldorf. „Die Mieter schätzen die verkehrsgeographisch ausgezeichnete Lage an einem entscheidenden Wirtschaftsstandort im Süden Deutschlands zwischen München und Stuttgart.“ Der ProLogis-Park Augsburg besteht aus zwei Immobilien mit insgesamt 26 000 m². Weitere 15 000 m² Hallenfläche sind kurzfristig realisierbar. Das GVZ befindet sich im Städtedreieck Augsburg, Gersthofen und Neusäß und verfügt über einen direkten Anschluss an die inzwischen sechsspurig ausgebaute BAB A8 sowie die Bundesstraßen B2 und B17 und die Schienennetze der Deutschen Bahn und Augsburger Lokalbahn.
Gazeley Limited, www.gazeley.com

Goodman Germany GmbH, E-Mail: [email protected], www.goodman.com
Jones Lang LaSalle GmbH, E-Mail: [email protected], www.joneslanglasalle.de
ProLogis, E-Mail: [email protected], www.prologis.com









