AR für FTS-Projekte

Marvin Meyke,

Mit AR detailliert Probleme analysieren

Augmented Reality schafft einen hohen Mehrwert bei internationalen FTS-Projekten, weiß Dr. Stefan ­Rehling, Technischer Geschäftsführer des Unternehmens Strothmann. Im Gastbeitrag berichtet er über die Praxise der modernen Methode der Digitalisierung.

© Strothmann

Die Firma Strothmann ist weltweiter Anbieter für fahrerlose Transportsysteme (FTS), spezialisiert auf Lasten über einer Tonne und komplexe Automa­tionssysteme im Bereich Großteilehandling. Oft sind diese Systeme hochgradig an kunden­spezifische Anforderungen angepasst und erfordern ein entsprechend ­hohes Know-How-Level bei der Inbetriebnahme vor Ort. Um diesen Anforderungen nachzukommen, bedarf es eines flexiblen Konzepts, die raren Ressourcen „Inbetriebnahme­spezialist“ und „Servicetechniker“ sparsam und intelligent ­einzusetzen. Zudem spielen Reisekosten eine nennenswerte Rolle und aktuell natürlich auch die Reisebeschränkungen.

Bei der Bewältigung dieses Spagats setzt Strothmann im Service und bei Inbetriebnahmen, wie auch in vielen anderen Bereichen, konsequent auf Methoden der Digitalisierung. Was vor fünf Jahren noch belächelt wurde, ist bei Strothmann heute professionelle Realität: der Einsatz von Augmented Reality, kurz „AR“. Mit Augmented Reality wird allgemein eine computergestützte Erweiterung der menschlichen Realitätswahrnehmung bezeichnet. Vielfach wird hierbei mit der Einblendung oder Überlagerung von Zusatzinformationen als Ergänzung zu real aufgenommenen Kamerabildern gearbeitet.

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© Strothmann

Im konkreten Anwendungsbeispiel von Strothmann geht es darum, das Know-How des Inbetriebnehmers an mehreren ­Orten weltweit gleichzeitig anzuwenden. Dies gelingt durch den Einsatz einer AR-Datenbrille, welche von einem in den Grundlagen der Systemtechnik unterwiesenem Monteur während der Inbetriebnahme getragen wird. Die Datenbrille ist mit Kamera, Mikrofon und einem vor das Auge klappbaren Miniaturdisplay ausgestattet. Der Träger der Brille sieht über das Miniaturdisplay Daten, die ihm direkt vom Spezialisten im Stammsitz des Unternehmens in Schloß-Holte Stukenbrock eingespielt werden. Der Spezialist daheim sieht dabei kontinuierlich das Bild der Datenbrillenkamera und kann dieses durch Annotationen wie zum Beispiel Kreise oder Pfeile kommentieren und dem Träger vor Ort wieder zurückspiegeln. So gelingt auch in sehr diffizilen technischen Situationen eine genaue Analyse und Anleitung des Monteurs vor Ort.

Die vom Hersteller RealWare stammende Brille HMT-1 ist speziell für den rauen Einsatz im industriellen Umfeld konzipiert, sie ist wasserdicht und kann auch einmal aus zwei Meter Höhe auf den Boden fallen ohne Schaden zu nehmen. Sie ist mehrsprachig sprachsteuerbar und erlaubt so eine völlig be­rührungsfreie Bedienung, bei der der Bediener stets die Hände für seine eigentliche Aufgabe frei hat. Strothmann nutzt für die Kommunikation zwischen Datenbrille und Bildschirmarbeitsplatz des Experten die Softwareplattform Oculavis Share des Aachener Unternehmens Oculavis GmbH. Oculavis Share ­integriert sehr gut mit der RealWare Datenbrille und bietet ­diverse Funktionen um auch bei geringer Übertragungsbandbreite hinreichend detailliert arbeiten zu können. So sind auch bei mangelhafter Verbindung und dadurch bedingter geringer Auflösung des Videobildes stets Einzelaufnahmen in hoher ­Auflösung möglich, anhand derer die Situation detailliert ­analysiert werden kann. Strothmann sieht großes Potential in dieser Technologie und wird diesen Weg in Zukunft konsequent weiter beschreiten und seine Service- und Inbetriebnahme­prozesse daran ausrichten.

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