Stapleranbaugeräte
Spezialklammer für Spezialklebebänder
Geräteklammern werden für das Handling von Elektronikgeräten eingesetzt. Dass es auch andere Einsatzmöglichkeiten für diese Anbaugeräte gibt, zeigt Saint-Gobain Tape Solutions. Das Unternehmen nutzt seine individualisierte Klammer im Werksverkehr zum Transport von Rollen mit Spezialklebebändern.
Saint-Gobain Tape Solutions ist Teil des Konzerns Saint Gobain und hat seinen wichtigsten deutschen Standort südlich von München, in Waakirchen. Das Unternehmen produziert dort hochfunktionale Klebebänder. Diese überwiegend unbekannten Produkte werden in der Luftfahrt und Automobilindustrie, aber auch anderen industriellen Märkten verwendet.
"Für Saint-Gobain steht die Sicherheit stets im Mittelpunkt", sagt Einkaufsleiter Dirk Eisele. Dieser Anspruch beschränkt sich nicht nur auf die Umwelt, sondern auch auf den gesamten Produktionsprozess. "Deshalb mussten wir auch eine sichere Lösung für unseren veränderten Werkverkehr finden", so Eisele weiter. Denn der Verkehr ist seit Anfang 2025 komplexer: Saint-Gobain Tape Solutions hat sein Werksgelände erweitert und dafür buchstäblich die Straßenseite gewechselt. Dort entstand ein neues Lager, unter anderen für Rollen mit Spezialklebebändern. Diese können bis zu 1.100 kg schwer sein, Durchmesser von 300 mm bis 1.100 mm haben und sind stehend zwischen 600 mm und 1.640 mm hoch.
Um dieses zu erreichen, überqueren Gabelstapler eine wenig befahrene, öffentliche Straße. Abflussrinnen auf beiden Seiten der Straße können dabei die transportierte Ladung wackeln lassen. Die Gefahr des Ladungsverlusts besteht. "Damit das nicht passiert, benötigten wir das richtige Anbaugerät für einen weiteren Gabelstapler", erläutert der Einkaufsmanager. Saint-Gobain Tape Solutions wandte sich an die Experten von Gruma und entschied sich für einen Linde-Elektrostapler E20 der Baureihe 1252-01 als Trägerfahrzeug. Als Lieferant für das Anbaugerät fiel die Wahl auf Kaup. Dazu sagt Dirk Eisele: "Ich kannte Kaup schon von früher und wusste daher um die konstruktiven Fähigkeiten und Kompetenzen, unsere Anforderung zu lösen."
Eine Klammer, die nicht klammert
In seiner Meinung über Kaup sieht sich der Einkaufsleiter bestätigt. Er sagt: "Wir sind zufrieden mit dem Projekt!" Aber was zeichnet das Anbaugerät mit der Bezeichnung Geräteklammer 1.5T413G-180 im Detail aus? Beim Blick auf die technischen Daten stechen keine gravierenden Abweichungen zum Seriengerät ins Auge. Die erste Abweichung gibt es beim Öffnungsbereich zwischen den Klammerarmen. Mit 550 mm bis 1.850 mm deckt dieser einen anderen Bereich als das Seriengerät ab. Erst die Klammerarme sind offensichtlich keine Serie, obwohl Armhöhe und Armlänge dieser entsprechen. Denn sie haben zum einen keine Vorspannung und zum anderen befinden sich an der Armspitze Umfasskanten mit einer Schenkellänge von etwa 250 mm. Zusätzlich sind Klammerarme und Umfasskanten mit Moosgummi komplett belegt. Das Ziel: keine Beschädigungen der sensiblen Ladung.
Aber warum wurde für den Transport von Rollen nicht auf eine Rollenklammer als Anbaugerät zurückgegriffen? Die Antwort gibt Dirk Eisele: "Die Rollen dürfen nicht geklammert werden." Deshalb erfolgt der Transport der Klebebandrollen auch auf Europaletten. Für deren Aufnahme besitzt die Geräteklammer ein zusätzliches Gabelpaar mit einer Tragfähigkeit von 1.500 kg. Auch die Position der Gabeln ist nicht Standard. Sie sind 136 mm unter Flur – also unterhalb des Klammerkörpers, um die Paletten richtig aufnehmen und gleichzeitig die Klammerarme zum Stabilisieren der Rollen schließen zu können. Das macht das Handling nicht ganz leicht. Aber dennoch "passen Stapler und Klammer echt gut", sagt Staplerfahrer Ionut Gambra, und fügt hinzu: "Sie machen das Arbeiten einfacher."










